{"id":11516,"date":"2023-08-31T07:42:59","date_gmt":"2023-08-31T05:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/pregonero.de\/?p=11516"},"modified":"2023-08-31T07:42:59","modified_gmt":"2023-08-31T05:42:59","slug":"mosel-ruhrgebiet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pregonero.de\/?p=11516","title":{"rendered":"Mosel- Ruhrgebiet"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>29. August (Dienstag)<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher Aufbruch, noch im Morgengrauen. Es ist kalt, k\u00e4lter als in den letzten Jahren. Da hatte ich es mal mit Hitze, mal mit Wind, mal mit Regen zu tun, aber nie mit K\u00e4lte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zwei Kilometern steige ich zum ersten Mal ab: Licht an! Man sieht zwar gut, wird aber vielleicht nicht so gut gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fahre nicht direkt zur Mosel runter, sondern auf&nbsp; vertrauten Wegen nach Schweich. Das spart ein paar Kilometer, und Mosel gibt es w\u00e4hrend der Tour ja noch genug. Es geht durch Wohnviertel, durch ein Gewerbegebiet, durch Ruwer. Die letzten Kilometer vor Schweich geht es direkt an der Autobahn entlang. Aber ich werde durch den sch\u00f6nen Blick auf die Berge vor mir entsch\u00e4digt, deren Kuppen im aufsteigenden Dunst liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Schweich geht es dann an die Mosel. Deren Oberfl\u00e4che gl\u00e4nzt, sie scheint sich kaum zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist einsam. Eine einzige Radfahrerin \u00fcberholt mich, f\u00e4hrt an mir vorbei und verschwindet hinter der n\u00e4chsten Kurve.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Reiher hebt mit lautem Fl\u00fcgelschlag ab, ein paar V\u00f6gel zwitschern vereinzelt, irgendwo raschelt es im Geb\u00fcsch. Ansonsten ist es still.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Moselseite Weinberge. Einer reiht sich an den anderen. In einen haben sie mit Kalk oder mit Steinen von oben nach unten den Namen <em>Mehring<\/em> eingeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht an Longuich vorbei, dessen sch\u00f6nen Ortskern ich vor ein paar Tagen erst entdeckt habe. Dann kommt der Campingplatz mit dem ungarischen Lokal, das ich schon immer mal ausprobieren wollte. Auf den Zeltpl\u00e4tzen bilden die Campingwagen mit den fest verbundenen, hohen Zelten eine Einheit. Es ist wie ein Haus. Worin der Reiz einer solchen Urlaubsgestaltung liegen soll, erschlie\u00dft sich mir nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommt der <em>Alte Moselbahnhof<\/em>, der inzwischen in einen Biergarten umgewandelt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommen auch auf meiner Seite Weinberge. Die Trauben sind klein, aber h\u00e4ngen in dicken Trauben vom Rebstock hinab. Ein Winzer hat am Fu\u00df seines Weinbergs Werbeprospekte ausgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht durch Detzem. Der Ort verdankt seinen Namen den R\u00f6mern. Er ist verwandt mit <em>Dezimeter<\/em> und benennt die Entfernung nach Trier: 10 r\u00f6mische Meilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 25 Kilometern und gut anderthalb Stunden lege ich die erste Trinkpause ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg f\u00fchrt von der Mosel weg, es geht ein St\u00fcck steil bergauf. Hier stehen Weinfelder, ganz flach. Sie stehen zu beiden Seiten Spalier, auf der einen Seite gerade, auf der anderen schr\u00e4g, als es wieder zur\u00fcck zur Mosel nach K\u00f6werich geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort geht es an der Bundesstra\u00dfe entlang, aber auf einem abgetrennten Radweg. Hier gibt es ein paar Obstfelder, mit Apfelb\u00e4umen und einem Strauch mit dicken, knallgelben Zitronen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trittenheim mit seiner Kirche mit dem spitzen Turm liegt auf der anderen Seite. Zu beiden Seiten der Mosel steht ein F\u00e4hrturm. &nbsp;Zwischen diesen beiden F\u00e4hrt\u00fcrmen verkehrte fr\u00fcher eine F\u00e4hre, eine antriebslose Drahtseilf\u00e4hre. Vor 100 Jahren gab es an der deutschen Mosel nur 14 Br\u00fccken, aber 45 solcher F\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 9 Uhr habe ich die ersten 40 Kilometer hinter mir, kurz vor Neumagen. Hier steht mitten in einem Weinfeld eine kleine Kapelle, wei\u00df, niedrig, fast quadratisch, mit einem spitzen Turm.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name <em>Neumagen<\/em> erkl\u00e4rt sich, wie <em>Dormagen<\/em> und <em>Remagen<\/em>, aus dem alten keltischen Wort <em>magos<\/em>. Das bedeutete \u201aFeld\u2018. Als die Kenntnis der keltischen Sprachen verloren gegangen war, konnten die Leute damit nichts mehr anfangen und formten den Namen im Laufe der Zeit um. Ein typisches Beispiel von Volksetymologie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Radweg f\u00fchrt direkt durch Neumagen durch. An Strau\u00dfenwirtschaften&nbsp; und Caf\u00e9s mangelt es hier nicht. Haben aber noch alle geschlossen. Das verlockend aussehende Dorfcaf\u00e9 h\u00e4tte schon auf, wenn heute nicht Dienstag w\u00e4re: Ruhetag.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter Neumagen mache ich an einem rauschenden Bach noch mal eine Trinkpause. Es ist nicht mehr ganz so kalt, aber immer noch dunstig. Allm\u00e4hlich kommen die Leute aus ihren L\u00f6chern. Zahlreiche Radfahrer kommen vorbei, meist Paare, lauter Rentner.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 50 km kommt Piesport. Die neue Br\u00fccke spiegelt sich mit ihrem Gew\u00f6lbe im Wasser. Ich bin nicht der einzige, der f\u00fcr ein Photo anh\u00e4lt. Auf der anderen Seite steht in den Weinbergen der Name der bekannten Lage: <em>Piesporter Goldtr\u00f6pfchen.<\/em> &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Danach geht es ein St\u00fcck steil rauf, und dann ein St\u00fcck an der Bundesstra\u00dfe entlang, dann \u00fcber Feldwege. Gedankenverloren fahre ich weiter. Irgendwo lese ich an einem gro\u00dfen Geb\u00e4ude kletterhalle. Es ist aber kelterhalle.<\/p>\n\n\n\n<p>In Wintringen finde ich endlich ein ge\u00f6ffnetes Caf\u00e9. Man kann auf der Terrasse vor dem Haus sitzen. Es ist noch kein anderer Gast da. Die Kellnerin versteht meine Frage erst nicht richtig. Polin? Ukrainerin. Ich bestelle Kaffee und Apfelkuchen und sie l\u00e4sst sich auf ein kurzes Gespr\u00e4ch auf Russisch ein. Sie ist seit drei Jahren hier, lernte Deutsch in einem Sprachkurs. Das Aufnehmen der Bestellung geht gut auf Deutsch, und die Zahlen kann sie perfekt: 6,50 \u20ac. Aber ansonsten geht es auf Russisch besser. Sie hat keine Kinder, auch keinen Mann. Geschieden. Sie zeigt auf eine Narbe an ihrem Hals und sagt etwas von Operation. Aber ich verstehe nur die H\u00e4lfte. Ich verstehe aber, dass sie in die Ukraine zur\u00fcck will. Warum? Zuhause sei eben Zuhause, sagt sie lapidar. Den Krieg erw\u00e4hnt sie nicht. Ich auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 10.30 geht es weiter. Der Routenplaner weist mir den Weg. Das System kann in der Sprachansage nicht zwischen <em>Weg<\/em> und <em>weg<\/em> unterscheiden: Folgen Sie dem <em>weg<\/em> 200 Meter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg f\u00fchrt von der Mosel weg. Es geht \u00fcber Feldwege weiter. An einem Weinstand, der auch jetzt schon von einigen frequentiert wird, steht: <em>Zutritt nur mit tagesaktuellem Durst<\/em>. Auf dem Feld nebenan steht ein Strohballen mit der Figur eines Radfahrers, der in den Strohballen gefahren ist. Sein Kopf guckt am anderen Ende heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine sch\u00f6ne Durchfahrt gibt es durch Brauneberg, die Mosel links, Schieferh\u00e4user rechts. Die Stra\u00dfenschilder sind blau, mit Frakturschrift: <em>Engels Gaass<\/em>, <em>Schnaaps Gaas<\/em>. An einem Haus lese ich <em>Schiefer Traum<\/em>, es ist aber <em>Schiefertraum<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>In Brauneberg gibt es eine wiederhergestellte r\u00f6mische Kelteranlage. Die R\u00f6mer bauten hier blaue und wei\u00dfe Trauben an, heute werden nur noch wei\u00dfe angebaut. Hier werde seit 1800 Jahren Wein angebaut, hei\u00dft es. Ob das stimmt? Hat man immer, auch nach dem Abzug der R\u00f6mer, auch im Mittelalter, durchgehend Wein angebaut?<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 66 Kilometern kommt Bernkastel. Die Uferpromenade, wie immer, voller Autos, man kann von hier aus kaum erahnen, was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Ort das ist. Die Ruine des Kastells, von dem der Ort seinen Namen hat, thront ganz oben auf dem Fels. Der Namensteil <em>Bern<\/em> ist irref\u00fchrend, hat nichts mit <em>Bern<\/em> oder <em>Bernstein<\/em> zu tun, sondern mit <em>Prim<\/em>. Gemeint ist also das \u201aErste Kastell\u2018, das bedeutendste.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter geht es, an der Sonnenuhr im Weinberg vorbei. Die Oberschenkel machen sich langsam bemerkbar, aber Kraft zum Weiterfahren habe ich noch. Nur das Sitzen wird immer ungem\u00fctlicher. Dann stellt sich heraus, dass die Strecke heute l\u00e4nger ist als erwartet, und zu allem \u00dcbel f\u00e4ngt es auch noch an zu regnen. Weiterfahren? Unterstellen? Einkehren? Ich bin unschl\u00fcssig, fahre erst mal weiter, kehre dann aber in die <em>Kaffeem\u00fchle<\/em> bei Zeltingen ein. Hier sitzt man gesch\u00fctzt unter gro\u00dfen Sonnenschirmen. Gro\u00dfe Kuchenauswahl, darunter <em>Rotk\u00e4ppchen<\/em> und <em>Sekttorte<\/em>, aber ich belasse es bei Kaffee und Wasser. Hier hat man eine gute L\u00f6sung gefunden f\u00fcr \u201eNichtg\u00e4ste\u201c (komisches Wort), die die Toilette benutzen. Sie zahlen 50 Cent, und die gehen an die <em>Villa Kunterbunt<\/em> in Trier.<\/p>\n\n\n\n<p>Die freundliche Wirtin macht mir Mut, das mit dem Regen werde schon nicht so schlimm werden, aber ihre Prophezeiung&nbsp; bewahrheitet sich erst mal nicht. Im Gegenteil. Der Regen wird st\u00e4rker. W\u00e4hrend sich die anderen Radfahren dick eingemummt haben, ziehe ich meinen Pullover aus. So wird der wenigstens schon mal nicht nass.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein tapferer Jogger kommt mir entgegen. Auf seinem T-Shirt steht be what you are. Warum schreiben die Leute so was auf ihr T-Shirt? Was bedeutet das? Wer ist der Adressat dieser Botschaft? Wie soll ich mein Verhalten, mein Leben ver\u00e4ndern, um dem gerecht zu werden. Und kann ich \u00fcberhaupt was anderes sein als ich selbst?<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz darauf kommt ein Wohnwagen mit der Aufforderung <em>Lebe deinen Traum<\/em>. Leuchtet mir genauso wenig ein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber eine gro\u00dfe Br\u00fccke geht es \u00fcber die Mosel, Richtung Traben-Trarbach. Hier ist nur noch Trarbach ausgeschildert. Liegen die beiden Ortsteile auf verschiedenen Seiten der Mosel, wie Bernkastel und Kues?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fahre an stattlichen H\u00e4usern aus der Gr\u00fcnderzeit vorbei, heute fast ausschlie\u00dflich mit gastronomischen Gesch\u00e4ften best\u00fcckt, vermutlich gehobene Gastronomie.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier f\u00e4ngt mein Routenplaner an, verr\u00fcckt zu spielen. Wo auch immer ich hinfahre, ist es falsch. Ich steige ab und verfolge die Instruktionen ganz genau. Dann bin ich nur noch sieben Meter von der Route entfernt. Die f\u00fchrt direkt auf einen Ausflugsdampfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnert mich an eine Szene in Holland, wo ich im Rheindelta direkt ins Wasser gef\u00fchrt wurde. Da hat sich aber herausgestellt, dass ich eine F\u00e4hre nehmen musste. Aber der Ausflugsdampfer kann ja wohl nicht ernsthaft gemeint sein. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fahre auf gut Gl\u00fcck weiter, Richtung Ortsausgang. Eine ortskundige \u00e4ltere Dame gibt mir freundlich Auskunft. Ihre Auskunft erweist sich als richtig, aber zuerst etwas irref\u00fchrend. Sie hat mir als Anhaltspunkt ein Dachdeckerunternehmen genannt. Aber hier geht es nur zur Jugendherberge. Ich soll aber zur F\u00e4hre.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommt ein Radwegschild, aber das ist so verblichen, dass man den gr\u00fcnen Pfeil nicht mehr erkennen kann. Das wiederholt sich im Laufe der Tour noch zweimal. Ich biege auf gut Gl\u00fcck links ab. Es geht steil bergauf, von der Mosel weg, und dann eine Landstra\u00dfe entlang, parallel zur weit unten liegenden Mosel. Die Kr\u00e4fte schwinden. Dann sehe ich zu meiner Erleichterung <em>Enkirch<\/em> in den Weinbergen eingeschrieben. Enkirch ist mein Ziel. Aber es ist auf der anderen Seite. Und ich bin von der Mosel durch ein breites abgesperrtes St\u00fcck Land getrennt. Hier gibt es eine Schleuse, aber keine Br\u00fccke. Eine F\u00e4hre auch nicht, und wenn es die gibt, kann ich nicht hinkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht weiter, und dann erscheint pl\u00f6tzlich die von der Dame angek\u00fcndigte F\u00e4hre von K\u00f6venig. Der F\u00e4hrmann wartet auf Passagiere. Ich gehe auf die winzige F\u00e4hre und zahle 1,50 f\u00fcr mich und 1,50 f\u00fcrs Fahrrad. Der F\u00e4hrmann legt ab, mit unbewegtem Gesicht und mechanischen Handbewegungen setzt er die F\u00e4hre in Gang. Aber es geht nicht zielstrebig ans andere Ufer. Wir scheinen uns eher im Kreis zu bewegen. Dann sehe ich, dass er noch einen weiteren Passagier auf dem Landesteg entdeckt hat und noch mal zur\u00fcckkehrt. Wir laden den anderen ein, und r\u00fcber geht\u2019s.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite stehen auf einem Campingplatz lastwagenartige Wohnwagen, wie ich sie noch nie gesehen habe. Aber hier scheinen sie alle zusammenzukommen. Auf einem steht <em>Wechfahrhaus<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schiebe mein Rad den H\u00fcgel rauf auf den h\u00fcbschen, menschenleeren Brunnenplatz, und dann die Dorfstra\u00dfe rauf, mit Kopfsteinpflaster, einer alten Apotheke, einem Fachwerkhaus mit schiefer Fassade, Stra\u00dfen mit originellen Namen&nbsp; und dem <em>Backhaus<\/em>, einem Caf\u00e9.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr meinen Routenplaner bin ich immer noch au\u00dferhalb meiner Route, aber dann hat er mich wieder und sagt: \u201eDu bist wieder auf deiner Route. Die Navigation wird fortgesetzt. Du hast dein Ziel erreicht.\u201c Ich stehe vor dem Gasthof \u201eZur Sonne\u201c. Habe aber die Rechnung ohne meine eigenen Reservierung gemacht, auf der ausdr\u00fccklich steht: <em>Zimmerbelegung ab 14.30<\/em>. Die fehlende halbe Stunde verbringe ich im <em>Backhaus<\/em> gleich gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht alles schnell und unkompliziert in dem Gasthaus. Und ich kann die F\u00fc\u00dfe ausstrecken. Und die Speisekarte studieren. Im gleichen Haus, nur die Treppe runter, befindet sich n\u00e4mlich das Lokal. Die Unterkunft ist so gut wie perfekt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich am fr\u00fchen Abend runter gehe, ist die Wirtsstube schon voll besetzt, und man muss sich wohl oder \u00fcbel nach drau\u00dfen setzen, obwohl es etwas kalt ist. Aber auch hier sitzen welche, eine Gruppe von M\u00e4nnern und zwei Paare. Vermutlich lauter Radfahrer. Man sitzt gesch\u00fctzt unter gro\u00dfen Schirmen. Auf denen steht <em>Benediktiner Weissbier<\/em>. Ich bin \u00fcberrascht \u00fcber die Schreibweise, aber das Benediktiner schreibt sich wirklich mit <em>ss<\/em>, wie <em>Rot Weiss Ahlen<\/em> und <em>Rot-Weiss Essen<\/em>, aber anders als <em>Rot-Wei\u00df Oberhausen<\/em> und <em>Rot-Wei\u00df Erfurt<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Von meinem Platz aus blickt man auf das sch\u00f6ne Eingangsschild des Gasthauses <em>Zur Sonne<\/em>, mit einer dicken, gelben Sonne, das ich vorher bei der Suche erst \u00fcbersehen habe. Der Name des Gasthauses folgt dem der Besitzer, Sonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier auf der Terrasse wachsen Zitronen, an einem Strauch gleich neben mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00e4nner sind fr\u00f6hlich, sprechen laut, lachen. Und bestellen immer wieder: \u201eNoch sieben Pils!\u201c Als das Essen kommt, werden sie ruhiger. Danach f\u00e4ngt einer an, von seiner Scheidung zu sprechen. Seine Frau habe vertraglich zugesagt, auf ihre Rentenpunkte zu verzichten, weil er ihr das gemeinsame Haus vermacht habe. Dann habe sie sich aber einfach geweigert, das einzul\u00f6sen. Er habe zw\u00f6lf Jahre lang jeden Monat 400 \u20ac Unterhalt gezahlt. Seine Frau habe kein bisschen nachgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommt mein Essen. Es gibt den Enkircher Zwiebelteller und einen Enkircher Wei\u00dfwein. Aber nur ein Glas. Morgen steht eine weitere anstrengende Etappe an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>30. August (Mittwoch)<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchst\u00fcck gibt es erst um 8.00, also verz\u00f6gert sich die Abfahrt bis 8.30.<\/p>\n\n\n\n<p>1) Trier \u2013 Enkirch (Dienstag): 99 km, 6.30-14.00<\/p>\n\n\n\n<p>2) Enkirch \u2013 Kobern-Gondorf (Mittwoch): 92 km, 8.30-15.00<\/p>\n\n\n\n<p>3) Kobern-Gondorf \u2013 Remagen (Donnerstag):<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>29. August (Dienstag) Fr\u00fcher Aufbruch, noch im Morgengrauen. Es ist kalt, k\u00e4lter als in den letzten Jahren. Da hatte ich es mal mit Hitze, mal mit Wind, mal mit Regen zu tun, aber nie mit K\u00e4lte. 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