{"id":1440,"date":"2011-12-28T08:40:26","date_gmt":"2011-12-28T08:40:26","guid":{"rendered":"http:\/\/pregonero.de\/?page_id=1440"},"modified":"2011-12-28T08:40:26","modified_gmt":"2011-12-28T08:40:26","slug":"montpellier-2006","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/pregonero.de\/?page_id=1440","title":{"rendered":"Montpellier (2006)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\">25. Februar (Samstag)<\/span><\/p>\n<p>Nach kurzem Flug aus dem kalten Hunsr\u00fcck in vielversprechende 10\u00b0 und Sonne. Vom Flughafen mit dem Bus zu stattlichen Preisen in die Stadt. Im Bus treffen sich zuf\u00e4llig ein Student und eine Studentin, die sich von einer franz\u00f6sischen Landeskunde\u00fcbung an der Universit\u00e4t Mainz kennen. Er muss noch weiter nach Perpignan, was fr\u00fcher auch ein Zielflughafen von Ryan Air war, aber dann aufgegeben wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Stadt weiter mit einer hypermodernen Stra\u00dfenbahn durch das Antigone-Viertel, das Resultat eines umstrittenen modernen\u00a0 Architektur- und St\u00e4dtebauprogramms, einer Idee von Ricardo Bofil, einem Stadtviertel mit Sozialwohnungen in neoklassischen Geb\u00e4uden mit S\u00e4ulen, Giebeln und Kapitellen, und gleichzeitig eine Erweiterung der Stadt Richtung Lez, dem Fluss, an dem fr\u00fcher das Zentrum lag. Halb gelungen: besser als die Tristesse der \u00fcblichen Sozialwohnungsarchitektur, aber auch kalt und etwas einsch\u00fcchternd, und trotz der Variation irgendwie einf\u00f6rmig. Der Name soll, wie bei anderen Geb\u00e4udekomplexen, offensichtlich f\u00fcr das Fehlen der Antike in Montpellier entsch\u00e4digen, ein Manko Montpelliers im Vergleich zu den Konkurrenten in der Nachbarschaft, vor allem N\u00eemes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Zentrum erst vergeblich nach Ibis gesucht, dann im falschen Ibis, dem besseren, gelandet, dann Eingang zu unserem Ibis nicht gefunden. Am Ende dort wenig freundliche und wortkarge Begr\u00fc\u00dfung, und ein Zimmer, wie es spartanischer nicht sein kann. Aber ausgezeichnete Lage, in kurzer Entfernung zum Zentrum und zum Bahnhof. Gleich hinter dem Ausgang des Hotels liegt ein moderner dreieckiger Platz mit Gesch\u00e4ften, an dessen Stirnseite der Zugang zu einem hypermodernen Einkaufszentrum liegt, dem Polygone, das wir vorher aus der Stra\u00dfenbahn am Rande von Antigone gesehen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Abend, ein wenig abseits von der <em>Place de la Com\u00e9die<\/em>, dem Zentrum Montpelliers, das Restaurant <em>L\u2019Entrecote<\/em> gefunden. Auf unsere Frage nach der Karte gibt es nur ein erstauntes Gesicht: Eine Karte gibt es nicht, alle bekommen das gleiche: Entrecote vom Rind mit Pommes Frites und Salat. Eine clevere Idee, die viel Arbeit und Aufwand erspart. Es scheint auch anzukommen. Allm\u00e4hlich f\u00fcllen sich die beiden Stockwerke des gem\u00fctlichen, wenn auch ziemlich einf\u00f6rmig eingerichteten Lokals. Ein Schnellimbiss der besseren Klasse. Neben uns ein Amerikaner, der als einziger im ganzen Lokal Bier trinkt, sp\u00e4ter aber auf Wein umschwenkt. Die Pommes Frites sind ganz d\u00fcnn, und auf riesigen Sch\u00fcsseln wird st\u00e4ndig Nachschub f\u00fcr alle aufgetragen. Das Fleisch ist rot und ganz zart und schmeckt hervorragend. Ebenso der Wein, der <em>Gorge Rouge<\/em> hei\u00dft, und aus dem Bild auf dem Etikett kann man schlie\u00dfen, dass das \u201aRotkehlchen\u2019 hei\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">26. Februar (Sonntag)<\/span><\/p>\n<p>Beim guten Fr\u00fchst\u00fcck scheint noch die Sonne, aber das soll nicht lange so bleiben. Bei der Touristeninformation bekommen wir freundliche Auskunft und melden uns f\u00fcr die Stadtf\u00fchrung am Nachmittag an. Vorher ist noch Zeit, ans Meer zu fahren, auch wenn sich die Sache als etwas kompliziert entpuppt. Es geht erst mit der Stra\u00dfenbahn bis an die Endstation, und dann mit dem Bus weiter nach Carnon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unterwegs kommen wir an ganz regelm\u00e4\u00dfig bepflanzten Feldern vorbei, die uns ein R\u00e4tsel aufgeben: F\u00fcr Weinst\u00f6cke sind sie zu knorrig und f\u00fcr Oliven zu niedrig, und eine andere Erkl\u00e4rung f\u00e4llt uns nicht ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon vor der Ankunft am Meer kommen wir an Wasser vorbei. Die Erkl\u00e4rung: Es handelt sich um <em>\u00e9tangs<\/em>, um l\u00e4ngliche Seen aus Meerwasser, die sich zwischen das eigentliche Festland und den K\u00fcstenstreifen geschoben haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Carnon steigen wir als einzige aus. Inzwischen haben sich die Wolken verdichtet, und bald fallen die ersten Regentropfen. Das verst\u00e4rkt den Eindruck, dass man an der Nordseek\u00fcste ist, wozu auch die D\u00fcnen und die Wellen beitragen. Am Strand ist es erstaunlich voll. Es wimmelt nur so von Joggern und Hundebesitzern, aber auch ganz normalen Spazierg\u00e4ngern, die hier ihren Sonntagsspaziergang absolvieren so wie bei uns die Spazierg\u00e4nger im Wald. In der Ferne, fast gegen\u00fcberliegend, am Ende der Bucht, sieht man den umstrittenen Ferienkomplex <em>La Grande Motte<\/em> mit pyramidenf\u00f6rmigen Bauten, ein umstrittenes Projekt, bei dem der franz\u00f6sische Staat mit Maffiamethoden Grund und Boden erwarb und die Planung vorantrieb. Das Projekt verfolgte die Absicht, die Urlauberstr\u00f6me nach Spanien aufzuhalten und im Land zu halten. Mit Erfolg. Die Pyramidenform wurde u.a. deshalb gew\u00e4hlt, um jeder Wohnung dieselbe Sonnenscheindauer zu gew\u00e4hrleisten, so als handele es sich dabei ausgerechnet hier um Mangelware.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Ende unseres Strandgangs sehen wir eine M\u00f6we, die sich ganz ruhig und dekorativ auf das Ende eines Stegs aus Felsbrocken gesetzt hat und zum Photographieren einl\u00e4dt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der R\u00fcckfahrt mit dem Bus ein Anflug von Wiedersehensfreude, als dieselbe Busfahrerin uns zur\u00fcckf\u00e4hrt. Wir merken jetzt, dass wir eher umsteigen k\u00f6nnen, was auch alle anderen machen und was erkl\u00e4rt, warum wir bei der Hinfahrt ganz allein waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim Warten auf den Beginn der Stadtf\u00fchrung noch ein bisschen in den in der Touristeninformation herumliegenden Prospekten gelesen. Dabei auf das dreisprachige Faltblatt des <em>Hotel Ulysse<\/em> gesto\u00dfen, dessen deutscher Teil ein sprachliches Juwel ist: Das Hotel befinde sich, werden wie belehrt, \u201ein einer \u00fcppigen Umgebung\u201c, es wird \u201eeinen des angenehmsten Aufenthalts\u00a0 erleichtern\u201c die M\u00f6bel \u201esind gemacht mit einem urspr\u00fcnglichen verarbeiteten Eisen und der Qualit\u00e4t des gegebenen accomodations\u201c. Daneben die r\u00e4tselhafte Formulierung, die R\u00e4ume h\u00e4tten \u201eFarbfernsehen, Telefon und Ministab\u201c. Was zum Teufel ist ein Ministab? Dann f\u00e4llt der Groschen. Da hat jemand in einem W\u00f6rterbuch das Wort <em>bar<\/em> nachgeschlagen. Etymologisch besteht sogar ein Zusammenhang!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Stadtf\u00fchrung ist auf Franz\u00f6sisch. Wir sind die einzigen, die nicht Franz\u00f6sisch als Muttersprache sprechen und au\u00dfer einigen Kanadiern die einzigen Ausl\u00e4nder. Die F\u00fchrung wird angesichts dieser Konstellation und des Enthusiasmus der F\u00fchrerin auch zu einem Sprachtest. Was jedoch &#8211; daf\u00fcr sorgt schon die st\u00e4ndige Wiederholung &#8211; klar wird, ist, dass Montpellier ganz \u201eextraordinaire\u201c ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Montpellier wurde im 10. Jahrhundert gegr\u00fcndet und wuchs schnell zu einer bedeutenden Stadt heran. Sie war im Sp\u00e4tmittelalter die drittgr\u00f6\u00dfte franz\u00f6sische Stadt nach Paris und einer weiteren Stadt, die die Stadtf\u00fchrerin erraten l\u00e4sst. Keiner schafft es: Rouen! Heute ist Montpellier Nummer 20 und hat 240.000 Einwohner. Der schnelle Aufstieg lag daran, dass die Stadt einerseits am Pilgerweg nach Santiago, andererseits am Salzweg lag und \u00fcber den schiffbaren Fluss Kontakt zum Meer hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der <em>Place der Com\u00e9die<\/em>, wo die F\u00fchrung beginnt, ein Schild mit einem unbekannten Piktogramm: Skating untersagt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warum der Platz auch <em>L\u2019\u0153uf<\/em> hei\u00dft, ist alles andere als offensichtlich, auch wenn man im Pflaster die Form eines Eies farbig markiert hat. Der Platz ist eher rechteckig. Seinen offiziellen Namen erh\u00e4lt er von dem Geb\u00e4ude an der Stirnseite, einem Bau, der genau der Pariser <em>Op\u00e9ra<\/em> nachempfunden ist. \u00dcberhaupt scheint man sich sehr zu bem\u00fchen, alles Provinzielle durch Nachahmung Pariser Vorbilder vergessen zu lassen. Die repr\u00e4sentativen H\u00e4user um den Platz herum, heute fast ausschlie\u00dflich Gastronomie, k\u00f6nnten genauso gut in Paris stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anders wird es, sobald man in die schmalen Gassen abseits des Platzes kommt. Hier verstr\u00f6mt die Stadt noch einen Hauch von Mittelalter. Die Stadtf\u00fchrerin weist auf ein modernes Modegesch\u00e4ft hin, hinter dessen Schaufensterscheibe man noch ein gotisches Gew\u00f6lbe erkennen kann, eine sehr n\u00fcchterne, schmucklose Gotik. Das gilt auch f\u00fcr die Renaissancefassaden der H\u00e4user, an denen wir vorbeikommen. Auf alles Dekorative, alles Spielerische wird verzichtet. Alle H\u00e4user sind aus Stein, was einfach daran liegt, dass es keine W\u00e4lder in der N\u00e4he gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die <em>Grand Rue<\/em>, die allerdings mittelalterlich schmal ist, durchzieht das alte Zentrum etwa von Nord nach S\u00fcd. Sie war die wichtigste Pilgerstra\u00dfe im Mittelalter. Von ihr gehen Handwerkerstra\u00dfen wie die <em>Rue de l\u2019Argenterie<\/em> ab. Hier ist alles sehr gut restauriert, ein Ergebnis der Zeit von Malraux als Kultusminister, der den Abriss verhinderte. Die Kanadier erweisen sich als gute Amis und fragen, was denn hier die Miete kostet. Antwort: So viel wie in Paris.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Frage stellen sie passenderweise gerade dort, wo wir in der <em>Rue<\/em> <em>Guilhem<\/em> vor dem Haus stehen, in dem Jacques, der Sohn der Verbindung von Marie mit Pedro de Arag\u00f3n, der erste Spross der Gr\u00fcnderdynastie, geboren wurde, und zwar 985. Wenn es stimmt und belegt ist, muss es eines der \u00e4ltesten noch existierenden Geburtsh\u00e4user \u00fcberhaupt sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann kommen wir zu einem sch\u00f6nen fr\u00fchneuzeitlichen, sakral aussehenden Geb\u00e4ude mit einem polygonalen Abschluss, ovalen Fenstern und einer Laterne auf einer Kuppel, und keiner kann erraten, welche Funktion das Geb\u00e4ude hatte. Es war das anatomische Amphitheater der Universit\u00e4t. Hier wurden Leichen seziert zu einer Zeit, als das noch als unschicklich galt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die F\u00fchrerin verweist auf Pl\u00e4tze, in deren Mitte nichts steht. Dort standen fr\u00fcher Kirchen, und sie sind alle den Zerst\u00f6rungen in den Revolutionskriegen zum Opfer gefallen. Montpellier hatte protestantische Studenten aus Holland, der Schweiz und Deutschland angezogen, die hier den neuen Glauben verbreiteten und die Stadt so zu einer Zielscheibe der katholischen Restauration machten. Tats\u00e4chlich gibt es so gut wie gar keine Kirchen aus dem Mittelalter. Auch das, was so aussieht, wie St. Roch, die Kirche des lokalen Helden unter den Heiligen, ist es nicht. Sie ist neugotisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der Kirche ein Haus, dessen komplette Fassade in <em>trompe d\u2019oeil<\/em> Technik ausgemalt ist: Treppenstufen f\u00fchren zum Eingag, Blumenk\u00fcbel stehen vor dem Haus, hier guckt ein M\u00e4dchen, dort eine Frau aus einem Fenster, auf der Treppe spielen Kinder, hier liegt ein Hund, dort eine Katze, einige Fenster sind offen, andere geschlossen, andere haben Vorh\u00e4nge oder Gardinen, und oben an der Fassade spiegelt sich die Fassade der Kirche: Alles falsch! Das ist meisterhaft gemacht, und der Effekt ist gro\u00dfartig. Und so dauert es auch lange, bis einer von uns das einzig richtige Fenster entdeckt, mitten drin, etwas nach hinten versetzt. Das Komische ist, dass wir die Szene glauben, obwohl sie ganz unrealistisch ist. Sie ist viel zu bunt und lebendig f\u00fcr eine typische Szene in europ\u00e4ischen Innenst\u00e4dten, aber sie entspricht unserem Prototyp dessen, wie so eine Szene auszusehen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die <em>Rue des Soeurs Noires<\/em> ist benannt nach einem Orden, der hier nach der katholischen Restauration unter Ludwig XIII installiert wurde. Daneben das <em>Black Sisters\u2019 Caf\u00e9<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die <em>Rue du Bras de Fer<\/em>, im heimeligsten Teil der Innenstadt gelegen, f\u00fchrt \u00fcber eine Treppe und durch ein Tor am Ende dieser Treppe zur h\u00f6chsten Stelle der Stadt und \u00f6ffnet sich auf einen Platz, auf dem sich der v\u00f6llig modernisierte Markt nach Art der M\u00e4rkte franz\u00f6sischer St\u00e4dte befindet. Hier sind nach der Modernisierung nicht nur traditionelle St\u00e4nde untergebracht, sondern auch <em>Virgin Megastores<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf dem <em>Place Notre Dame des Tables<\/em> befanden sich in verschiedenen Epochen drei Kirchenbauten, die alle zerst\u00f6rt wurden, der letzte in der Revolution. Unter dem Platz befindet sich die Krypta der Kirche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kurz dahinter die j\u00fcdische Mikwe, das Ritualbad der Juden, eins der wenigen erhaltenen in Frankreich. Eine unterirdische Treppe f\u00fchrt zum Bassin hinunter, denn die spirituelle Waschung in Form der v\u00f6lligen Immersion musste im Grundwasser vorgenommen werden. Dass man es dann mit den strengen Vorschriften doch nicht so genau nahm, zeigen L\u00f6cher in der Decke, durch die Regenwasser eindringen und das Bassin in Zeiten der Trockenheit auff\u00fcllen konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann geht es wieder ans Tageslicht und \u00fcber eine Stra\u00dfe mit ganz gerader Streckenf\u00fchrung, einer Art M\u00f6chtegern-Champs-Elys\u00e9e, zum Triumphbogen, von Ludwig XIV errichtet, der sich darauf auch geb\u00fchrend feiert. Er selbst erscheint als Herkules, und die allegorische Vereinigung von Ozean und Meer in einem Medaillon erinnert an den in seiner Herrschaft abgeschlossenen Bau des <em>Canal du Midi<\/em>. Der Triumphbogen steht am Eingang zur mittelalterlichen Stadt, und jenseits davon erstreckt sich die barocke Erweiterung mit einem Wasserschloss des Sonnenk\u00f6nigs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durchgefroren und hungrig finden wir W\u00e4rme und Burger bei McDonalds. Anschlie\u00dfend gibt es noch eine nicht sehr frische Waffel mit k\u00fcnstlicher Sahne in einem der verrauchten, dunklen Caf\u00e9s mit verschlissenen Plastiksofas am Rande der <em>Com\u00e9die<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">27. Februar (Montag)<\/span><\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Bahnhof kommen wir durch einen kleinen, gepflegten Park, der eine Naturskulptur der besonderen Art bietet: Auf einen hier aufgestellten Felsen tr\u00f6pfelt st\u00e4ndig Wasser und sorgt daf\u00fcr, dass der Stein immer st\u00e4rker bemoost wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Daneben ein kleines Monument mit einer pathetischen Inschrift, die aber nicht einem Menschen gewidmet ist, sondern dem Wein, genauer gesagt, den amerikanischen Weinst\u00f6cken, die nach der Reblausplage den Wiederaufbau der Weinkulturen in Europa erm\u00f6glichten. Die Ironie der Geschichte liegt darin, dass die Weinst\u00f6cke nat\u00fcrlich urspr\u00fcnglich aus Europa nach Amerika gekommen waren. Um das Monument herum hat man zu allen Seiten Weinst\u00f6cke eingepflanzt. Es sind die, die wir gestern bei der Fahrt nach Carnon gesehen haben. Es handelte sich tats\u00e4chlich um Wein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Fahrt nach N\u00eemes erweist sich als schwierig. Als wir am sp\u00e4ten Vormittag am Bahnhof ankommen, ist die Zeit der kurzen Abst\u00e4nde f\u00fcr die Z\u00fcge vorbei, und der Fahrkartenautomat stellt sich genauso bl\u00f6d an wie der von Mailand. Dann stelle ich mich ebenso bl\u00f6d an und sehe bei meiner verzweifelten Suche nach dem Gleis nicht die Anzeige, auf der man uns in gro\u00dfen roten Lettern informiert, dass das Gleis erst 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges bekannt gegeben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Wartezeit erlaubt noch einen kurzen Besuch in der kleinen Bahnhofsbuchhandlung, wo es f\u00fcr 3 \u20ac eine kommentierte Ausgabe eines St\u00fccks von Moli\u00e8re gibt. Lasse ich mir nicht entgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In N\u00eemes angekommen, geht es \u00fcber einen \u00fcberdimensional breiten Boulevard, auf dem so gut wie kein Verkehr ist, Richtung Innenstadt. Es ist sonnig, aber kalt, und am Ende des Boulevards gibt es in einem einigerma\u00dfen gem\u00fctlichen Caf\u00e9 eine riesige Auswahl an Tee. Mit gro\u00dfer Expertise und Detailfreude werden die verschiedenen Sorten beschrieben. Den Tee gibt es dann aber in Teebeuteln. Das Caf\u00e9 hat als weitere Besonderheit au\u00dferhalb des etwas sch\u00e4bigen WC einen Spiegel, der an einer Schr\u00e4ge angebracht ist. Man muss sich b\u00fccken und zur\u00fccklehnen, um sich sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuerst ein Spaziergang durch die wie ausgestorben wirkende Innenstadt, vorbei an der <em>Maison Car\u00e9e<\/em> und dem gegen\u00fcber liegenden Museumsbau von Foster, der Elemente des antiken Baus aufnimmt, u.a. die S\u00e4ulen an den Seiten und der \u00fcberdachte Vorraum vor dem Eingang zum Tempel bzw. Museum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann \u00fcber mehrere gewundene, teilweise sehr steile Wege durch den <em>Jardin de la Fontaine <\/em>auf ein Plateau, wo ein wehrhaft aussehender Turm oder wenigstens dessen Reste stehen, die <em>Tour Magne<\/em>. Zu unserer \u00dcberraschung stellt sich heraus, dass er r\u00f6misch ist. Er gew\u00e4hrte einen guten \u00dcberblick \u00fcber diesen Teil der <em>Via Domitia<\/em>, die von Italien nach Spanien f\u00fchrte, aber seine wichtigste Funktion war: Eindruck schinden. Die nach N\u00eemes Hineinkommenden sollten von vornherein merken, mit welch gro\u00dfartiger Stadt sie es zu tun hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der sch\u00f6ne, eher s\u00fcdl\u00e4ndisch wirkende Park ist eine Mischung aus englischem Landschaftspark und franz\u00f6sischen Barockgarten. Erst auf dem R\u00fcckweg kommen wir an den Haupteingang, hinter dem sich eine gro\u00dfe Esplanade mit mehreren Bassins erstreckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor dem Park ist eine Font\u00e4ne so angebracht, dass sich die Sonne jetzt in der Mittagzeit im Wasser bricht. Dadurch entsteht ein \u201ek\u00fcnstlicher\u201c Regenbogen, der sich beim Vor\u00fcbergehen erst langsam abzuzeichnen beginnt, dann ganz deutliche Konturen gewinnt und dann wieder schw\u00e4cher wird und sich schlie\u00dflich wieder aufl\u00f6st.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als wir wieder in die Stadt kommen, ist dort das Leben wieder erwacht. Auf dem Weg sehen wir an allen m\u00f6glichen Stellen im Boden eingelassen ein skulpiertes Krokodil, das an einen Baum gefesselt ist. Das war in der Antike das Symbol f\u00fcr die Unterwerfung \u00c4gyptens durch Rom und ist jetzt eine Art Wahrzeichen von N\u00eemes geworden. An einem sch\u00f6nen Platz in der Altstadt finden wir schlie\u00dflich die Originalskulptur und auch ein kleines Caf\u00e9, in dem es Cr\u00e8pes gibt. Auch hier, wie in Montpellier, tun Einheimische das, was sonst nur Touristen tun und sitzen ungesch\u00fctzt drau\u00dfen, obwohl es alles andere als warm ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann zum Amphitheater, das hier Arena hei\u00dft. Heutzutage werden dort Stierk\u00e4mpfe ausgetragen. Der Zufall will es, dass ich hier schon zweimal war, zum ersten Mal mit 19. Ob es wohl noch ein Monument in einer fremden Stadt gibt, das ich schon so oft besichtigt habe?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Spiele, wie sie in der Arena abgehalten wurden, kamen im 2. Jh. BC auf. In anderen Zivilisationen gab es Spiele dieser Art nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Augustus war nicht der Gr\u00fcnder der Stadt, sondern erhob sie in den Rang einer Kolonie. Der Name ist von dem gallischen Gott Nemausus abgeleitet.<\/p>\n<p>Besondere Bedeutung erlangte N\u00eemes mit der Herrschaft des aus N\u00eemes stammenden Antoninus Pius.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Sand in der Arena wurde gewendet, um den Blutgeruch zu d\u00e4mpfen. Die Pl\u00e4tze waren nicht reserviert. Es gab ein gro\u00dfes Gedr\u00e4nge nach dem Einlass.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die K\u00e4mpfe wurden zuerst auf dem Forum, dann im Zirkus, und dann erst in den eigens daf\u00fcr errichteten Arenen abgehalten. Der Name Amphitheater erkl\u00e4rt sich aus der Form, der Verbindung von zwei Theatern zu einem Ganzen. Der Name Arena kam erst XII auf. Es gab zwei Grundtypen in der Konstruktion, das an einem Hang gelegene Amphitheater und das frei stehende. N\u00eemes geh\u00f6rt zum zweiten Typ. Da es Steinbr\u00fcche in der N\u00e4he gab, konnte man auf den Hang verzichten. Als Besonderheit von N\u00eemes gilt die perfekte Symmetrie des Baus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Amphitheater faste 24.000 Zuschauer, die durch die Vomitorien ein- und ausgelassen wurden, wie in einem modernen Stadion.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Vinatores, die gegen Tiere k\u00e4mpften, waren nicht so ber\u00fchmt wie die Gladiatoren, aber wurden f\u00fcr ihre Tapferkeit bewundert. Sie setzten sich manchmal sogar auf die Tiere und ritten auf ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwischen den Tierk\u00e4mpfern und den Gladiatoren betraten die Todgeweihten die Arena. Sie k\u00e4mpften gegen Tiere und gegeneinander. Diese Wettk\u00e4mpfe waren weniger beliebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die zunehmende Brutalit\u00e4t der Spiele war ein Kennzeichen ihrer Dekadenz, die schlie\u00dflich dazu f\u00fchrte, dass sie eingestellt wurden. Nicht so sehr, wie immer geglaubt wird, wegen der christlichen Kritik an ihrer Brutalit\u00e4t. Das war der Kirche ziemlich egal. Die Kritik basierte nicht auf Mitleid mit den Opfern und K\u00e4mpfern, sondern darauf, dass die Spiele, ebenso wie das Theater, vom Gottesdienst ablenkten \u2013 eine sinnenfeindliche, puritanische Kritik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gladiatoren wurden nicht oft get\u00f6tet, schon deshalb, weil das f\u00fcr den Editor kostspielig gewesen w\u00e4re. Er musste dem Ausbilder die Kosten ersetzen. Der Editor entschied, ob der Gladiator am Leben bleiben durfte, nicht mit der typischen Geste, wie man sie aus Hollywoodfilmen kennt, mit erhobenem oder gesenktem Daumen, sondern &#8211; vermutlich &#8211; mit einer Geste, bei der der Daumen entweder von der Hand verdeckt wurde (soll leben) oder ausgestreckt wurde (soll sterben).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der R\u00fcckkehr gibt es Abendessen in einem der Lokale am Platz <em>Notre Dame des<\/em> <em>Tables<\/em>. Drinnen ist es fast k\u00e4lter als \u201edrau\u00dfen\u201c, wo man unter einer Plastikplane und an Heiz\u00f6fen sitzt.\u00a0 Der Kellner reagiert mit Unverst\u00e4ndnis auf meine Frage, ob es sich um einen trockenen Wein handele. Rotweine seien nie trocken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">28. Februar (Dienstag)<\/span><\/p>\n<p>Am Vormittag ist noch Zeit f\u00fcr einen Rundgang durch die Stadt mit kurzem Blick in St. Roch und eine Besichtigung von <em>Notre Dame des Tables<\/em> bzw. zum Einkauf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der v\u00f6llig nichtsagenden Kirche St. Roch gibt es eine Tafel, die \u00fcber die Biographie von St. Roch Auskunft gibt, dem Heiligen, der hier in Montpellier\u00a0 allgegenw\u00e4rtig ist. Kein Wunder, er stammte aus Montpellier. Auch der Hauptbahnhof ist nach ihm benannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>St. Roch wurde 1348 in Montpellier geboren, zur Zeit der Pest, der hier \u00fcber einen Zeitraum von drei Jahren t\u00e4glich 500 Menschen zum Opfer fielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Roch war ein g\u00e4ngiger Vorname, aber in seinem Fall war es der Nachname. Wohl einer der wenigen Heiligen, die beim Nachnamen genannt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Montpellier war eine Kaufmannsstadt und eine Art Stadtstaat mit Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Roch wurde in <em>Notre Dame des Tables<\/em> getauft. Er war reich und gebildet und hatte eine spezielle medizinische Ausbildung genossen, als er mit 17 Waise wurde. Er verschenkte seinen ganzen Besitz und machte sich als Pilger auf den Weg nach Rom. Mehrere wundersame Heilungen wurden ihm zugeschrieben, aber bei diesen m\u00f6gen ihm seine medizinischen Kenntnisse\u00a0 mehr zugute gekommen sein als die Magie. Nach mehreren Stationen kam er nach Rom, wo er von Gui von Montpellier aufgenommen und protegiert wurde. Nachdem er einen Kardinal geheilt hatte, kam er mit Papst Urban V in Kontakt, den er als Kind bei der Einweihung der Kathedrale von Montpellier gesehen haben muss.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg wurde er selbst von der Pest befallen, aber geheilt und zog weiter, bis er als Spion verhaftet wurde und f\u00fcnf Jahre in Voghera im Gef\u00e4ngnis verbrachte. Dort starb er, und dort ist er begraben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der N\u00e4he des Universit\u00e4tsviertel mit seinen riesigen, finsteren Geb\u00e4uden, die durch Blendl\u00e4den in Form von Holzlatten fast fensterlos aussehen, steht\u00a0 die Kathedrale, auch eine massive Struktur mit einem Vordach, das auf \u00fcberdimensional hohen S\u00e4ulen steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In <em>Notre Dame des Tables<\/em> gibt es einen sehr freundlichen Empfang durch einen jungen Mann und eine moderne F\u00fchrung durch die wenigen erhaltenen Teile der Krypta, die hier weniger ihrer selbst willen denn als Ort f\u00fcr einen Kurzlehrgang durch die Stadtgeschichte zug\u00e4nglich gemacht worden ist. Der Name der Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und erkl\u00e4rt sich aus den Tischen, die die H\u00e4ndler in den Nischen der Au\u00dfenmauern aufgestellt hatten. Da sie eine Station auf dem Jakobsweg war, nahm die Kirche Pilger auf, die hier nicht nur beteten, sondern auch a\u00dfen und schliefen. Dieser Kirchenbau wurde im 16. Jahrhundert in den Religionskriegen zerst\u00f6rt, nach dem Edikt von Nantes wieder aufgebaut, im 17. Jahrhundert wieder zerst\u00f6rt, wieder aufgebaut und dann Ende des 18. Jahrhunderts wieder zerst\u00f6rt, immer durch menschliche Gewalt, nicht durch Naturgewalten. Danach hat man es aufgegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Montpellier bestand urspr\u00fcnglich aus Montpellier, und Montpelli\u00e9ret, die einem Grafen bzw. einem Bischof unterstanden. Die beiden Teile kamen im 13. Jahrhundert zusammen und wurden durch eine gemeinsame Stadtmauer gesch\u00fctzt. Ihren H\u00f6hepunkt hatte die Stadt, als sie zu einer Art Republik, einem Stadtstaat wurde, nachdem Pedro de Arag\u00f3n, der Schutzherr, der, dem sich die B\u00fcrger unterstellt hatten, um ihre eigenen Freiheiten zu bekommen, gestorben war. Die Stadt lockte Studenten, Professoren, Kaufleute und B\u00fcrger an und wuchs auf die Zahl von 30.000 Einwohnern. Montpellier hatten au\u00dfer seiner guten Lage als Handelsstadt Sicherheit und Freiheiten zu bieten und hielt das Monopol auf den Handel mit der Substanz, mit der die Farbe Scharlachrot produziert wurde. Die Schildlaus, aus der man den Farbstoff gewann, ist in den Kieferb\u00e4umen der Umgebung beheimatet. Damit wurden Tuche gef\u00e4rbt, die dann \u00fcbers Land und \u00fcbers Meer vertrieben wurden. Der wachsende Reichtum der Stadt entging den franz\u00f6sischen K\u00f6nig nicht, und Philipp der Sch\u00f6ne holte sie schlie\u00dflich heim ins Reich. Damit war die Glanzzeit Montpelliers zu Ende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach Besichtigung und erfolgreichem Einkauf kann man am Mittag auf der gesch\u00fctzten <em>Place de la<\/em> <em>Com\u00e9die<\/em> tats\u00e4chlich ohne zu frieren drau\u00dfen Kaffee trinken und den Stra\u00dfenmusikern zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie bemerkenswert das ist, merken wir erst nach dem R\u00fcckflug. Am Flughafen m\u00fcssen wir den Wagen vom Schnee befreien und uns dann durch den frisch fallenden Schnee des Hunsr\u00fcck k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25. Februar (Samstag) Nach kurzem Flug aus dem kalten Hunsr\u00fcck in vielversprechende 10\u00b0 und Sonne. Vom Flughafen mit dem Bus zu stattlichen Preisen in die Stadt. 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