{"id":10513,"date":"2019-09-21T20:19:35","date_gmt":"2019-09-21T18:19:35","guid":{"rendered":"http:\/\/pregonero.de\/?page_id=10513"},"modified":"2019-09-21T20:22:44","modified_gmt":"2019-09-21T18:22:44","slug":"bodensee-2019","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/pregonero.de\/?page_id=10513","title":{"rendered":"Bodensee (2019)"},"content":{"rendered":"\n<p>16.\nSeptember (Montag)<\/p>\n\n\n\n<p>Das\n<em>Storchennest<\/em>,\nunsere Unterkunft, etwas abseits des Bodensees gelegen, ist ein\nSchmuckst\u00fcck: Die Einrichtung, die Ausstattung, die Ger\u00e4umigkeit,\ndie Gastwirtin \u2013 man w\u00fcsste gar nicht, wo man Punkteabzug geben\nk\u00f6nnte. Hier\ngestern nach einer\netwas umst\u00e4ndlichen Fahrt anzukommen,\nwar eine Wohltat. Als\nwir die M\u00f6bel der\nWohnung bewundern,\nmodern und traditionell gleichzeitig,\nverr\u00e4t\nuns die Wirtin das\nGeheimnis: \u201eMein Mann ist Schreiner.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nist f\u00fcr die Verwaltung zust\u00e4ndig und beklagt, dass kein Weg mehr an\nden Portalen vorbei f\u00fchrt. Sie wird sonst einfach nicht gefunden.\nDas Portal, \u00fcber das wir gebucht haben, kassiert 10% und ein\nweiteres, zwischengeschaltetes, weitere 15%. Da wundert man sich,\ndass die Wohnung trotzdem so kosteng\u00fcnstig ist. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zu\nunserer \u00dcberraschung haben wir auf der Fahrt gestern irgendwo die\nDonau \u00fcberquert. Die war da noch ein kleines Fl\u00fcsschen. Die\nbekannteste Stadt auf dem Weg war Ravensburg. Eigentlich war der Tag\nzu schade, um ihn im Auto zu verbringen. Aber entsch\u00e4digt wurden wir\ndann am Abend in einem Lokal in einem Nachbardorf, wo man auf der\nTerrasse sitzen und essen konnte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nfreundliche Bedienung erkl\u00e4rt uns, sie h\u00e4tten zu einer Notl\u00f6sung\ngegriffen, die sich bew\u00e4hrt hat: Nur freitags, samstags, sonntags\nge\u00f6ffnet. Es kommen genauso viel wie sonst die ganze Woche \u00fcber. \n<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend\ndes Essens entspinnt sich ein intensives Gespr\u00e4ch \u00fcber das Duzen\nund Siezen, insbesondere \u00fcber den Gebrauch von <em>Ihr<\/em>\nim Singular. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\nder R\u00fcckfahrt in die Wohnung am Horizont ein feuriges  Abendrot. Wir\nk\u00f6nnen uns nicht einigen, ob das der Volksweisheit gem\u00e4\u00df ein gutes\noder ein schlechtes Omen ist. Jedenfalls sollen die Temperaturen im\nLaufe der Woche fallen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Heute\nsteht als erstes Salem auf dem Programm. Erstens weil es nahegelegen\nist, zweitens weil weder Dede noch ich es kennen von fr\u00fcheren\nBesuchen am Bodensee.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nfahren an Maisfeldern und Sonnenblumenfeldern vorbei. Die Weser l\u00e4sst\ngr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nSalem gibt es eine F\u00fchrung. Gut gemacht, sehr kompakt, mit einer\nMenge an\nInformationen und Eindr\u00fccken, und das alles in neunzig Minuten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst\nstehen wir an einem Bach, dessen Namen Dede heimatliche Gef\u00fchle\nverursacht: <em>Aach<\/em>.\nDieser Bach, und Wasser \u00fcberhaupt, ist eine der f\u00fcnf Grundlagen des\nReichtums der alten Zisterzienserabtei. Das Gel\u00e4nde wurde\ntrockengelegt, der Bach kanalisiert, Regenwasser wurde gesammelt, es\nwurden Speicherseen angelegt, als Basis f\u00fcr die Fischzucht. Es gab\nunterschiedliche Becken, solche mit Frischwasser f\u00fcr Forellen,\nSaiblinge und \u00c4sche, solche mit n\u00e4hrstoffhaltigem Wasser f\u00fcr\nKarpfen, Hechte und Aale. Da die Zisterzienser im Prinzip Vegetarier\nwaren, kam durch den Verkauf der Fische viel Geld in die Kasse des\nOrdens, der sich der Demut, Armut und Bescheidenheit verschrieben\nhatte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nanderen S\u00e4ule des Reichtums der armen M\u00f6nche waren Ackerbau und\nViehzucht, Weinanbau, Ablassbriefe und L\u00e4ndereien. Die\nzweitgeborenen S\u00f6hne von Adeligen wurden oft in ein Kloster\ngesteckt, wobei man als Begr\u00fc\u00dfungsgeschenk ein St\u00fcck Land\nmitbrachte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nhistorische Abriss ist folgenderma\u00dfen: 1134\nwurde dem Orden das Land geschenkt, 1137 wurde das Kloster gegr\u00fcndet.\nWie viele M\u00f6nche braucht man, um ein Kloster zu gr\u00fcnden? Mehrere\nvon den G\u00e4sten wissen die Antwort: 12. Das Kloster wuchs, und die\nVerena-Kapelle wurde durch eine gotische Kirche ersetzt. Dann kam, im\n18.\nJahrhundert, der verheerende Brand. Alle Geb\u00e4ude au\u00dfer der Kirche\nwurden zerst\u00f6rt. Alle wurden in k\u00fcrzester Zeit wiederaufgebaut. Was\nwir heute sehen, stammt aus dieser Zeit, au\u00dfer der Kirche. Im Zuge\nder S\u00e4kularisierung wurde das Kloster aufgel\u00f6st. Der\ngesamte Komplex wurde von den Prinzen von Baden aufgekauft (einem\nGeschlecht, dem auch der letzte Reichskanzler vor dem 1. Weltkrieg\nentstammte). Das katholische Kloster fiel in protestantische H\u00e4nde.\nHeute geh\u00f6rt alles dem Land Baden-W\u00fcrttemberg.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndem gro\u00dfen Gel\u00e4nde stehen ebenfalls gro\u00dfe Geb\u00e4ude: die alte\nApotheke, die Pr\u00e4latur, die Pferdest\u00e4lle, das Pfarrhaus, das\nInternat, die Kirche. Die ist au\u00dfen einfach gehalten, ohne\nWasserspeier, ohne Kirchturm, ohne Buntglas, mit wenigen\nVerzierungen. Die auff\u00e4lligste davon ist die <em>Salemer\nBlase, <\/em>ein\nmandelf\u00f6rmiges Ma\u00dfwerkfenster. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Innen\nsieht es anders aus. Die Kirche wurde von einem der \u00c4bte, Anselm\nII.,\nrunderneuert,\nklassizistisch.\nAn jedem Pfeiler steht ein Altar, und es wimmelt nur so von\nSkulpturen.\nDie auff\u00e4lligsten sind die riesigen Apostelfiguren\nim Langhaus. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nFarben\nsind eher ged\u00e4mpft. Was ist denn das f\u00fcr ein Material? Unser F\u00fchrer\nantwortet, bevor jemand die Frage stellt: Alabaster. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Um\nden Chor herum gruppieren sich vier wichtige Standbilder, darunter\ndas von Bernhard von Clairvaux und das des Bischofs von Salzburg. Zu\ndessen F\u00fc\u00dfen steht ein rundliches Gef\u00e4\u00df. Das steht symbolisch f\u00fcr\ndas Gastgeschenk, das er mitbrachte, als er das Kloster besuchte. Was\nk\u00f6nnte wohl darin gewesen sein? Nein, weder Gold noch Geld. Er kam\nschlie\u00dflich aus Salzburg. In\ndem Gef\u00e4\u00df war Salz. Er brachte aber nicht etwa nur einen Topf Salz\nmit, sondern das an Salem ausgestellte Patent, die Saline von\nHallein zu betreiben.  Zu Bernhards F\u00fc\u00dfen ein Bienenkorb. Hat der\nHonig mitgebracht? Nein, er war ja auch schon l\u00e4ngst tot. Der\nBienenkorb, und damit der Honig, steht f\u00fcr Bernhards Redegabe. Er\nkonnte so wunderbar &#8220;s\u00fc\u00df&#8221; reden. Das galt damals\nwohl\nals positiv. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Aus\nder Kirche hinaus gehen wir durch einen Seiteneingang. Der f\u00fchrt in\nden Kreuzgang. Von dem sehen wir nur zwei G\u00e4nge, beide mit \u00e4hnlich,\naber doch auch anders dekorierten Decken. Die erste ist auff\u00e4lliger,\nschwerer, die zweite leichter, verspielter, aber die Zierelemente\nunterscheiden sich nicht so sehr. Hier haben zwei K\u00fcnstler, Vater\nund Sohn, ihre Handschrift hinterlassen, der eine dem Barock, der\nandere dem Rokoko verpflichtet. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\ndiesem Teil befinden\nsich die heutigen Schulgeb\u00e4ude. Die Schule ist nicht ganz billig,\n4.000 \u20ac pro Monat. Etwa ein Drittel der Sch\u00fcler bekommt ein\nStipendium, die anderen sind Kinder wohlhabender Eltern. Zu den\nAbsolventen von Salem z\u00e4hlen Richard v. Weizs\u00e4cker, August Oetker,\nGolo Mann, Hildegard Hamm-Br\u00fccher, Prinz Philip von England, K\u00f6nigin\nSofia\nvon Spanien, K\u00f6nig Konstantin von Griechenland und K\u00f6nigin Sylvia\nvon Schweden.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwird auf eine umfassende Ausbildung Wert gelegt. Das hei\u00dft, man muss\nnicht nur die klassischen Schulf\u00e4cher belegen, sondern auch\nKenntnisse in einem Handwerk wir der Druckgrafik erwerben und in\neinem sozialen Bereich wie dem Sanit\u00e4rdienst.   \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nkommen in den ehemaligen Speisesaal. Der ist sch\u00f6n dekoriert und war\nals einziger Raum im ganzen Kloster beheizt, durch einen Kachelofen.\nAlle Kacheln sind bemalt, mit Motiven aus der Bibel und aus dem\nKlosterleben. Man sieht unter anderem Ordensleute in wei\u00dfen und\nandere in braunen Kutten, M\u00f6nche und Br\u00fcder. Immer wieder betont\nunser F\u00fchrer den wichtigen Unterschied zwischen den beiden und wie\nsehr die M\u00f6nche von der Knochenarbeit der Br\u00fcder profitierten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Essen\ngab es zweimal am Tag, um 11 Uhr und um 17 Uhr.  Zum Gebet in die\nKirche ging es um ersten Mal um 2 Uhr, und dann siebenmal im Laufe\neines Tages. Bei der ersten Mahlzeit waren die Ordensleute also schon\n9 Stunden auf den Beinen! Das Essen war weitgehend vegetarisch,\nobwohl Fisch vorkam, und auch Biber gab es, denn der schwamm im\nWasser und so konnten seine Beine als Flossen und\ner als Fisch interpretiert\nwerden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nder \u00dcbernahme des Klosters durch die Prinzen von Baden wurde aus dem\nSpeisesaal eine Kirche. Die Protestanten hatten keinen eigenen\nKirchenraum. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dann\nkommt die Bibliothek.\nSie ist\nheute mit ganz normalen B\u00fcchern best\u00fcckt, die jeder ausleihen kann.\nAllerdings k\u00f6nnen sie nur hier vor Ort, im Lesesaal,\ngelesen werden. Die Best\u00e4nde der alten Bibliothek wurden von den\nneuen Besitzern verkauft, meist nach Heidelberg, an die Universit\u00e4t.\nDie\nB\u00fccher waren den protestantischen Besitzern vermutlich ideologisch\nein Dorn im Auge. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAmtsr\u00e4ume des Abtes kommen eher denen eines F\u00fcrsten gleich. Ein\naufw\u00e4ndig eingerichteter Raum reiht sich an den anderen. Am Eingang,\nwo der Sekret\u00e4r pr\u00fcfte, ob man \u00fcberhaupt zugelassen w\u00fcrde, ein\ndramatisches Gem\u00e4lde des in Flammen stehenden Salem. Heute gibt es\nan jeder Ecke Feuerschutzma\u00dfnahmen. Und\nes gibt ein Feuerwehrmuseum. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\nbesonders auff\u00e4lliges Ausstattungsst\u00fcck der R\u00e4ume ist ein\nSchreibtisch. Auf dem liegen verschiedene Schreiben und\nSchreibwerkzeuge. Aber nur scheinbar. Sie sind in die Oberfl\u00e4che in\nden Stuckmarmor eingearbeitet, t\u00e4uschend echt, in einer besonderen\nTechnik, der Scagliola-Technik. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zum\nAbschluss gibt es noch einen Trompetensto\u00df: den Kaisersaal. Der\nwurde f\u00fcr den Besuch des Kaisers eingerichtet. Einen solchen Besuch\nhat es aber nie gegeben. An den Seitenw\u00e4nden abwechselnd die Statuen\nvon Kaisern und die B\u00fcsten von P\u00e4psten, in den Ecken Medaillons,\ndie an alte Reiche erinnern, das persische, das griechische\nAlexanders\ndes Gro\u00dfen, das r\u00f6mische C\u00e4sars usw. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Erstaunlich,\nwas der F\u00fchrer alles in die neunzig\nMinuten hineingepackt\nhat. Wir m\u00fcssen das erst mal sacken lassen und machen Pause in einer\nGartenwirtschaft, gleich vor der Alten Apotheke von Salem.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Vier\nRadfahrer, die gerade in den Garten kommen, gr\u00fc\u00dfen freundlich,\neiner mit dem Emblem der einen Borussia, ein anderer mit dem Emblem\nder anderen Borussia auf dem Trikot. Ob das denn gut gehe, wollen wir\nwissen. Klar, sie seinen Anh\u00e4nger, aber keine Fanatiker. Und zur\nSicherheit bilden die beiden anderen einen Puffer zwischen den\nbeiden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nmachen uns zu Fu\u00df auf den Weg nach Birnau, \u00fcber den Pr\u00e4latenweg.\nMan darf annehmen, dass die Pr\u00e4laten nicht zu Fu\u00df gingen, sondern\nin ihren Wagen \u00fcber den breiten Weg gefahren wurden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dede\npfl\u00fcckt sich einen Apfel und bei\u00dft tapfer hinein, auch wenn man ihr\nansieht, dass er sauer ist. Sp\u00e4ter ernten wir ein paar Weintrauben.\nDie sind lecker und s\u00fc\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nWegesrand Kastanienb\u00e4ume, von einer Krankheit befallen, die einen\nmehr, die anderen weniger. Sie h\u00e4ngen zwar voller Fr\u00fcchte, aber\nihre Bl\u00e4tter sind r\u00f6tlich-braun, trocken und kr\u00e4useln sich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nWeg ist hervorragend ausgeschildert, mit Richtungsangaben und\nEntfernungsangaben. Dann aber stehen wir pl\u00f6tzlich im Wald an einer\nGabelung. Kein Schild zu sehen. Rechts oder links? Wir m\u00fcssen  das\nHandy zu Hilfe nehmen. Das schickt uns in die richtige Richtung, aber\nvom Pr\u00e4latenweg sind wir offensichtlich abgekommen. Bald geht es an\nder Landstra\u00dfe entlang. Aber alles hat seine guten Seiten. Erst\nsehen wir Habichte majest\u00e4tisch \u00fcber ein Feld kreisen, dann ein\nkurioses Verkehrsschild, dass keiner von uns beiden je gesehen hat,\nein Piktogramm, das einem sagt: <em>Vorsicht,\ntief fliegende St\u00f6rche!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Unterwegs\nerfahre ich, dass die lilafarbenen Str\u00e4ucher, die ich schon auf dem\nWeserradweg immer wieder gesehen habe, Unkraut\nist, ein\neingewanderter Strauch, der sich \u00fcberall verbreitet. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nHitze macht uns zu schaffen. Es geht \u00fcber einen schattenlosen Weg,\nder kurz vor Birnau noch mal ordentlich ansteigt. Dann entdeckt Dede\nin der Ferne hinter einem Baum den Kirchturm von Birnau. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dann\nkommt,\netwas hoch gelegen, ein gr\u00f6\u00dferes Weinfeld in Sicht. Das d\u00fcrfte\nauch dem Kloster Salem geh\u00f6ren. Die Weinst\u00f6cke h\u00e4ngen voller\nreifer Trauben. Dede beobachtet sp\u00e4ter, wie Arbeiter im Weinberg des\nHerrn das Laub der Weinst\u00f6cke entfernen. Das ist wahrscheinlich eine\nVorbereitung auf die Weinlese. Die m\u00fcsste unmittelbar bevorstehen.\nHier kann vermutlich maschinell geerntet werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Vor\nden Weinst\u00f6cken haben die M\u00f6nche ein Schild angebracht: \u201eLiebe\nHundebesitzer! Vielen Dank, dass Sie die Hinterlassenschaften Ihres\nHundes eint\u00fcten. Sollten Sie beabsichtigen, die vollen T\u00fcten wieder\nbei uns in der Anlage zur\u00fcckzulassen, h\u00e4ngen Sie doch bitte einen\nZettel mit Ihrer Adresse dran. Wir liefern den Kot dann portofrei an\ndie Haust\u00fcre.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dann\nkommen zwei Dinge gleichzeitig in Sicht, die das Herz erfreuen: der\nBodensee und eine Gartenwirtschaft. Von der aus hat man\neinen\nsch\u00f6nen Blick auf den im Dunst liegenden See, auf dessen Wasser sich\ndie Sonne spiegelt. Man kann Land sehen, aber wir sind nicht sicher,\nob es das gegen\u00fcberliegende Ufer ist. Vermutlich ja. Dann m\u00fcsste\ndort Konstanz liegen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\ngenie\u00dfen die Pause und den Blick auf den See. Dede bleibt bei ihrem\nalkoholfreien Bier, ich g\u00f6nne mir ein Glas Wei\u00dfwein, einen\nM\u00fcller-Thurgau, aus der Gegend. Der schmeckt mit jedem Schluck\nbesser. \n<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\ndie Wallfahrtskirche von Birnau, die fr\u00fcher auch zu Salem geh\u00f6rte,\nhaben sich die M\u00f6nche einen perfekten Ort ausgesucht: ein etwas\nerh\u00f6ht liegendes Plateau mit direktem Blick auf den See. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nKirche ist genordet. Ganz ungew\u00f6hnlich. Die \u00c4bte fanden, dass die\nFassade auf jeden Fall auf den See schauen m\u00fcsse. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nKirche ist l\u00e4nglich, rosafarben gehalten, mit einem Querbau, in dem\nheute unter anderem ein Souvenirgesch\u00e4ft untergebracht ist. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Von\nder relativen Schlichtheit des Au\u00dfenbaus ist innen nichts zu merken.\nHier regiert der Barock. Der Raum ist \u00fcber und \u00fcber dekoriert, mit\nPutten und Gem\u00e4lden und Schnitzwerk, aber die Farben sind etwas\ngedeckter, erdfarben, als bei uns in Paulin. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nhier regiert Maria. Ihr ist die Kirche geweiht. Sie erscheint in zwei\ngro\u00dfen Deckengem\u00e4lden, der Empf\u00e4ngnis \u2013 ein Pfeil f\u00fchrt vom\nHeiligen Geist auf ihren Leib \u2013 und der Himmelfahrt, wo sie mit\nK\u00f6nigskrone erscheint, genauso wie in der Statue \u00fcber dem Altar. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nhandelt sich bei der Kirche um einen Saalbau, einschiffig, es gibt\nnichts, was den Blick versperrt. Man hat das ganze Ensemble im Blick.\nDer Raum ist lichtdurchflutet und in sich v\u00f6llig stimmig, ganz egal,\nwas man vom Barock halten mag.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es\ngibt \u00fcberall Details zu entdecken. Leider entgeht uns eins, von dem\nwir erst sp\u00e4ter im Reisef\u00fchrer lesen: Der Maler, Goetz, hat sich im\nFresko der Marienkr\u00f6nung selbst dargestellt, mit Pinsel und Kr\u00fccken.\nEr war beim Malen vom Ger\u00fcst gefallen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nhier entdecken wir wieder Uhren, ganz hinten an der Stirnwand\nangebracht. Der F\u00fchrer in Salem hat sie\nals typisch f\u00fcr Zisterzienserbauten bezeichnet. Sie gemahnen an die\nEndlichkeit des Lebens, sind aber auch Aufforderung, die Zeit auf\nErden zu\nnutzen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nR\u00fcckweg mache ich alleine. Diesmal finde ich den eigentlichen\nPr\u00e4latenweg, der meist durch den Wald f\u00fchrt. In den gerate ich beim\nAffenfelsen, dort, wohin uns auf dem Hinweg die Landstra\u00dfe gef\u00fchrt\nhat. Einmal im Wald, ist man aber ziemlich verlassen. Hier gibt es so\ngut wie gar keine Schilder mehr. Aber einzelne entgegenkommende\nWanderer und Radfahren weisen mir den Weg. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nich mit dem Auto zur\u00fcckfahre, erscheint direkt vor mir am Himmel der\nZeppelin, den wir gestern schon gesehen haben. Es scheint Rundfl\u00fcge\nvon Friedrichshafen aus zu geben, dem Heimatort des Zeppelins. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nfahren zur\u00fcck in die Wohnung und am Abend, einem Tipp der Gastwirtin\nfolgend, nach Pfullendorf zum Essen, an einen See. Wieder k\u00f6nnen wir\ndrau\u00dfen sitzen. Zum vierten Mal in Folge. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nwir morgen dringend etwas f\u00fcr die Wohnung einkaufen m\u00fcssen, kommt\ndie Rede auf Einkaufslisten. Dede, erfahre ich zu meiner Freude,\nschreibt ihre Einkaufslisten so, dass die einzelnen Posten in der\nReihenfolge erscheinen, in denen die Artikel in den Superm\u00e4rkten\nanzutreffen\nsind.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>An\neinem Platz au\u00dferhalb des Restaurants, umgeben von Industriebauten,\nsteht eine Statue von Peter Lenk, dem umstrittenen Bildhauer, dessen\nStatue in Konstanz mir noch in Erinnerung ist. Dort h\u00e4lt, in\nAnspielung auf das Konzil, eine Kurtisane den Kaiser in der einen,\nden Papst in der anderen Hand. Hier ist es ein fettleibiger, alter\nMann, mit einem Bocksgesicht. \u00dcber ihm schweben ein paar andere\nFiguren, die wir in der Dunkelheit nicht richtig erkennen k\u00f6nnen,\nau\u00dfer einer direkt \u00fcber ihm,\neinem\nnackten\nSchmetterlingsmann mit einem riesigen Best\u00e4uber. Die Grundaussage\ndes Werks ist klar und wird von dem Titel der Skulptur best\u00e4tigt:\n<em>Jungbrunnen<\/em>.\nAber die Details kann man kaum erahnen. Die erf\u00e4hrt man aus der\nBeschilderung: Die Skulptur ist eine Anspielung auf Graf Bernadotte.\nDer war f\u00fcr seine Zeugungskraft bis ins hohe Alter bekannt. Nur\nbleibt die Frage, ob Bernadotte der alte Mann oder der\nSchmetterlingsmann ist. Oder beides. \n<\/p>\n\n\n\n<p>17.\nSeptember (Dienstag)<\/p>\n\n\n\n<p>Zu\nden sch\u00f6nen Ortsnamen hier in der N\u00e4he geh\u00f6ren <em>Ah\u00e4usle<\/em>,\n<em>Hahnennest<\/em>\nund <em>Katzensteig<\/em>.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nmeiner ersten Reise zum Bodensee standen Konstanz, Schaffhausen, St.\nGallen und die Reichenau auf dem Programm. Zu den Pfahlbauten hat es\nnicht mehr gereicht. Das wird heute nachgeholt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Man\nkann nicht bis zum Ufer fahren, sondern parkt in einiger Distanz. Bei\ndem Spaziergang kommen wir an einer sch\u00f6nen Kapelle mit tiefem Dach\nund auff\u00e4lligem\nDachreiter vorbei, mit dem ungew\u00f6hnlichen Patrozinium Quirinius. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten\nist hier alles auf Tourismus eingestellt: Caf\u00e9s, Ferienwohnungen,\nAndenkenl\u00e4den\n\u00fcberall\nund das obligatorische B\u00e4hnchen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nder Pfahlbauten\nist alles bis ins Detail organisiert, der Besucherandrang ist gro\u00df.\nDie Sekunden bis zum Beginn der F\u00fchrung werden auf einem Bildschirm\nheruntergez\u00e4hlt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nwichtigste Erkenntnis: Die Pfahlbauten standen urspr\u00fcnglich nicht <em>im<\/em>\nSee, sondern <em>am<\/em>\nSee. Am Ufer. Der Bodensee war kleiner\nals heute, da, wo wir jetzt stehen, war Land. Warum\ndann \u00fcberhaupt Pfahlbauten? Sie sch\u00fctzten die H\u00e4user tats\u00e4chlich\nvor Wasser, nach der Schneeschmelze im Fr\u00fchling n\u00e4mlich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPf\u00e4hle wurden unten angespitzt und in den Sand gerammt. Durch\nR\u00fctteln setzten sie sich dann im Sediment fest, ein bis zwei Meter\ntief in der Erde. Gerade das Wasser trug dann dazu bei, dass sie sich\nfest in der Erde verankerten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nwarum baute man \u00fcberhaupt am Ufer? Einfach deshalb, weil das Roden\nvon Land so aufwendig war. Und ganz Europa war zu der  Zeit dicht\nbewaldet. So gibt es Pfahlbauten an vielen Orten, 111 davon wurden in\ndie Liste der UNESCO aufgenommen. Es gab aber viel mehr. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Alles,\nwas wir sehen, sind \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 Rekonstruktionen. Die wurden\nnach den ersten Funden in den Zwanziger Jahren begonnen, mit teils\nheute umstrittenen Interpretationen der Pfahlbautenkultur. Davon ist\nbei der F\u00fchrung aber nicht die Rede. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nEnsemble mit den vielen Stegen zwischen den H\u00e4usern und dem\nsonnenbeschienenen See ist ausgesprochen sch\u00f6n. Die H\u00e4user sind aus\nHolz, mit reetgedeckten D\u00e4chern in zwei Formen, meist Satteld\u00e4cher,\naber auch ein paar Walmd\u00e4cher. Die W\u00e4nde sind teils aus Holz, teils\naus Lehm. Es gab nur einen Raum pro Haus. Man glaubt, dass hier 6-8\nMenschen pro Haus lebten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nVieh lebte nicht im gleichen Haus. Es gab eigene H\u00e4user, die als\nStall dienten. In einem sind ein paar Tiere nachgebildet, ein\nSchwein, das wie ein Wildschwein aussieht und ein Rind, das wie ein\nBison aussieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nZeitspanne ist etwa 6000-3000, Steinzeit und Bronzezeit. Immer wieder\nbetont der F\u00fchrer: Es waren keine J\u00e4ger und Sammler, die hier\nlebten, sondern Ackerbauern. Die Ern\u00e4hrung war entsprechend\nschlecht. Meist Getreide, Weizen und Gerste (ob Bier gebraut wurde,\nist nicht bekannt). Salat und Gem\u00fcse gab es kaum, und Fisch und\nFleisch nur zur Erg\u00e4nzung. H\u00e4tte man sich anders vorgestellt,\ndirekt hier am See. Die Ger\u00e4te waren alle vorhanden: Angel, Reuse,\nNetz. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\ngab es denn keine \u00c4pfel, will jemand wissen. Doch, sagt der F\u00fchrer,\nund hebt einen hoch. Es ist ein Holzapfel, klein, hart. Den konnte\nman essen, aber von der S\u00fc\u00dfe heutiger \u00c4pfel hatte er nichts. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Unser\nF\u00fchrer berichtet von einem Experiment, bei dem Familien freiwillig\nacht Wochen lang unter den Bedingungen der Steinzeit gelebt haben.\nErstaunliches Resultat: Sie waren sehr angetan davon und\nfast\nentt\u00e4uscht,\nals die Zeit vorbei war. Was sie denn am meisten vermisst h\u00e4tten,\nvor allem die Kinder? Nein, nicht das Handy, nicht die Schule, nicht\ndas eigene\nZimmer. Was\ndenn dann? Schokolade! Es gab nichts S\u00fc\u00dfes damals. Allenfalls\nHonig. Aber ob die Pfahlbauern den hatten, bekomme ich nicht mit. Die\nGruppe ist zu gro\u00df.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nganzen\nlieben\nlangen Tag musste man Getreide mahlen, m\u00fchsam, mit der\nGetreidem\u00fchle, die aus einem Mahlstein und einer Steinkugel bestand.\nWenn man heute so\nMehl\nmahlen w\u00fcrde, w\u00fcrde es pro Kilo 50 \u20ac kosten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nschlimmste Zeit des\nJahres war\nnicht der Hochwinter, sondern der Sp\u00e4twinter, wenn die Vorr\u00e4te\nausgegangen oder verdorben waren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\nalt sind die Menschen geworden? Sie konnten achtzig Jahre alt werden.\nWurden es aber meistens nicht. Wie alt im Vergleich zu uns? Der\nF\u00fchrer l\u00e4sst uns raten, was heute das Durchschnittsalter ist\n(nicht, wie er betont, die Lebenserwartung). Die meisten von uns\nliegen dr\u00fcber. Das Durchschnittsalter betr\u00e4gt heute 43 Jahre (bei\nuns, weltweit noch viel niedriger!). Damals war es etwa die H\u00e4lfte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bronze,\nals es sie gab, war ein wertvolles Gut<em>.\n<\/em>Sie\nwurde nur f\u00fcr wichtige Dinge verwendet wie f\u00fcr Werkzeuge. Zinn\nmusste importiert werden, unter anderem aus Cornwall und aus der\nBretagne. Der Handel scheint jedenfalls schon gebl\u00fcht zu haben. Es\nwurde auch Bernstein von der Ostsee gefunden. Von Bronzeschwertern\nund Bronzeschilden hatte man hier vermutlich geh\u00f6rt, aber man hat\nsie nicht\nbesessen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nEisen aufkam, waren die Messer aus dem\nneuen Material sehr begehrt, aber anfangs nicht unbedingt besser als\ndie aus Bronze. Das Neue hatte aber seinen besonderen Appeal. Damals\nschon. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber\nReligion wei\u00df man so gut wie nichts. Und was da ist, ist schwer zu\ninterpretieren. Der F\u00fchrer macht ein Gedankenexperiment: In 7.000\nJahren sto\u00dfen Au\u00dferirdische auf Reste unserer untergegangenen\nZivilisation. Sie k\u00f6nnten, bei all den Marienstatuen, auf die\nSchlussfolgerung kommen, dass das Christentum ein Religion mit einer\nMutterg\u00f6ttin war. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Spuren\nvon Begr\u00e4bnissen gibt es bei den Pfahlbauern keine. Ein R\u00e4tsel.\nVielleicht wurden die Toten weiter im Inland bestattet. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nverschiedenen Pfahlbauten sind Ausstellungen untergebracht, in denen\nman sich nach der F\u00fchrung umsehen kann. Dabei erf\u00e4hrt man, anhand\neiner Rekonstruktion, dass man Rad und Wagen kannte,\nmit der Besonderheit, dass man den Wagen in seine Einzelteile\nzerlegen konnte. Das war von Vorteil bei Reparaturen und wenn man\nHindernisse im Gel\u00e4nde \u00fcberwinden musste. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nsind Gebrauchsgegenst\u00e4nde ausgestellt, aus Stein, aber auch aus\nKnochen. Man untersch\u00e4tzt immer deren Bedeutung. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Aus\nder Bronzezeit gibt es ein sichelf\u00f6rmige Ger\u00e4t, dessen Funktion man\nkaum erraten kann: Es ist ein Rasiermesser! Es rasierten sich, nimmt\nman an, nur die sozial h\u00f6her Gestellten, und die lie\u00dfen sich einen\nbreiten Schnauzbart \u00e0 la Asterix stehen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Soziale\nStellung dr\u00fcckte sich nicht so sehr im Hausbesitz aus \u2013 die hier\nnachgebauten H\u00e4user sind alle mehr oder weniger gleich \u2013 sondern\nim Besitz von Geschirr. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nMuseum wird auch eine Frage gestellt, die mir schon die ganze Zeit\nauf den N\u00e4geln brennt: Woher wei\u00df man das alles? Die Schwierigkeit\nder Interpretation wird dargestellt anhand von kleinen Tierfiguren\naus Blei, die man gefunden hat. Was war das? Spielzeug? Amulett?\nKleiderbesatz? Standeszeichen?\nMan wei\u00df es nicht. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nder Besichtigung fahren wir nach Meersburg. \u00dcber die wie immer\nvielbefahrene Bundesstra\u00dfe am See entlang. In der N\u00e4he des Sees ist\nimmer viel Verkehr, ein bisschen weiter drau\u00dfen ist es sehr ruhig. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nMeersburg geht es durch das hohe Stadttor gleich in die Altstadt\nhinein. Wir kommen zu dem unregelm\u00e4\u00dfigen Marktplatz mit sehr\nunterschiedlichen H\u00e4usern, eins sch\u00f6ner als das andere. In einem\nkleinen Caf\u00e9 machen wir Pause. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zum\nDroste-Haus m\u00fcssen wir in die selbe Richtung zur\u00fcck, durch das\nStadttor aus der Altstadt hinaus. Unmittelbar vor dem Stadttor steht\ndas Haus, in dem die \u00e4lteste Trinkstube Meersburgs untergebracht\nist, die Gastst\u00e4tte <em>Zum\nB\u00e4ren<\/em>.\nHier tagt die <em>Gesellschaft\nder 101 B\u00fcrger<\/em>,\neine Gesellschaft aus dem 19.\nJahrhundert,\nderen Wurzeln aber bis ins Mittelalter zur\u00fcckgehen. Der Gesellschaft\ngeht es darum, &#8220;Sp\u00e4n und Zwietracht zu meiden&#8221;. Die\nauff\u00e4llige Zahl 101 geht auf einen Z\u00e4hlfehler zur\u00fcck. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nDroste-Museum liegt erh\u00f6ht, auf einem H\u00fcgel \u00fcber dem See, mit\nWeinfeldern unmittelbar davor und einem phantastischen Fernblick. Der\nwar f\u00fcr Annette\ntats\u00e4chlich ein wichtiges Argument f\u00fcr den Kauf. Der andere war,\ndass sie von ihrer Familie aus\ndem M\u00fcnsterland weg\nwollte, die wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre Schriftstellerei hatte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem\nkam sie sehr g\u00fcnstig an das Haus. Es wurde versteigert, und sie\nhatte keine Mitbewerber und bekam das Haus f\u00fcr&#8217;n\nAppel und &#8216;n\nEi, f\u00fcr\n400\nTaler. Die hatte sie zwar nicht, aber sie vertraute auf die Tantiemen\naus der Ver\u00f6ffentlichung ihres Gedichtbandes. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und\ndann gab es da noch die auch zum Haus geh\u00f6renden Weinberge. Sie\nschreibt ganz begeistert von dem zu erwartenden Ertrag \u2013 sie misst\ndie Fl\u00fcssigkeitsmenge in Ohm \u2013 und den verschiedenen Trauben, die\nhier angebaut wurden: Traminer, Burgunder, Muskateller. Man kann mit\n2.500 Litern Wein pro Jahr rechnen, und da m\u00fcsste sich doch ein\nGesch\u00e4ft machen lassen. In einer Wandinschrift im Museum ist dann\nallerdings von einer gro\u00dfen Entt\u00e4uschung die Rede, als in einem\nRegenjahr die Trauben verfaulten\nund\ndie Ernte miserabel ausfiel, aber das blieb wohl die Ausnahme. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nHaus, das &#8220;F\u00fcrstenh\u00e4usle&#8221;, wurde von einem aus der\nFugger-Dynastie erbaut,\nvon Jakob Fugger, nicht von Jakob Fugger dem Reichen, sondern von\nJakob Fugger, dem F\u00fcrstbischof von Konstanz. Aus der Zeit stammt\nallerdings nur der vordere, achteckige Zentralbau. Die l\u00e4ngliche\nhintere Bau wurde von Annettes Nichten, denen sie das Haus vermachte,\nangef\u00fcgt, aber so stimmig, dass man es nicht merkt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nuntere Etage ist mit M\u00f6beln aus der Zeit ausgestattet, und es gibt\nalle m\u00f6glichen Gegenst\u00e4nde zu sehen, die Annette geh\u00f6rten oder zu\nihr geh\u00f6rten, leider ohne jede Erkl\u00e4rung St\u00fcck f\u00fcr\nSt\u00fcck\naneinandergereiht. Auf ihrem Sekret\u00e4r liegen originale\nHandschriften, Texte in Prosa, bei denen man sieht, wie intensiv sie\nimmer wieder korrigierte, und einen Gedichttext, in ganz kleinen\nBuchstaben geschrieben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter\nder Eingangst\u00fcr ein sch\u00f6ner Kachelofen. Mit dem wurde das ganze\nHaus geheizt, auch die obere Etage. Ob das reichte? Auch wenn der\nBodensee ein mildes Klima hat, es wird ja nicht immer so warm gewesen\nsein wie in diesen Tagen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nLevin Sch\u00fccking kam nach Meersburg. Annette holte ihn unter dem\nVorwand, ihre Bibliothek zu katalogisieren, 11.000 B\u00e4nde. Man kann\nsich gar nicht vorstellen, wo die hier Platz gefunden haben sollen.\nSch\u00fccking\nf\u00fchlte sich wohl hier, best\u00e4rkte Annette in ihrer Arbeit, aber sah\nam Ende ein, dass er\nnicht hier bleiben konnte, wenn es mit seiner eigenen Arbeit\nvorangehen\nsollte.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nwir wieder in die Stadt hinuntergehen, ist es immer noch hei\u00df.\nWir\nkommen zu dem hinter dem Marktplatz liegenden, ebenfalls\nunregelm\u00e4\u00dfigen Schlossplatz. Schloss? Wer hat denn hier residiert?\nKommt man nicht so leicht drauf: die F\u00fcrstbisch\u00f6fe von Konstanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann\ngeht es \u00fcber eine schmale Stra\u00dfe zum See runter. Hier wimmelt es\nvon Souvenirshops: Es gibt Traumf\u00e4nger, Kuckucksuhren und Bierseidel\n(engl. <em>bierstein<\/em>)\nzu kaufen. Eine Gastst\u00e4tte hei\u00dft <em>Torkel<\/em>.\nDie Erkl\u00e4rung f\u00fcr diesen Namen wird es am n\u00e4chsten Tag in Bodman\ngeben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nStra\u00dfe f\u00fchrt zur Burg, dem Vorg\u00e4nger des Schlosses, auch Sitz (und\nnoch l\u00e4nger Besitz) der Kurf\u00fcrsten von Konstanz. \n<\/p>\n\n\n\n<p>An\nder Seepromenade, wo sich ein Lokal an das andere reiht (alle voll),\nhat man das Gef\u00fchl, am Meeresufer zu stehen. Am Ende eines Piers\nsteht eine weitere Skulptur von Lenk (von dem wir erfahren, dass er\nnicht vom Bodensee, sondern aus N\u00fcrnberg stammt). Die Figur wird\nbeherrscht von Mesmer (der in Meersburg gelebt hat und gestorben\nist). Er steht auf einem K\u00e4fig, in dem drei Wissenschaftler\neingesperrt sind. An der anderen Seite enth\u00e4lt die Skulptur eine\nziemlich drastische Anspielung an die Teufelsaustreibung. \u00dcber allem\nschwebt eine M\u00f6we. Die hat das Gesicht von Annette von\nDroste-H\u00fclshoff.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nder Weiterfahrt kommen wir an der R\u00f6merstra\u00dfe vorbei. Einen Moment\nlang z\u00f6gern wir: Waren die R\u00f6mer wirklich hier? Ja, schon C\u00e4sar\nwar hier und bek\u00e4mpfte die Helvetier. Der Bodensee hie\u00df damals\n<em>Lacus\nBrigantinus<\/em>\n&#8211; Bregenz statt Konstanz. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nAbend landen wir in einem anderen Ort im <em>Frohsinn<\/em>,\neinem Lokal mit richtigem Biergarten mit Tischen unter Platanen\n(allerdings nur durch eine Hecke von der direkt vorbeif\u00fchrenden\nLandstra\u00dfe getrennt). Hier gibt es deftiges Essen und Export. \n<\/p>\n\n\n\n<p>18.\nSeptember (Mittwoch)<\/p>\n\n\n\n<p>Etymologie\nsteht hoch im Kurs: Irgendwo haben wir gelesen, dass Meersburg nichts\nmit <em>Meersburg<\/em>\nzu tun hat und dass Salem kein Latein ist, obwohl es sich so anh\u00f6rt.\n<em>Meersburg<\/em>\nist ein korrupte Form von <em>Martinsburg<\/em>,\n<em>Salem<\/em>\nvon <em>Salmannsweiler<\/em>.\nEs\nwurde umgetauft und nach dem biblischen &#8216;Ort des Friedens, dem Sitz\ndes K\u00f6nigs Melchisedek im Alten Testament, benannt. Bis ins 18.\nJahrhundert existierten beide Namen Seite an Seite. Ausgerechnet mit\nder S\u00e4kularisation geriet der weltliche Name in Vergessenheit. Und\ndann ist da Waldbeuren, der Ort, in dem wir untergebracht sind.\nDessen zweiter Bestandteil ist von althochdeutsch <em>bur<\/em>\nabgeleitet, genauso wie der von <em>Benediktbeuern<\/em>\noder <em>Ibbenb\u00fcren<\/em>\n(auch im <em>Vogelbauer<\/em>\nund in englischen <em>neighbour<\/em>\nanzutreffen). Bei so viel Namenskunde trifft es sich gut, dass wir\nheute nach Bodman fahren. Da hat der <em>Bodensee<\/em>\nn\u00e4mlich seinen Namen her. Der hat nichts mit <em>Boden<\/em>\nzu tun, sondern mit der hier befindlichen Kaiserpfalz, von der\nwiederum das gleichnamige Adelsgeschlecht seinen Namen hat.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndem Weg nach Bodman kommen wir an einem sch\u00f6nen, gro\u00dfen\nSonnenblumenfeld vorbei. Die Sonnenblumen stehen wie Soldaten in Reih\nund Glied und\nwenden sich der Sonne zu. Zwischen ihnen stehen blaue Blumen. Das\nergibt ein sch\u00f6nes Gesamtbild. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nWeg f\u00fchrt direkt an Schloss Hohenfels vorbei. Hier war bis vor\nkurzem die Unterstufe von Salem untergebracht. Aufgrund\nzur\u00fcckgehender\nSch\u00fclerzahlen hat man jetzt diesen Standort geschlossen. Die\nUnterstufensch\u00fcler sind jetzt auch in Salem untergebracht. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bodman\nliegt am \u00e4u\u00dfersten westlichen Zipfel des Bodensees, so gerade auf\nder anderen Seite. Wir parken au\u00dferhalb des Ortes. Bodman hat zwar\nein paar schicke H\u00e4user am Seeufer, ist aber ansonsten ganz normal.\nVon dem Trubel der anderen Seeorte ist hier nichts zu sp\u00fcren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndem Weg in den Ort sehen wir wieder einen Streifen mit bunten Blumen\nam Stra\u00dfenrand, Dede zufolge f\u00fcr Bienen angelegt. Aber f\u00fcrs Auge\nsind sie auch was. \n<\/p>\n\n\n\n<p>An\ndem gro\u00dfen, modernen Geb\u00e4ude, in dem die Touristeninformation\nuntergebracht ist, h\u00e4ngt ein Relief von Lenk, mit Anspielungen auf\nden Abgasskandal, hochaktuell, sehr polemisch. Die Politiker und\nWirtschaftsbosse stehen auf einem Schiff und feiern fr\u00f6hlich im\nAngesicht des Untergangs.\nAm \u00e4u\u00dfersten Ende des sich neigenden Schiffs kleine Figuren, die\nins Meer\nk\u00f6tzeln und pinkeln. Das Relief ist eine Anspielung auf Sebastian\nBrants <em>Narrenschiff<\/em>.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nder Touristeninformation erfahren wir, dass die F\u00fchrung in den\nWasserwerken, die wir ins Auge gefasst hatten, ausgebucht ist.\nSchade, w\u00e4re eine sch\u00f6ne Erg\u00e4nzung des Programms gewesen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen\nentscheiden wir uns f\u00fcr eine kleine Wanderung. Wie vom ersten Tag\nan, scheint die Sonne unverdrossen, aber es ist k\u00fchler geworden, und\ndas Wasser des Sees kr\u00e4uselt sich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\ngehen weiter bis zur \u201eOrtsmitte\u201c. Die liegt am Ende des Ortes.\nAuf dem Weg liegt eins der \u00e4ltesten Fachwerkh\u00e4user Bodmans, mit\ndem Namen <em>Torkel<\/em>.\nWas bedeutet <em>Torkel<\/em>?\nEin Schild gibt Auskunft: ein regionales Wort f\u00fcr \u201aKelter\u2018. Die\nzweite Frage: Femininum oder Maskulinum? Der Duden gibt Auskunft:\nbeides. Diese(s) Torkel hat einen besonders gro\u00dfen Torkelbaum, hei\u00dft\nes. Was genau das ist, wird nicht klar,\nwahrscheinlich der Querbalken zum Pressen der Maische. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nist <em>Torkel<\/em>\nmetonymisch von der Kelter auf das ganze Haus \u00fcbertragen. Ob <em>Torkel<\/em>\nauch was mit <em>torkeln<\/em>\nzu tun hat? Ja, hat es. Jemand, der torkelt, bewegt sich so hin und\nher, wie es der Torkel tut. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nkommen zum Schloss. Das war der Wohnsitz deren von Bodman, des\nAdelsgeschlechts. Sie waren lange nur Freiherren und bekamen erst\nsp\u00e4t den Grafentitel. Das Schloss ist klassizistisch und hat einen\nkleinen, abfallenden Barockgarten mit geschnittenen Buchsb\u00e4umen. Den\nwilden Schlosspark, von dem der Reisef\u00fchrer spricht, finden wir\nnicht. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr\nfindet Dede am Rande des Gartens, versteckt unter Bl\u00e4ttern, auf dem\nBoden rote Fr\u00fcchte: Walderdbeeren. Sehen nicht aus wie Erdbeeren und\nschmecken auch nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nsind die ganze Zeit die Pfalzgrafenstra\u00dfe entlanggegangen. Der Name\ngeht auf die Kaiserpfalz Pippins zur\u00fcck. Das ist Pippin der J\u00fcngere,\nder Sohn Karl Martells und Vater Karls des Gro\u00dfen. Ich hatte ihn\nviel fr\u00fcher verortet. Und mit Pippin dem \u00c4lteren verwechselt. In\ndem Zusammenhang kommt die Rede auf Chlodwig. Und wir k\u00f6nnen uns\nnicht einigen, ob er Franke oder Merowinger war. Dede f\u00fchrt ein\nGedicht an, das sie seit Volksschultagen auswendig kennt, aber das\nwill ich nicht als Argument gelten lassen. Das Internet bietet sp\u00e4ter\neinen Kompromiss an: fr\u00e4nkischer K\u00f6nig aus dem Geschlecht der\nMerowinger. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nsehen kurz in die oft umgebaute Kirche hinein. Die hat einen sch\u00f6nen\ngefliesten Mittelstreifen. Von dem 12. Jahrhundert, aus dem die\nKirche stammen soll, ist nicht viel zu sehen, obwohl die Grundform\nein romanischer Quaderbau ist. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\neiner Seitenkapelle ist das Epitaph derer von Bodman angebracht. Man\nsieht einen Ritter mit R\u00fcstung und abgelegtem Helm. An den W\u00e4nden\ndrum herum mehrere Gedenktafeln, aus dem 18. Jahrhundert. Wir\nversuchen uns an unserem Latein, mit vereinten Kr\u00e4ften, am Ende mit\nErfolg. Jede der Tafeln gedenkt eines fr\u00fch verstorbenen Kindes, alle\nin kurzen Abst\u00e4nden verstorben. Wenn man das so ganz konkret sieht,\nmit Namen und Daten, macht man sich die fr\u00fche so normale\nKindersterblichkeit auf ganz andere Weise bewusst. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndem Weiterweg kommen wir an einem kleinen Gesch\u00e4ft vorbei, mit wenig\nPlatz auf dem B\u00fcrgersteig davor. Im Schaufenster h\u00e4ngt dieses\nSchild: <em>Privad.\nDo kosch dein Karra ned nostella<\/em>.\n \n<\/p>\n\n\n\n<p>Aus\ndem Ort hinaus f\u00fchrt ein Wanderweg oben in die H\u00fcgel, am Wasserturm\nvorbei. Dort ist ein Obstlehrpfad angelegt. Wir sehen Schwarzdorn,\nEberesche, Mispel, Zwetschgen, Birnen, \u00c4pfel. Vor allem \u00c4pfel. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nSchwarzdorn habe ich gestern kennengelernt, in Meersburg, in breiten\nStr\u00e4hnen eine Mauer herabh\u00e4ngend, schwarz-gelb, sehr sch\u00f6n. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nMispel bl\u00fcht erst nach dem letzten Frost und ihre Fr\u00fcchte,\nvolkst\u00fcmlich auch <em>Hund<\/em><em>s<\/em><em>\u00e4rsche<\/em>\ngenannt, sind erst nach dem ersten Frost reif. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n\u00c4pfel wachsen an Spindelb\u00e4umen. Einige der Anlagen haben Netze. Zum\nSchutz vor was? Vor Hagel, wird man informiert. Die Netze w\u00fcrden\neigentlich nicht gebraucht, nur eigenen sich Fr\u00fcchte, die vom Hagel\nbesch\u00e4digt wurden, nicht als Tafelobst. Wir sind da zu\nanspruchsvoll. Andere Obstreihen stehen ohne Hagelschutz da. Deren\n\u00c4pfel\nwerden als Most verwendet. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPlantagen sind auch durch elektrische Z\u00e4une gesichert. Gegen\nObstdiebe? Nein, meint Dede, gegen Rehwild. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nerfahren, dass Elstar aus Holland und Braeburn aus Neuseeland kommt\nund dass sie 20% bzw. 10% Marktanteil haben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nwir an einer Abbiegung Birnen in Reichweite haben, kann Dede nicht\nwiderstehen: Es gibt eine Williams Christ f\u00fcr jeden. Hart, saftig,\nlecker, auch wenn man erst meint, sie k\u00f6nnten noch etwas reifer\nsein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\nman h\u00f6her kommt, verschwinden die Obstg\u00e4rten. Das Obst braucht die\nN\u00e4he des Sees. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dann\ngeht es ziemlich steil in den Ort hinunter zum Parkplatz. Wir fahren,\ndem Tipp des jungen Manns in der Touristeninformation folgend, nach\nHaldenhof, hoch \u00fcber dem Bodensee gelegen. Dort gibt es einen\nBiergarten und den bisher sch\u00f6nsten Blick auf den See. Und reichlich\nSonne, wie in all den Tagen. Ein passender Abschluss der Reise. \n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16. September (Montag) Das Storchennest, unsere Unterkunft, etwas abseits des Bodensees gelegen, ist ein Schmuckst\u00fcck: Die Einrichtung, die Ausstattung, die Ger\u00e4umigkeit, die Gastwirtin \u2013 man w\u00fcsste gar nicht, wo man Punkteabzug geben k\u00f6nnte. Hier gestern nach einer etwas umst\u00e4ndlichen Fahrt &hellip; <a href=\"http:\/\/pregonero.de\/?page_id=10513\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10513"}],"collection":[{"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10513"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10517,"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10513\/revisions\/10517"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/pregonero.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}