{"id":4792,"date":"2014-02-23T09:20:28","date_gmt":"2014-02-23T08:20:28","guid":{"rendered":"http:\/\/pregonero.de\/?p=4792"},"modified":"2020-06-17T18:39:58","modified_gmt":"2020-06-17T16:39:58","slug":"romische-etymologien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pregonero.de\/?p=4792","title":{"rendered":"R\u00f6mische Etymologien"},"content":{"rendered":"<p>Warum hei\u00dft Rom eigentlich <em>Rom<\/em>? Der Name ist mit <em>Rheuma <\/em>verwandt, dem griechischen Wort f\u00fcr \u201aStrom\u2018. Wo Strom ist, da flie\u00dft was, und wo Rom ist, da flie\u00dft auch was, n\u00e4mlich der Tiber (G\u00f6ttert: 13). Und warum hei\u00dft das Kolosseum eigentlich <em>Kolosseum<\/em>? Darauf gibt es keine verbindliche Antwort, aber vielleicht bezieht sich der Name auf eine Kolossalstatue Neros, die sich hier befand. Der Ort spricht jedenfalls daf\u00fcr, denn da, wo sp\u00e4ter das Kolosseum entstand, befand sich ein k\u00fcnstlicher See, Teil von Neros <em>Domus Aurea<\/em>. (Fischer: 90). Das Kolosseum, offiziell <em>Amphiteatrum Flavium<\/em>, wurde von Vespasian als Entsch\u00e4digung an das Volk f\u00fcr die neronische Tyrannei errichtet (Mesina: 100). Er wollte sich mit <em>panem et circenses <\/em>Freunde machen. Nicht weit vom Kolosseum entfernt befindet sich die Piazza Venezia, benannt nach dem Palazzo Venezia, errichtet von Pietro Barbo, dem aus Venedig stammenden Kardinal und sp\u00e4teren Papst Paul II (Mesina: 158). Der hatte eine Vorliebe f\u00fcr Pferderennen ohne Reiter. Die Pferde wurden an der Piazza del Popolo losgelassen und liefen dann auf das Ziel an der Piazza Venezia zu, \u00fcber eine Stra\u00dfe, \u00a0die noch heute <em>Via del Corso<\/em> hei\u00dft (Mesina: 199). Ein ebenso bekannter Platz in Rom ist die Piazza Navona. Noch heute kann man an ihrer Form, einer l\u00e4nglichen Ellipse, ihre urspr\u00fcngliche Bestimmung erkennen. Sie war das Stadion Domitians, ein Ort der Spiele, der Wettk\u00e4mpfe. Die Reste der Bebauung kann man heute noch unter dem Platz besichtigen. Der Name <em>Navona<\/em> wird von griechisch <em>agon<\/em>, \u201aWettkampf\u2018, abgeleitet und hat sich \u00fcber <em>agone<\/em> &gt; <em>nagone<\/em> &gt; <em>navona <\/em>entwickelt (Fischer 270).\u00a0 Unter den H\u00fcgeln Roms, die nicht zu den sieben H\u00fcgeln Roms geh\u00f6ren (aber oft besser als solche zu erkennen sind), befinden sich der Vatikan, der Gianicolo und der Testaccio. Der Testaccio ist kein nat\u00fcrlicher H\u00fcgel, sondern entstand durch das Anh\u00e4ufen von zerbrochenen antiken Amphoren, vor allem Amphoren, die mit \u00d6l gef\u00fcllt waren und deshalb nicht weiterverwendet werden konnten. Man sch\u00e4tzt die Zahl der Amphoren, die den Testaccio bildeten, auf \u00fcber 20 Millionen! Die Amphoren wurden, wenn sie auf der Schutthalde landeten, zerbrochen, und das Wort <em>testae<\/em>, \u201aScherben\u2018, gab dem H\u00fcgel seinen Namen. Aus dem gleichen Wort rekrutierte das Italienische (wie das Franz\u00f6sische) sein Wort f\u00fcr &#8216;Kopf&#8217;, <em>testa<\/em>, zun\u00e4chst ein umgangssprachliches Wort (vgl. deutsch <em>Birne<\/em>). Dagegen blieb das Spanische mit <em>cabeza<\/em> dem klassischen lateinischen Wort, <em>caput<\/em>, (einigerma\u00dfen) treu. (G\u00f6ttert, Karl-Heinz: <em>Deutsch. Biographie einer Sprache<\/em>. Berlin: Ullstein, 2010; Mesina, Caterina: <em>Rom<\/em>. Ostfildern: DuMont, 3\/2012; Fischer, Heinz-Joachim: <em>Rom<\/em>. K\u00f6ln: DuMont, 6\/1991)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum hei\u00dft Rom eigentlich Rom? Der Name ist mit Rheuma verwandt, dem griechischen Wort f\u00fcr \u201aStrom\u2018. Wo Strom ist, da flie\u00dft was, und wo Rom ist, da flie\u00dft auch was, n\u00e4mlich der Tiber (G\u00f6ttert: 13). 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