{"id":4272,"date":"2013-09-26T12:08:54","date_gmt":"2013-09-26T10:08:54","guid":{"rendered":"http:\/\/pregonero.de\/?p=4272"},"modified":"2020-06-17T18:57:07","modified_gmt":"2020-06-17T16:57:07","slug":"wirtschaftswunder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pregonero.de\/?p=4272","title":{"rendered":"Wundersames Wirtschaftswunder"},"content":{"rendered":"<p>Das Land liegt im Tr\u00fcmmern. Dann kommt die D-Mark, von Ludwig Erhard eingef\u00fchrt. Dann der Marshall-Plan. Kombiniert mit dem Flei\u00df der Deutschen bringen sie Wirtschaftswachstum: das Wirtschaftswunder. So weit die Legende. Die Wirklichkeit sah anders aus. Tats\u00e4chlich lag Deutschland nicht in Tr\u00fcmmern. Aber es gibt doch die Photos und Berichte von den zerst\u00f6rten St\u00e4dten? Ja, viele Innenst\u00e4dte waren zerst\u00f6rt, man hat die Bilder vor Augen. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Aber: Das waren nur die Innenst\u00e4dte. H\u00e4tte der Photograph, h\u00e4tte der Kameramann sich umgedreht, h\u00e4tte er lauter gut erhaltene Vorst\u00e4dte vor Augen gehabt. Aber die zogen kaum die Aufmerksamkeit auf sich. Die Vorst\u00e4dte, die kleineren St\u00e4dte, die D\u00f6rfer waren meist v\u00f6llig intakt. (Ich erinnerte mich in diesem Zusammenhang an eine Passage bei Ian McCourt, der als GI nach Deutschland kam, aufs Land in Bayern und sich verwundert die Augen rieb angesichts der adretten D\u00f6rfer, bei denen von Krieg nichts zu sehen war). Die D-Mark wurde zwar eingef\u00fchrt, nach einer streng geheim gehaltenen Klausurtagung deutscher Wissenschaftler, dem sog. Konklave, aber Ludwig Erhard war auf dem Konklave gar nicht anwesend! Und die Einf\u00fchrung der D-Mark war l\u00e4ngst vor dem Konklave beschlossen worden, und zwar von den Amerikanern. Sie richteten es so ein, dass die Mitglieder des Konklave den Eindruck hatten, sie h\u00e4tten die Entscheidung gef\u00e4llt. Den Marshall-Plan gab es nicht nur f\u00fcr Deutschland, sondern auch f\u00fcr andere L\u00e4nder. Und mit dem Marshall-Plan kamen haupts\u00e4chlich Waren nach Deutschland, die die USA sonst nicht absetzen konnten, vor allem Baumwolle. Davon hatten sie einfach zu viel. Und Wirtschaftswachstum gab es auch in anderen L\u00e4ndern, vor allem in Italien und Frankreich. In Deutschland war es aber tats\u00e4chlich etwas &#8211; aber nicht bedeutend &#8211; h\u00f6her als dort. Das hatte aber nichts mit D-Mark und Marshall-Plan und Flei\u00df zu tun &#8211; auch woanders war man flei\u00dfig &#8211; sondern mit zwei spezifischen Faktoren: dem Korea-Krieg und den Fl\u00fcchtlingen. Wirtschaftswachstum und Korea-Krieg? Die Alliierten brauchten R\u00fcstungsnachschub, und nirgends gab es so viele freie Kapazit\u00e4ten wie in Deutschland. Die Industrieanlagen waren nicht ausgelastet, und Deutschland bekam die Auftr\u00e4ge. Die Fl\u00fcchtlinge, die meistens als eine Belastung wahrgenommen werden, gaben der deutschen Wirtschaft im Gegenteil einen Schub, durch ihre Arbeit und ihren Konsum. Besonders profitierte Deutschland von den gut ausgebildeten Arbeitskr\u00e4ften, vor allem den Ingenieuren, die aus den ehemaligen deutschen Gebieten, aber auch aus der SBZ in den Westen kam. Die wurden, wie ein Augenzeuge, selbst ein Schleuser, in der Fernsehsendung, der ich diese Informationen verdanke (Weber, Christoph: &#8220;Unser Wirtschaftswunder. Die wahre Geschichte&#8221;, in: <em>Phoenix<\/em>: 18\/09\/2013), berichtet, systematisch abgeworben und in n\u00e4chtlichen Aktionen \u00fcber die Grenze geschleust.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Land liegt im Tr\u00fcmmern. Dann kommt die D-Mark, von Ludwig Erhard eingef\u00fchrt. Dann der Marshall-Plan. Kombiniert mit dem Flei\u00df der Deutschen bringen sie Wirtschaftswachstum: das Wirtschaftswunder. So weit die Legende. 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