{"id":10092,"date":"2018-09-01T16:15:04","date_gmt":"2018-09-01T14:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/pregonero.de\/?page_id=10092"},"modified":"2019-09-14T18:29:59","modified_gmt":"2019-09-14T16:29:59","slug":"eifel-2018","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/pregonero.de\/?page_id=10092","title":{"rendered":"Eifel (2018)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">27. August (Montag)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Als ich schon aus dem Haus bin, gehe ich noch mal in die Wohnung zur\u00fcck: Blasenpflaster vergessen. Daran darf es nicht fehlen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Abfahrt ist um sieben, aber nicht, wie letztes Jahr, per Glockenschlag. Das hat das Blasenpflaster verhindert. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Luft ist feucht und k\u00fchl. Und als ich in der Innenstadt bin, beginnt es zu regnen. Muss ausgerechnet jetzt der sch\u00f6ne Sommer enden? Ausgleichende Gerechtigkeit: Letztes Jahr hatte ich in einem schlechten Sommer sch\u00f6nes Wetter auf der Radtour, dieses Jahr scheint es umgekehrt zu werden. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Auf der anderen Moselseite geht es Richtung Konz. Letztes Jahr ging es in die umgekehrte Richtung, nach Koblenz. Da brauchte man einfach &#8220;nur&#8221; an der Mosel entlang. Diesmal ist es komplizierter. Es soll nach Aachen gehen. Wie genau, wei\u00df ich nicht. F\u00fcr den Anfang wei\u00df ich nur, dass es heute Richtung Echternach geht. Ich habe einen Reisebericht aus dem Internet als Leitfaden, von einer Frau, die denselben Weg gefahren ist &#8211; in umgekehrter Richtung. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Regen wird immer st\u00e4rker. Vor der Saarm\u00fcndung weitet die Mosel sich aus, und der Wind hat so richtig Gelegenheit, sich auszutoben und mir das Leben schwer zu machen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Regen l\u00e4sst f\u00fcr einen Moment nach, als ich kurz vor Igel bin. Hinter einer Hecke auf einem Feld h\u00f6re ich Vogelstimmen, alle durcheinander, klingt anders als sonst. Bald setzt der Regen wieder ein. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Nach einer Stunde habe ich erst zw\u00f6lf Kilometer hinter mir. Nach sechzehn Kilometern bin ich an der Grenze zu Luxemburg, in Wasserbillig. Ich fahre aber nicht nach Wasserbillig rein, sondern durch Langsur durch, und erst dort \u00fcber eine Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke \u00fcber die Grenze. Von jetzt an geht es die Sauer entlang. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Radweg ist sch\u00f6n, auch wenn er parallel zur N 10 verl\u00e4uft. Aber von der ist er durch Mauern, Hecken, Gr\u00fcnfl\u00e4chen oder Leitplanken getrennt. Die Sauer ist ein nat\u00fcrlicher Fluss, mal breiter, mal enger, mal mit Stromschnellen, und mit dichtem Bewuchs an beiden Ufern. Vom Radweg aus sieht man auf den Fluss hinunter. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Regen l\u00e4sst allm\u00e4hlich nach, und nach zwei Stunden Fahrt hat er komplett aufgeh\u00f6rt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Am Wegesrand sehe ich, wie jemand in einem alten Bauernhaus in die Luke zum Getreidespeicher die riesige, schwarz-wei\u00dfe Skulptur einer Dogge eingestellt hat. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es geht st\u00e4ndig leicht bergan, mal durch den Wald, mal durch Orte hindurch oder besser an denen entlang: Moersdorf, Born, Rosport. Die Beschilderung ist hervorragend. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Irgendwo komme ich an einem Fu\u00dfballplatz f\u00fcr die Dorfjugend vorbei: verkleinerte<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">r<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> Platz, Rasen, Tore und Netze. Das war unser Traum als Kind!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann komme ich an eine Kreuzung, von der aus es nach Echternach nur noch drei Kilometer sind. Ich mache es intuitiv richtig und fahre nicht nach Echternach rein, sondern in den Ort hinein. Der hat einen ganz besonderen Namen: Minden! Ich bin schon wieder \u00fcber die Grenze gefahren. Hier geht es \u00fcber eine weitgespannte Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke, und von hier aus geht es an der Pr\u00fcm entlang. Die kommt allerdings selten zum Vorschein, meist geht es mitten durch den Wald. V\u00f6llige Einsamkeit. Man sieht und h\u00f6rt nichts. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann komme ich nach Irrel. Zeit f\u00fcr eine Pause. Ich bin seit drei Stunden unterwegs. Ich lande in einer B\u00e4ckerei, an einem Kreisverkehr gelegen. Hier ist das halbe Dorf versammelt, obwohl es sich nicht um die klassische Dorfb\u00e4ckerei handelt, sondern um die Filiale einer Kette. In meinem Aufzug, kurze Hose, Laufschuhe, verschwitzt, durchn\u00e4sst, ist das vielleicht sogar besser. Ich verziehe mich unauff\u00e4llig in eine Ecke und genie\u00dfe meinen Kaffee und ein St\u00fcck Streuselkuchen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Als ich die B\u00e4ckerei verlasse, spricht <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">ei<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">n Mann mich an, was ich denn da f\u00fcr ein altes Fahrrad h\u00e4tte. Ja, das hat schon bessere Zeiten gesehen. Er ist zum Rauchen vor die B\u00e4ckerei gegangen. Wenn e<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">r<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> den Mund \u00f6ffnet, und das tut er oft, sieht man vorne nur noch einen Zahn, ziemlich schief stehend. So ein Rad habe er fr\u00fcher auch mal gehabt, er wei\u00df sogar die Marke noch (ich kenne noch nicht einmal die Marke meines jetzigen Rads). Dann habe er sich ein Rennrad gekauft, aber mit zu hoher Stange: &#8220;Schwer beim Absteigen&#8221;. Er macht die Bewegung nach, mit der er von dem Rennrad absteigen musste. Dann h\u00e4tte er ein Mountainbike gehabt, jetzt aber ein E-Bike gekauft. Wunderbar w\u00e4re das. Wenn es den Berg rauf gehe, schalte man den Motor ein und alles gehe wie von selbst. W\u00e4re besser so, schlie\u00dflich sei er ja nicht mehr der J\u00fcngste, 58. Versteht man, in <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>dem<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> Alter braucht man nat\u00fcrlich ein E-Bike. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich muss mich auf die Muskelkraft verlassen. Es geht weiter Richtung Pr\u00fcmzurlay. Nach kurzer Suche finde ich den Weg, aber dann: Schreck in fr\u00fcher Morgenstunde: &#8220;Pr\u00fcmtalradweg gesperrt&#8221;. Und jetzt? Ich fahre kurz an der Sperre vorbei, um zu sehen, was los ist. Ergebnis: nix. Man kann ungehindert weiter fahren. Was ich auch tue, mit einem etwas unguten Gef\u00fchl. Eine entgegenkommende Familie gibt mir Auskunft: Ob ich zu den Irreler Wasserf\u00e4llen wolle? Ja, aber noch weiter, nach Pr\u00fcmzurlay. Der Vater z\u00fcckt sein Handy und beruhigt mich: Ja, da sind <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">S<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">ie richtig.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Kurz darauf geht es in den Wald und an den Irreler Wasserf\u00e4llen vorbei. Die h\u00f6rt man, aber man sieht sie nicht. Es geht aus dem Wald heraus, und bald erscheinen auf der rechten Seite gro\u00dfe Hopfenfelder, mit den typischen, hohen, schr\u00e4g stehenden Stangen. Was machen die denn hier? Dann f\u00e4llt der Groschen: Wir sind in der N\u00e4he von Bitburg!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Immer wieder sieht man jetzt auch Apfelb\u00e4ume, einzeln am Rand stehend, in Vorg\u00e4rten, auf Plantagen. Einige fr\u00fchreife sind schon geerntet und stehen in durchsichtigen Plastiks\u00e4cken an den Baumst\u00e4mmen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Jetzt komme ich in die Eifel. So richtig. Es wird ziemlich &#8220;h\u00fcgelig.&#8221; Zwischendurch muss ich immer mal absteigen. Ich schiebe und denke an den Mann mit dem E-Bike. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Beschilderung ist gut, aber nicht an allen Stellen ganz uneindeutig. Oft hat man hier nur das kleine, quadratische Schild mit dem gr\u00fcnen Rad drauf, und nicht immer ist die Richtung klar. Ich fahre ein ganzes St\u00fcck durch Felder hindurch, ohne zu wissen, ob ich richtig bin, aber <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">dann <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">kommt &#8220;Peffingen&#8221;. Richtig. Zu fr\u00fch gefreut. Im Ort angekommen, schiebe ich das Rad ein St\u00fcckchen die Stra\u00dfe links runter und dann rechts rauf, und in dem Moment f\u00e4hrt ein Lastwagen an mir vorbei. Sein Ziel: die Baustelle. Deshalb hie\u00df es in Irrel: &#8220;Pr\u00fcmradweg gesperrt.&#8221; Ich sehe mich riesige Umwege \u00fcber stark befahrene Bundesstra\u00dfen fahren, w\u00e4hrend ich mir das Geschehen auf der Baustelle ansehe. Der Lastwagen steht auf der rechten Spur, auf der linken ein breiter Schaufelbagger, die Stra\u00dfe ist aufgerissen. Dazwischen stehen Bauarbeiter und Ingenieure und beraten. Ich stehe etwas ratlos davor, dann nehme ich allen Mut zusammen, n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">ehme<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> das Rad unter den Arm und trage es am \u00e4u\u00dfersten Stra\u00dfenrand, durch den Matsch, an der Baustelle vorbei, den Blicken der Arbeiter weitgehend entzogen durch den Lastwagen. Nicht ganz, aber sie gucken nur einmal kurz r\u00fcber und sagen nichts. Noch mal gut gegangen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Jetzt habe ich die Landstra\u00dfe ganz f\u00fcr mich alleine. Schlie\u00dflich ist sie ja gesperrt. Es geht bergauf, und zwar ordentlich. Wieder muss ich zwischendurch die Segel streichen und absteigen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann kommt wieder ein Radweg, und zwar schon wieder ein neuer. Jetzt geht es an der Enz entlang. Schon der vierte Fluss nach Mosel, Sauer und Pr\u00fcm. Die Enz entzieht sich aber immer wieder den Blicken, man \u00fcberquert sie aber immer wieder. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es geht auf Neuerburg zu. Die letzten drei, vier Kilometer vor dem Ort geht es \u00fcber die kurvenreiche, viel befahrene Landstra\u00dfe, mit Motorr\u00e4dern und mit Autos, die in geringem Abstand \u00fcberholen. Es geht an einer Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr Verkehrsopfer vorbei, mit frischen Blumen. Ich bin froh, als ich in den Ort komme. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Inzwischen hat wieder Regen eingesetzt, aber es nieselt nur. Ich fahre in die historische Altstadt hinein und halte meine Augen nach einem Hotel offen. Es ist zwar noch fr\u00fch, aber ich habe auch schon eine gute Strecke hinter mir und will kein Risiko eingehen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es ist aber gar nicht so leicht, hier was zu finden. Am Marktplatz gibt es eine Kneipe und ein Caf\u00e9, aber kein Hotel. Ich gehe in das Caf\u00e9 und trinke erst mal einen Kaffee. Der junge Mann, der mich bedient, kennt sich hier auch nicht gut aus und schickt mich auf die Hauptstra\u00dfe. Da g\u00e4be es in beiden Richtungen etwas. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Erm\u00fcdet mache ich mich auf den Weg, finde aber erst gar nichts und dann nur ein Tagungshotel, das mir \u00fcberhaupt nicht gef\u00e4llt. Ich fahre in die andere Richtung und frage einen Anstreicher nach einer Unterkunft. Der sagt mir, Privatzimmer habe es hier fr\u00fcher mal gegeben, aber die habe man in Mietwohnungen umgewandelt. Ich solle weiter fahren, nach Arzfeld. Das w\u00e4ren noch so zehn Kilometer. Er nennt mir sogar den Namen der Pension. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Widerwillig schwinge ich mich aufs Rad und fahre stadtausw\u00e4rts weiter, aber da taucht unmittelbar vor dem Ortsausgang ein Hotel auf, an der Biegung der Stra\u00dfe. Da bekomme ich sofort ein Zimmer, und zwar f\u00fcr den unschlagbaren Preis von 35 \u20ac. Mit Fr\u00fchst\u00fcck! Und ohne Ausweis und vorherige Bezahlung. Schl\u00fcssel einfach so in die Hand gedr\u00fcckt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Das Hotel ist alt und altmodisch, aber irgendwie liebenswert. Es gibt noch WCs auf den Zwischenetagen, wie fr\u00fcher bei unserer Oma. Das Zimmer ist aber aufger\u00fcstet worden und hat auch WC und Dusche. Und ein Waschbecken mitten im Zimmer. Es ist dunkel und hoch, hat einen quietschenden Schrank und schwere Fenstervorh\u00e4nge. Die Dekoration ist bunt gemischt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Als ich wieder nach unten komme, sehe ich wieder vorzeigbar aus. Auf dem Weg in die Stadt komme ich an einem modernen Bronzedenkmal vorbei. Es zeigt oben auf Johannes den T\u00e4ufer in der W\u00fcste, mit einer Wasserschale in der Hand und einer Heuschrecke zu F\u00fc\u00dfen. Barmherzige Passanten haben ihm zwei Kastanien in die Sch\u00fcssel gelegt, um die Nahrungspalette zu erweitern. Am Sockel gibt es Abbildungen von Johannesprozessionen in Neuerburg, aber worin die Verbindung zu Johannes steht, wird nicht klar. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Etwas weiter komme ich an einer r\u00e4tselhaften Sandsteinfigur vorbei, vor einer Arztpraxis stehend. Ein Mann mit einem weiten, ge\u00f6ffneten Umhang und einer rundlichen Kappe auf dem Kopf streichelt mit einer Hand den Kopf des ihm zu F\u00fc\u00dfen sitzenden Hundes, der eine Art Tasche in der Schnauze h\u00e4lt. Durch den ge\u00f6ffneten Umhang kommen allerhand Ger\u00e4tschaften in Sicht, u.a. eine Kneifzange, die der Mann am K\u00f6rper tr\u00e4gt. Erst die Inschrift gibt eine Vorstellung davon, um was es sich handelt: Medicus MDLX. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Nach wenigen Minuten bin ich wieder im Zentrum. Der Marktplatz selbst ist ganz h\u00fcbsch anzusehen, hat aber nichts Besonderes. Der einzige Hingucker ist ein modernes Bronzedenkmal an einem Brunnen. Auf dem Brunnenrand stehen drei Figuren: ein Tubaspieler, ein Funkemariechen, und ein Wanderer. Oben sitzt eine Figur mit Zopf und Kopftuch an einem Webstuhl, es ist ein Mann. Wahrscheinlich sind das alles Anspielungen auf die Vergangenheit von Neuerburg. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich steuere auf der anderen Seite der Hauptstra\u00dfe die Stadtverwaltung an. Da bin ich vorher mit dem Fahrrad vorbeigekommen. In der Stadtverwaltung ist auch das Forstamt untergebracht, und davon muss ich dringend ein Photo machen. Nicht nur, weil das Geb\u00e4ude ganz vorzeigbar ist. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Wieder auf der anderen Seite verliere ich mich ein bisschen in den Gassen, die hier Namen wie <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Op d&#8217;r Kehr<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> haben. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Charakteristisch f\u00fcr den Ort ist die hohe, dunkle Wehrmauer, von der noch Reste bestehen, und das \u00fcber dieser Wehrmauer befindliche Viertel, mit Burg und Kirche. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich gehe mit m\u00fcden Beinen die paar Stufen zur Kirche rauf. Es ist die Pfarrkirche von Neuerburg, und das Patrozinium ist Nikolaus &#8211; nicht Johannes. Die Kirche ist ausgesprochen sch\u00f6n, sp\u00e4tgotisch, mit einem wunderbaren Sterngew\u00f6lbe mit Streben aus dunkelrotem Stein und floralen gemalten Motiven in den Zwickeln. Auch die Empore, mit einer sch\u00f6nen, ziselierten Balustrade, und einige Ausstattungsst\u00fccke sind in Dunkelrot gehalten. Im Chor hinter einer Absperrung steht ein wohl auch originales Taufbecken, mehrfarbig gefasst, mit einem modernen Wasserbecken aus Kupfer, bekr\u00f6nt von einer Arche Noah. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Kirche ist zweischiffig, und das scheint wohl von vornherein so beabsichtigt gewesen zu sein. Ungew\u00f6hnlich. Der Westen sieht ganz anders aus, mit niedrigen, fast auf Bodenniveau angebrachten Fenstern, teils Bullaugen. Warum, ist nicht zu erschlie\u00dfen. Einen Kirchenf\u00fchrer gibt es leider nicht. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Als ich die Kirche verlasse, hat es wieder angefangen zu regnen, und ich fl\u00fcchte mich ein zweites Mal in das Caf\u00e9 am Markt. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Diesmal bestelle ich mir zum Kaffee einen Pflaumenkuchen, mit Sahne nat\u00fcrlich. Schlie\u00dflich habe ich 74 km hinter mich gebracht &#8211; ohne Motor. Es hat aber auch siebeneinhalb Stunden gedauert. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Danach gehe ich nur noch in den Stadtpark mit den (etwas \u00fcbertrieben so genannten) Neuerburger Wasserf\u00e4llen. Auf die Burg verzichte ich und auch auf das Schwarzbildchen, einer in einen Baumstamm eingelassenen Madonnenstatue, die sich im Laufe der Jahre verdunkelt hat. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Am Abend gibt es Essen im Hotel. Der Wirt selbst kocht. Durchwachsen. Aber danach brauche ich nur noch die Treppe rauf!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">28. August (Dienstag)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Tag beginnt mit einem Krankenbulletin. Ich bin beim Fr\u00fchst\u00fcck der erste (und einzige), und der Wirt setzt sich dazu und erz\u00e4hlt mit gro\u00dfer Detailfreude von seinem Herzinfarkt. Als die Kniescheibe dran ist, klingelt gl\u00fccklicherweise das Telefon. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Um halb neun geht es los, anderthalb Stunden sp\u00e4ter als am Tag davor. Es ist kalt und bew\u00f6lkt, aber es regnet nicht. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Nach ganz kurzer Verwirrung am Ortsausgang geht es auf den Radweg, einen gut asphaltierten Weg fern von der Stra\u00dfe. Ich lasse Zweifelscheid links liegen, passiere Jucken und fahre Richtung Bleialf. Was immer man der Eifel vorwerfen mag, Mangel an originellen Ortsnamen geh\u00f6rt nicht dazu. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es geht stetig bergauf, ich fahre in niedrigen G\u00e4ngen und muss mich ordentlich ins Zeug legen. Trotz der K\u00e4lte komme ich ins Schwitzen. Weit und breit ist niemand zu sehen au\u00dfer einer Radfahrerin, die mich \u00fcberholt. E-Bike. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann wird es pl\u00f6tzlich leichter, ich komme ins Rollen und nehme richtig Fahrt auf, eine kurze Strecke geht es mit 30 km\/h weiter. Am Wegesrand erscheinen bunt bemalte Indianer-Totempf\u00e4hle, zu gut, um von Kindern gemalt zu sein. Amateur-K\u00fcnstler?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann kommen an einzelnen B\u00e4umen angebrachte Holzschilder, offensichtlich per Hand gemacht, die den Namen des entsprechenden Baums benennen: Mispel, Quitte, Reneclaude, Nobilis, Speierling, Ohrweide! <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich komme mit einem Ehepaar ins Gespr\u00e4ch, das sich in umgekehrter Richtung abstrampelt, um die Steigung zu bew\u00e4ltigen. Sie fahren dieselbe Strecke, in entgegengesetzter Richtung. Sie sagen, Aachen-Trier w\u00e4re leichter als Trier-Aachen. Bisher w\u00e4ren sie fast nur bergab gefahren. Das sind ja sch\u00f6ne Aussichten! Und sie best\u00e4tigen, was ich auch schon vorher geh\u00f6rt hatte: Es ist nicht so leicht mit der Unterkunft. Dies ist die Eifel, nicht die Mosel. Sie haben auch nichts reserviert, sind aber besser organisiert als ich und telefonieren unterwegs die in Frage kommenden Unterk\u00fcnfte an. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Bei der Weiterfahrt geht mir die Behauptung nicht aus dem Kopf, Aachen-Trier w\u00e4re leichter als Trier-Aachen. Kann das \u00fcberhaupt sein? Vorausgesetzt, beide liegen auf gleicher H\u00f6he. Gesetzt den Fall, ich h\u00e4tte einen steilen Anstieg von einem Kilometer und dann eine sanfte Abfahrt von drei Kilometern, ist das dann leichter oder schwerer als umgekehrt. Was die H\u00f6he betrifft, haben sie allerdings recht: Trier liegt auf 136 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel, Aachen auf 173. Ich muss also wirklich ein ganz klein bisschen mehr Steigung \u00fcberwinden. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Weiter geht&#8217;s, immer den einsamen Radweg entlang. Mal geht es durch den Wald, mal geht es am Waldesrand entlang. Es herrscht eine geradezu unheimliche Stille. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann geht es in einen Ort hinunter und es kommt die von dem Ehepaar bereits angek\u00fcndigte Abfahrt mit 15% Gef\u00e4lle. Radfahrer sollen absteigen. Was ich nat\u00fcrlich nicht tue. Nach hundert Metern ist das Vergn\u00fcgen allerdings schon zu Ende. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">An einem kleinen Fluss mache ich Halt und esse einen Apfel. Nach gut zwei Stunden habe ich gut drei\u00dfig Kilometer hinter mir. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Vor Bleialf kommt dann ein St\u00fcck verw\u00fcsteter Wald, wohl Resultat des Sturms. Abgeknickte \u00c4ste, schr\u00e4g stehende und umgest\u00fcrzte B\u00e4ume und kahle Baumst\u00e4mme auf einem Boden mit vertrockneten \u00c4sten und Nadeln.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">In Bleialf fahre ich in eine B\u00e4ckerei und trinke einen Kaffee. Ein Kunde am Nebentisch spricht von einem Geistlichen, der es ihm angetan hat. Bei seinen Predigten w\u00fcrden immer sehr verschiedene Themen &#8220;durchgeholt&#8221;. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Punkt zw\u00f6lf, zum Angelus-L\u00e4uten, geht es weiter. Kurz nach Bleialf geht es durch einen langen, schlecht beleuchteten Tunnel. Die Fu\u00dfg\u00e4nger machen mit &#8220;Huhu&#8221;-Rufen auf sich aufmerksam. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich bin inzwischen auf dem Eifel-Ardennen-Radweg angelangt und fahre Richtung St. Vith, an der Our entlang, einem traditionellen Grenzfluss im alten Reich, als das Gebiet zu verschiedenen kirchlichen und weltlichen Herrschaften geh\u00f6rte. Die Eifel und die Gebiete um Malmedy und Eupen kamen beim Wiener Kongress zu Preu\u00dfen und damit anschlie\u00dfend an das Deutsche Reich. Vorher hatte das Gebiet zu Frankreich geh\u00f6rt, nach dem 1. Weltkrieg kam es dann zu Belgien. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Und da komme ich jetzt auch hin. Nach einer Wegesbiegung steht das blaue L\u00e4nderschild am Wegesrand: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Belgien<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. Darunter <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Belgique<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. Das hat man versucht, auszukratzen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es \u00e4ndert sich aber nichts au\u00dfer den Hinweisschildern, die jetzt Wei\u00df auf Blau sind. Die Beschilderung ist ausgezeichnet, auf Augenh\u00f6he, \u00fcbersichtlich, mit vielen Ortsangaben, alle zusammen auf einem Schild. Und h\u00e4ufigen Entfernungsangaben. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es wird w\u00e4rmer und w\u00e4rmer. Die letzten Kilometer vor St. Vith werden mir richtig sauer. Immer wieder geht es so steil bergauf, dass ich schieben muss. Ich bin aber auch einfach ersch\u00f6pft. Es geht nur langsam voran. Erst sind es noch 5 Kilometer, dann immer noch 5, dann immer noch 5, dann 4, dann immer noch 4, dann immer noch 4, dann 3, dann immer noch 3, dann immer noch drei, dann 2,6, dann 2,3, dann 1,6. Die Kilometerangaben erfolgen wirklich in so kurzen Intervallen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Hier wird Deutsch gesprochen, und auch die Beschilderung ist auf Deutsch, auch wenn ich unwillk\u00fcrlich das erste Wort franz\u00f6sisch lese, das vor dem Piktogramm eines Fahrrades erscheint: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Ausser. <\/em><\/span><\/span> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Zur Aufmunterung erscheint am Wegesrand in einem Vorgarten eine selbstgebastelte Skulptur aus \u00fcbereinandergestapelten, alten St\u00fchlen, bunt bemalt oder mit abbl\u00e4tternder Farbe. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich schleppe mich ins Zentrum hoch und finde einen Platz im <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Ratskeller<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">, auf dessen \u00fcberdachter Terrasse. Die Versuchung, ein Bier zu bestellen, ist erheblich, aber die Vernunft siegt und es wird Kaffee und Sprudel. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Eigentlich k\u00f6nnte ich hier nach einer Unterkunft suchen. Das w\u00e4re leicht, und der Ort macht einen lebendigen, angenehmen Eindruck. Aber es ist noch sehr fr\u00fch. In der Touristeninformation sagt man mir, ich k\u00f6nne noch nach Waimes weiterfahren. Da w\u00fcrde ich auf jeden Fall was finden. Es sind noch 15 Kilometer. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Beim Verlassen der Touristeninformation f\u00e4llt mein Blick auf ein Schild mit der Aufschrift: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Das Leben ist ein st\u00e4ndiges Geben und Holen. <\/em><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Jetzt, erst jetzt komme ich auf die Vennbahn. Das ist der Radweg, den ich mir urspr\u00fcnglich ausgesucht hatte. Er f\u00fchrt von Aachen nach Troisvi\u00e8rges in Luxemburg, aber von Trier nach Troisvi\u00e8rges zu kommen, erwies sich als zu kompliziert. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Hier ist mehr Betrieb. Fast alle Radfahrer kommen mir entgegen, kaum einer f\u00e4hrt in meine Richtung. Das ist w\u00e4hrend der gesamten drei Tage so. Alle wollen nach Trier!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Landschaft ist hier offener, es gibt mehr Felder und Wiesen, vor allem Wiesen, mit wohlgen\u00e4hrten K\u00fchen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">In Waimes (die deutsche Entsprechung ist Weismes) gestaltet sich die Suche nach einer Unterkunft schwierig. Die Touristeninformation hat montags und dienstags komplett geschlossen. Das finde ich merkw\u00fcrdig, aber merkw\u00fcrdig oder nicht, auf jeden Fall geschlossen. Nach einigem Hin und Her durch den Ort lande ich am Ende in einem Hotel, das ich gleich bei der Einfahrt gesehen hatte: Cyrano. Nicht die Art von Hotel, wo ich gerne \u00fcbernachte. Und hier wird auch abkassiert: 73\u20ac. Plus Kurtaxe! Dass man in diesem unansehnlichen Ort auch noch Kurtaxe bezahlen muss, ist die H\u00f6he. Der Ort hat kein richtiges Stadtbild, nur von schnellen Autos viel befahrene Stra\u00dfen (ist hier nicht Spa in der N\u00e4he?), eine hom\u00f6opathische Apotheke, ein Bekleidungsgesch\u00e4ft f\u00fcr Kinder und ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr Hundefutter. Nicht einmal einen Supermarkt gibt es. Ich muss mein Wasser an der Tankstelle kaufen, f\u00fcr 2,60 \u20ac! Die Kirchenglocken l\u00e4uten zwar sp\u00e4ter, aber die Kirche ist verschlossen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Hier, in Waimes, gerade mal 15 Kilometer von St. Vith entfernt, wird Franz\u00f6sisch gesprochen. \u00dcberall. Immerhin liegt es in Belgien, und da liegen zwei Dinge immer nahe: Pommes und Bier. Die Pommes, obwohl in einer Frittenbude serviert, die etwas sch\u00e4big aussieht und die sich nicht gerade auf Pommes spezialisiert hat, sind wirklich besser als unsere, dick, au\u00dfen knusprig, innen weich. Ob es wirklich am zweifachen Frittieren liegt? Ich habe vor kurzem mal gelesen, dass man auch ein ganz besonderes \u00d6l verwendet. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Das Bier bekomme ich auf einer Terrasse ganz nahe beim Hotel. Ich g\u00f6nne mir das Leffe, erst une blonde, dann une brune. G\u00f6ttlich! Schmeckt nach Karamell, ist aber nicht s\u00fc\u00df. Das Leffe kommt urspr\u00fcnglich aus der Abtei von Leffe. Ob es die noch gibt? Ich genie\u00dfe jedenfalls die Sonne und das Bier und trinke auf das Geburtstagskind: Auf Goethe!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">29. August (Mittwoch)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Am Morgen gibt es nur ein Motto: nix wie weg! Dass es noch nicht einmal Fr\u00fchst\u00fcck gibt, macht die Sache noch einfacher. Schon um sieben bin ich wieder unterwegs. Und es lohnt sich: Es ist ein wunderbarer, sonniger Sommermorgen, mit klarem Licht und k\u00fchler Luft. Ich fahre direkt auf die ganz tief am Horizont stehende Sonne zu, hole tief Luft und f\u00fchle mich richtig gut. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es geht an Faymonville vorbei, bekannt f\u00fcr seine Hecken, die ganze H\u00e4userfassaden oder sogar ganze H\u00e4user imitieren sollen. Davon bekomme ich aber so gut wie nichts zu sehen. H\u00f6chstens mal einen Eingang mit Rundbogen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Einwohner von Faymonville werden von den Einwohnern der Nachbargemeinden als &#8220;T\u00fcrken&#8221; bezeichnet. Und auch sie selbst bezeichnen sich so. Seit Jahrhunderten. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr liegen in der Geschichte verborgen. Eine Vermutung besagt, dass sich die Einwohner von Faymonville sich im 16. und 17. Jahrhundert weigerten, der Reichsabtei Malmedy Steuern zu entrichten, da sie zum Herzogtum Luxemburg geh\u00f6rten. Dieses Verhalten sei als unchristlich angesehen worden. Typisch t\u00fcrkisch eben. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann geht es durch Weiwertz. Der Name soll &#8216;Weiberhaus&#8217; bedeuten und von <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Wiverhus<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> abgeleitet sein. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Aus der Distanz sehe ich einen Raubvogel auf einer alten Ruine sitzen. Als ich n\u00e4her komme, sucht er nat\u00fcrlich das Weite. Die Ruine das Relikt eines alten Wachgeb\u00e4udes f\u00fcr das Personal der Eisenbahn. Es ist gleichzeitig ein Mahnmal f\u00fcr einen belgischen Offizier, dem Korporal Charles Devisser. Das Geb\u00e4ude wurde im Krieg von dem belgischen Radfahrer-Bataillon benutzt. Devisser soll seinen Kameraden die Flucht erm\u00f6glicht haben und selbst schwer verletzt hier liegen geblieben sein. Er starb dann sp\u00e4ter im Krankenhaus. Da stellen sich doch einige Fragen angesichts der Heldengeschichte. Wenn er schwer verwundet am Boden lag, wie konnte er dann seinen Kameraden die Flucht erm\u00f6glichen? Ist er vielleicht selbst nicht gefl\u00fcchtet, weil er verletzt war? Warum sind die Kameraden einfach abgehauen? Und wer hat ihn ins Krankenhaus gebracht? <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Weiter geht es durch sehr sch\u00f6ne Landschaft. Auf einer Weide sehe ich \u00fcberdimensionierte Schafe, die sich als K\u00fche erweisen. Sie haben einen Pelz wie Schafe. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann kommt noch ein Ort mit einem merkw\u00fcrdigen Namen: Kalterherberg. Hier befand sich das erste Bahnhofsgeb\u00e4ude auf der Vennbahn. Ein Gemeindevertreter hatte sich gegen einen Gutsbesitzer durchgesetzt. Die Vennbahn wurde von Aachen aus in einzelnen Streckenabschnitten gebaut. Sie sollte die Kohlereviere um Aachen mit den H\u00fcttenbetrieben in Luxemburg verbinden. Als die Sache einmal Schwung aufgenommen hatte, war hier so viel Betrieb, dass G\u00fcterwagen an Personenwagen angekoppelt werden musste<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. Nach der Stilllegung der Bahn verwandelte man die Trasse in den heutigen Radweg. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ohne es zu merken, bin ich dann pl\u00f6tzlich wieder in Deutschland. Es geht auf Monschau zu, und es ist gerade mal neun Uhr. Ich brauche aber eine geschlagene halbe Stunde, um nach Monschau reinzukommen, teils \u00fcber einen absch\u00fcssigen Schotterweg, auf dem ich mehr Tempo drauf bekomme, als mir lieb ist. Dann kommt eine Umgehungsstra\u00dfe, dann Kopfsteinpflaster. Und dann endlich die \u00e4u\u00dfersten Punkte der Altstadt. Dann schiebe ich das Fahrrad ins Zentrum und dann wieder raus, weil man hier nirgendwo das Fahrrad abstellen kann. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">An einem alten Turm sind ein paar Handwerkerzeichen angebracht und zwei Spinnen. Warum, bleibt ein R\u00e4tsel. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Ort ist noch wie verschlafen, aber das \u00e4ndert sich bald. Die Senfm\u00fchle, erfahre ich in der Touristeninformation, befindet sich 25 Minuten au\u00dferhalb. Vorher bin ich lediglich an einem Laden vorbeigekommen, der den dort produzierten Senf verkauft: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Senfonie<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Auf dem Weg in die Innenstadt liegt das Restaurant <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Montjoie<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. Das ist wohl der alte Name des Ortes, aus dem sich das verballhornte deutsche <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Monschau<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> ableitet. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Monschau ist ein wirklich sch\u00f6ner Ort, geradezu ein Vorzeigeort mit Fachwerk und Schiefer, mit einem Gewirr schmaler Gassen, ganz unten tief im Tal an der Rur gelegen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Rur flie\u00dft auch am Rande des Marktplatzes entlang, da, wo ich die obligatorische Pause in einem Caf\u00e9 einlege. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Reichtum Monschaus verdankt sich den Tuchmachern, protestantischen Tuchmachern, die aus dem katholischen Aachen ausgewiesen worden waren und dann im F\u00fcrstentum J\u00fclich Zuflucht fanden. Hier, in Monschau, fanden sie ideale Bedingungen vor: das Wasser der Rur, die Schafherden des Venn und den Torf der Eifel als nat\u00fcrliche Bedingungen und eine verarmte Bev\u00f6lkerung als billige Arbeitskr\u00e4fte. Die B\u00fcrgerh\u00e4user des Ortes lassen den ehemaligen Reichtum noch erkennen. Heute lebt der Ort eindimensional vom Tourismus, und das gibt ihm auch ein ganz klein bisschen etwas Unechtes. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich gehe noch kurz in die Evangelische Stadtkirche, sehr protestantisch, ganz in Wei\u00df, mit schmucklosen Fenstern und der Kanzel in exponierter Position: direkt hinter dem Altar. Die Kirche liegt direkt an der Rur, ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt. Die Kirche ist bekr\u00f6nt von einem goldenen Schwan. Das hat folgende Bewandtnis: Als Jan Hus in Konstanz verurteilt wurde, sagte er, in Anspielung auf seinen tschechischen Nachnamen: &#8220;Heute bratet ihr eine Gans. Aber aus der kann ein Schwan werden.&#8221; Der Schwan stammt aus einer Kirche in K\u00f6ln, die durch einen Eisgang zerst\u00f6rt wurde. Die Monschauer kauften den unzerst\u00f6rt gebliebenen Schwan. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Wenn der Weg nach Monschau rein umst\u00e4ndlich war, der Weg aus Monschau raus wird schwei\u00dftreibend. Jetzt geht es drei Kilometer st\u00e4ndig steil bergan, bis ich wieder auf der Vennbahn bin. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Um elf Uhr geht&#8217;s weiter. Statt der laut Radwanderf\u00fchrer ausgewiesenen 45 km sind es noch 49 km nach Aachen (jeder Kilometer z\u00e4hlt), und es geht bergauf und nicht bergab, wie es nach dem Profilbild in dem Radwanderf\u00fchrer ausgesehen hatte. Ich lege mich aber ins Zeug und fahre zwischen Nadelb\u00e4umen auf beiden Seiten her, und bald sind es nur noch 40 km. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es wird jetzt deutlich lebendiger. Immer wieder kreuzt eine Stra\u00dfe den Radweg, und am Rande des Weges tauchen kleine Siedlungen auf, meist aus Einfamilienh\u00e4usern bestehend. Dann geht es bergab, fast unmerklich, aber ich komme richtig in Schwung, und auch das Trampeln im siebten Gang (meinem h\u00f6chsten) f\u00e4llt nicht schwer. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">In dem Moment, wo mir nach einer Pause zumute ist, taucht rechts die Wanderbar auf, direkt am Radweg. Sie hat einen kleinen Garten mit B\u00e4nken unter Sonnenschirmen. Am Eingang eine Tafel mit der Aufschrift: &#8220;Gemeinsam gegen die Massenbierhaltung. Befreien Sie das Bier aus den Flaschen!&#8221; <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich tanke auf mit Wasser und Kaffee. Ohne Bier. Und breche p\u00fcnktlich mit dem Angelus-L\u00e4uten aus der Kirche von Roetgen auf. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Danach lasse ich es ganz gem\u00e4chlich gehen. Ich fahre in einem mittleren Gang, ohne mich sonderlich anzustrengen. Das Ziel ist nahe, und es ist noch genug Zeit \u00fcbrig.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Am Rande des Weges sieht man jetzt h\u00e4ufiger Relikte der alten Bahnlinie: Signale, Hinweisschilder, Schienen, Warteh\u00e4uschen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">In einem alten Bahnhofsgeb\u00e4ude hat sich ein Gesch\u00e4ft niedergelassen, das den Namen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Bahnhofsvision<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> tr\u00e4gt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Pl\u00f6tzlich ist man wieder in Belgien, in Raeren, ohne es zu merken. Streng genommen ist man die ganze Zeit in Belgien, denn die gesamte Trasse geh\u00f6rt, auch wenn sie durch Deutschland verl\u00e4uft, zu Belgien. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Es schwirrt jetzt allerhand Fliegenzeug im Kleinformat durch die Luft, und man muss versuchen, dass m\u00f6glichst wenig davon in Mund, Nase und Augen landet. Gar nicht so einfach. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann verschwindet die Sonne, der Himmel zieht sich zu, und Wind kommt auf. Anzeichen des angek\u00fcndigten Gewitters? Dann m\u00fcsste ich sofort abbrechen. Dann fallen auch schon die ersten Tropfen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Bei der \u00dcberquerung einer Stra\u00dfe tauchen Schilder in zwei Richtungen auf: Aachen 25 km, Aachen 20 km. Ich bleibe auf der Vennbahn, auch wenn es die l\u00e4ngere Distanz ist. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich lege mich noch einmal ins Zeug, und bald sind es nur noch 14,6, dann wieder 15,1 km. Es geht \u00fcber die Autobahn und durch ein wenig ansehnliches Viertel, aber dann wird es wieder sch\u00f6n. Der Weg f\u00fchrt durch eine park\u00e4hnliche Anlage, ein bisschen wie die Promenade in M\u00fcnster. Die B\u00e4ume auf beiden Seiten ber\u00fchren sich oben und bilden ein Dach. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann wird es einstellig: 7 km. Bei Kilometer 3 ist man dann pl\u00f6tzlich mitten in einer Gro\u00dfstadt. Ich folge den Schildern Richtung Bahnhof. Das erste Ladenzeichen, das ich sehe ist: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Sarg Werner<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. Willkommen in Aachen!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Das n\u00e4chste Schild ist verhei\u00dfungsvoller: Hotel. In unmittelbarer N\u00e4he zum Bahnhof und ein paar Gehminuten von der Innenstadt entfernt. Optimal. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die freundliche Dame an der Rezeption bewahrt trotz meines Aussehens die Contenance und weist mir einen Platz in der Garage zu, wo ich das Fahrrad abstellen kann. Geschafft! Nach 238 Kilometern bin ich am Ziel. Und es ist gerade mal zwei Uhr. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Mein erster Weg danach f\u00fchrt mich zum Bahnhof, wo ich die Fahrkarte f\u00fcr die R\u00fcckfahrt am n\u00e4chsten Tag l\u00f6se. Dann geht es in die Innenstadt, die Theaterstra\u00dfe zum Theater hinunter. Auf dem Vorplatz vor dem Theater steht auf einem Sockel ein Pferd, der &#8220;Fr\u00f6hliche Hengst&#8221;, wie ich sp\u00e4ter in der Touristeninformation erfahre. Was aber das Pferd mit dem Theater zu tun hat, kann man mir dort auch nicht sagen, nur, dass Aachen eine &#8220;Pferdestadt&#8221; sei. Auch vor dem Bahnhof steht eine Skulptur mit Pferden. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Die Inschrift am Giebelfeld des Theaters gibt mir ein R\u00e4tsel auf: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Musagetae Heliconiadumque Choro. <\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Da muss das Internet her: &#8216;<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dem Musenf\u00fchrer und dem Chor der Helikoniaden&#8217;. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ein paar Schritte weiter befindet sich der Elisenbrunnen, der wichtigsten Reminiszenz an Aachen als traditionellem Kurort. An Tafeln sind die Ber\u00fchmtheiten aufgelistet, die hier das schwefelhaltige Wasser getrunken haben. Aachen ist auch heute noch Kurort, und bei der Touristeninformation best\u00e4tigt man mir, dass man auf den Namen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Bad Aachen<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> nur deshalb verzichte, weil man dann im Alphabet nach hinten r\u00fccken w\u00fcrde. Allerdings ist es gar nicht klar, wie lange Aachen \u00fcberhaupt noch Kurort bleibt. Wer dar\u00fcber befindet, wei\u00df man dort auch nicht. Wohl aber, dass die Nachfrage in den letzten Jahren stark r\u00fcckl\u00e4ufig ist. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Auf dem Platz vor dem Elisenbrunnen steht eine moderne Skulptur aus schr\u00e4g stehenden Streben. Ich dachte erst, sie w\u00fcrde die runde Form des Elisenbrunnens aufgreifen, aber sie ist oval und ist der Rahmen f\u00fcr einen kurzen Spaziergang durch Aachens Vorgeschichte. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">F\u00fcr mich wichtiger ist das Caf\u00e9 Elisenbrunnen, gleich daneben, ein Caf\u00e9 der klassischen Art, mit Bedienung und Geschirr aus Porzellan. Man kann trotz des Regens drau\u00dfen sitzen. Trotz der Wespen bestelle ich einen Blechkuchen mit Sahne. Erste Klasse!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Nicht weit entfernt vom Elisenbrunnen befindet sich das Klenkes-Denkmal. Drei schlanke Figuren, im Kreis angeordnet, eine weibliche, zwei m\u00e4nnliche, erheben den kleinen Finger, den Klenkes, zum <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Aachener Gru\u00df<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. Der Gru\u00df stammt aus der Zeit, als Aachen eine wichtige Tuchfabrikation besa\u00df. Das schloss auch die Herstellung von Nadeln ein. Die Arbeiter, die dort besch\u00e4ftigt waren, sortierten mit einer Bewegung des kleinen Fingers die M\u00e4ngelexemplare aus. Daher kommt der <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Aachener Gru\u00df<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">, heute noch verwendet, wenn sich Aachener Autofahrer begegnen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Dann geht es zum Dom. Der Innenraum ist, wie immer, eindrucksvoll, obwohl es heute noch dunkler als sonst ist. Nicht immer ist einfach zu entscheiden, welche Teile original sind und welche aus der Restaurierung des 19. Jahrhunderts stammen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Original sind auf jeden Fall die 32 antiken S\u00e4ulen des Zentralraums, S\u00e4ulen, die von Karl aus Italien nach Aachen gebracht wurden. Es sind 32, weil sie im Doppelpack auftreten und sich auf zwei Geschosse verteilen. Die Grundzahl ist also die 8, und die tritt hier immer wieder auf, in den 8 Segmenten des Mosaiks der Kuppel, in den 8 Toren des Barbarossa-Leuchters, die die Tore der himmlischen Stadt darstellen, und auch in der sp\u00e4ter angebauten, achteckigen Ungarn-Kapelle. Auch ein sch\u00f6ner Leuchter, der im Narthex h\u00e4ngt, ist achteckig. Das Vorbild f\u00fcr das Achteck, aber auch das Vorbild ganz allgemein ist Ravenna. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Der Chorumgang und damit die Strahlenkranzmadonna, vor allem aber der Karlsschrein, ist abgesperrt und kann nur im Rahmen einer Besichtigung betreten werden. Also belasse ich es bei dem kurzen Besuch und gehe wieder nach drau\u00dfen. Inzwischen hat es aufgeh\u00f6rt zu regnen. Und es kommt sogar einen Moment die Sonne raus. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ein italienisches Lokal hei\u00dft Al Triangolo. Und das ist kein Zufall. Denn das Dreieck ist das wichtigste Charakteristikum des Stadtplans von Aachen. Mehrere Pl\u00e4tze sind dreieckig und laufen an einem Ende spitz zu. Das kommt aus der Vermischung zweier Prinzipien bei der Stadtplanung, die quer zueinander verlaufen, der r\u00f6mischen Nord-S\u00fcd-Ausrichtung und der karolingischen Ost-West-Ausrichtung. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Unter dem merkw\u00fcrdigen Namen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Plum&#8217;s Kaffee<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> fungiert der Inschrift zufolge &#8220;Deutschlands \u00e4lteste Kaffeer\u00f6sterei&#8221;. Plum ist der Name des urspr\u00fcnglichen Besitzers. Dass Aachen beim Kaffee (wie auch beim Kakao) in Deutschland ganz vorne mit dabei war, ist durchaus einleuchtend, einmal durch die N\u00e4he der Niederlande, einmal durch den Prinzen Eugen, den &#8220;T\u00fcrkenbezwinger&#8221;. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Etwas weiter komme ich an einem kleinen Laden mit dem Namen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Schlips und Kragen<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"> vorbei. Origineller Name, aber kaum zeitgem\u00e4\u00dfe Ware. Folgerichtig wird die baldige Gesch\u00e4ftsaufgabe angek\u00fcndigt. Schade eigentlich. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Ich sehe mir noch das Rathaus und die umliegenden Geb\u00e4ude an, und dann komme ich noch an einem runden Brunnen vorbei, um den herum sich verschiedene Gestalten reihen. Was das soll, erschlie\u00dft der Name: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Der Kreislauf des Geldes<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">. In den Kreislauf des Geldes sind ein raffinierter Zwischenh\u00e4ndler, ein geldgieriger Kapitalist, ein Kind, das zu einem Erwachsenen aufsieht, eine Frau mit einem B\u00fcndel unter dem Arm eingebunden und, am anderen Ende des Brunnens, ein Bettler, der flehend die H\u00e4nde ausstreckt in Richtung auf die unerreichbaren Figuren am anderen Ende des Brunnens. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Aachen h\u00e4tte nat\u00fcrlich noch viel mehr zu bieten, aber dies ist schlie\u00dflich eine Radtour. Und die geht am Abend im Brauhaus zu Ende, mit einem sehr schmackhaften lokalen, unterg\u00e4rigem Bier: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>\u00d6cher Lager. <\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">Und damit sto\u00dfe ich auf das Geburtstagskind an: Auf Ottilie aus den <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\"><em>Wahlverwandtschaften<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Bookman Old Style, serif;\">!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27. August (Montag) Als ich schon aus dem Haus bin, gehe ich noch mal in die Wohnung zur\u00fcck: Blasenpflaster vergessen. Daran darf es nicht fehlen. Die Abfahrt ist um sieben, aber nicht, wie letztes Jahr, per Glockenschlag. 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