{"id":9856,"date":"2018-07-04T14:20:58","date_gmt":"2018-07-04T12:20:58","guid":{"rendered":"http:\/\/pregonero.de\/?p=9856"},"modified":"2018-07-26T15:50:51","modified_gmt":"2018-07-26T13:50:51","slug":"marx-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/pregonero.de\/?p=9856","title":{"rendered":"Marx (2)"},"content":{"rendered":"<p>Am Treppenaufgang zur Ausstellung links eine Landkarte Europas, mit den Grenzen der Zeit von Marx und den heutigen Grenzen. Viele Dinge sind gleich geblieben, aber es gibt auch Unterschiede: Griechenland, Polen und Irland existierten (noch) nicht. Und im Osten gab es drei Gro\u00dfreiche: das Zarenreich, das Osmanische Reich und Kakanien.<\/p>\n<p>Rechts eine Wand mit gro\u00dffl\u00e4chigen Reproduktionen von Photos von Marx. Alle stammen aus der Londoner Zeit. Auf allen tr\u00e4gt er das Haar lang und hat einen Rauschebart. Es gibt kein Photo von ihm und Jenny. Wenn Frauen neben ihm posieren, sind es seine T\u00f6chter oder, in einem Fall, eine seiner T\u00f6chter neben der Tochter von Engels.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist nicht im engeren Sinne \u00fcber Marx Leben, sondern zeichnet die Stationen seines Lebens nach, eine ganze Menge, von Trier bis nach London. Dass er auch einmal in Algier war (um sich in dem milden mediterranen Klima von seinen vielen Leiden zu erholen), wusste ich nicht. Auf dem R\u00fcckweg war er sogar in Monte Carlo.<\/p>\n<p>Es ist bezeichnend, dass Trier am Anfang steht, das kleine, provinzielle Trier mit gerade mal 10.000 Einwohnern, und London am Ende, die riesige, moderne Metropole, die gr\u00f6\u00dfte Stadt Europas zu der Zeit. Sie hatte zu Zeiten von Marx schon f\u00fcnf Bahnh\u00f6fe! Die verbanden sie mit allen Teilen Englands. Auf Gem\u00e4lden \u2013 die meisten Exponate sind Gem\u00e4lde \u2013 sieht man St. Pancras Station \u2013 romantisch in Abendlicht geh\u00fcllt, die Bahnhofshalle im Zwielicht fast verschwimmend, die Fassade wie eine gotische Kirche \u2013 und King\u2019s Cross Station, gesch\u00e4ftig, mit gro\u00dfem Auflauf angesichts des Eintreffens der K\u00f6nigin.<\/p>\n<p>Die meisten Exponate sind Bilder. Die nehmen Bezug auf die Lage in  den verschiedenen St\u00e4dten zu Marx\u2018 Zeiten. F\u00fcr die Zeit in Trier steht  ein Gem\u00e4lde, das eine erwischte Reisigsammlerin im Wald zeigt. An ihrer  Seite ihre weinende Tochter. Neben ihr ein Gendarm mit einem Notizbuch.  Das Sammeln von Reisig, fr\u00fcher erlaubt, war von den Preu\u00dfen unter Strafe  gestellt worden. Das f\u00fchrte zu noch mehr Elend bei den Armen.<\/p>\n<p>Die Franzosenzeit hatte f\u00fcr Trier Fortschritt bedeutet, hinsichtlich  der Institutionen und hinsichtlich der Gesetze. Zum ersten Mal waren  alle (M\u00e4nner!) vor dem Gesetzt gleich. Hier ist eine Zeichnung von  Goethe zu sehen, die die Freiheit feiert. Oben steht: <em>Cette terre<\/em> \u00e8 libre. Im Hintergrund sieht man einen kleinen Ort: Schengen!<\/p>\n<p>In der Preu\u00dfenzeit wurde das alles r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. Und es gab  einen gro\u00dfen materiellen R\u00fcckschritt. Trier waren nach der  Napoleonischen Zeit Absatzm\u00e4rkte  abhandengekommen.\u00a0 Das beeintr\u00e4chtigte  die Lage der  Kleingewerbetreibenden. Darunter litten auch die Winzer.  Und die litten  au\u00dferdem unter der Steuerlast. Weine aus dem Rheinland  galten in Preu\u00dfen  als Auslandsprodukte und unterlagen hohen Z\u00f6llen.  Dann schlug auch noch  die Reblaus zu.Die Lage der Menschen wurde durch  eine Schlacht- und eine Mahlsteuer noch verschlimmert. Viele lebten  unter dem Existenzminimum, und in einigen Jahren waren 1.700 Menschen  inhaftiert, von insgesamt 11.000!<\/p>\n<p>Das f\u00fchrte zu Auswanderungen in gro\u00dfem Stil, von Trier aus u.a. nach  Brasilien. Vor allem viele Winzer wanderten dahin aus. Auf einem Gem\u00e4lde  sieht man Auswanderer beim Aufbruch, auf einem anderen eine Amtsstube,  in der man sich seine Papiere besorgen musste. Man ben\u00f6tigte einen Pass.  Das bedeutete nicht dasselbe wie heute. Ein Pass war eher das, was man  heute als Visum bezeichnen w\u00fcrde, aber man brauchte ihn nicht, um  reinzukommen, sondern um rauszukommen! Die L\u00e4nder wollten ihre B\u00fcrger  behalten! Sie waren wichtig als Arbeitskr\u00e4fte, als Erzeuger von  Nachkommen, als Steuerzahler, als Soldaten. Rein kam man \u00fcberall, ganz  anders als heute. In einer Vitrine ist ein Pass ausgestellt, ein  gro\u00dfformatiges Blatt Papier mit den \u00fcblichen Unterschriften und  Stempeln.<\/p>\n<p>Trier ist die kleinste Stadt auf Marx\u2018 Lebensweg, mit Ausnahme vielleicht von Bad Kreuznach. Dort heiratete er. Jenny war nach dem Tod des Vaters mit der Mutter dorthin gezogen. Auf der Hochzeitsreise, die ihn nach Bingen und Baden-Baden f\u00fchrte, kam er zum ersten Mal ins Ausland! Bingen geh\u00f6rte zu Hessen.<\/p>\n<p>Eine Bleistiftzeichnung zeigt den jungen Marx als Studenten in Bonn, mit  17. Er hatte schon mit 16 Abitur gemacht und Trier verlassen! Diese  Bleistiftzeichnung ist die \u00e4lteste erhaltene Darstellung von Marx.<\/p>\n<p>Es gibt nur wenige Exponate mit direktem Bezug auf Marx. Eins davon ist ein Karzerbuch der Universit\u00e4t Bonn. Dort wird er, <em>Carl Marx<\/em>, zu einem Tag Karzer verurteilt, wegen \u201en\u00e4chtlicher Ruhest\u00f6rung&#8221;. Kurios, dass es bei der Schreibung des Namens noch keine Einheitlichkeit gibt. Au\u00dfer Bonn gibt es zu der Zeit keine einzige Universit\u00e4t im Rheinland und in Westfalen!<\/p>\n<p>In Bonn machte Marx, was man als Student so macht: Liebesgedichte schreiben, die Vorlesungen schw\u00e4nzen, saufen, feiern, l\u00e4rmen. Sein Vater sorgte daf\u00fcr, dass die Sache bald ein Ende nahm, nach zwei Semestern. Er empfahl\u00a0 Berlin als seri\u00f6sen Studienort. Es ist genau das Gegenteil von dem, was man erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurde Marx in Berlin sofort zu einem ernsthaften Studenten, so sehr, dass der Vater sich jetzt sorgte, weil der Sohn nur noch die B\u00fccher im Kopf hatte. Berlin war die erste Gro\u00dfstadt, die Marx kennenlernte, mit Fabriken, Palais, Paraden, Theater und 200.000 Einwohnern.<\/p>\n<p>Entgegen der allgemeinen Vermutung musste Marx Berlin nicht wegen seiner politischen Einstellung verlassen, sondern weil er die Regelstudienzeit \u00fcberschritten hatte! Promoviert wurde er dann in Jena, in Abwesenheit! Die Stadt hat er nie betreten!<\/p>\n<p>K\u00f6ln war, wie Trier, katholisch, liberal und antipreu\u00dfisch. Wie sehr die Preu\u00dfen diese Ideologie f\u00fcrchteten, sieht man darin, dass sie den Rosenmontagszug verboten. Der war ihnen zu politisch.<\/p>\n<p>In Paris lebten zu der Zeit, als Marx dorthin \u00fcbersiedelte, 80.000 Deutsche, 8% der\u00a0 Bev\u00f6lkerung! Trotz der hohen Einwohnerzahl waren Teile der Stadt noch ganz l\u00e4ndlich. Auf einem Gem\u00e4lde von Corot sieht einen H\u00fcgel mit Feldern, einem Felsen und einer M\u00fchle: Montmarte!<\/p>\n<p>In einer Schatulle ist ein Reiseschreibset aufbewahrt. Ob es von Marx selbst stammt, wird nicht ganz klar. Jedenfalls enth\u00e4lt es, s\u00e4uberlich geordnet, Federn unterschiedlicher St\u00e4rke, zwei Tintenf\u00e4sser und zwei Schreibstiele. So was muss Marx st\u00e4ndig bei sich gehabt haben. Bei Umz\u00fcgen war man nicht zimperlich. Man schleppte den gesamten Haushalt mit. In der Regel fuhr Marx, mit dem N\u00f6tigsten ausgestattet, vor, und Jenny kam mit dem gesamten Haushalt hinterher.<\/p>\n<p>Auf einem Gem\u00e4lde sieht man ein Pfandleihhaus. Das hatte nichts Anr\u00fcchiges an sich. Man ging ins Pfandleihaus, wenn man einen Kredit brauchte, so wie man heute zur Bank geht. Auf dem Gem\u00e4lde sieht man folgerichtig eine Familie aus dem Establishment, gut gekleidete, vornehm. Anders war es mit der Zwangsverpf\u00e4ndung. Auch die wird auf einem Gem\u00e4lde illustriert. Die Zwangsverpf\u00e4ndung trat ein, wenn man seine Schulden endg\u00fcltig nicht mehr bezahlen konnte. Das bedeutete dann auch den Verlust der Wohnung. Und genau das passierte bei Marx zu Beginn der Londoner Zeit: Die hochschwangere Jenny wurde mit mehreren kleinen Kindern auf die Stra\u00dfe gesetzt. Die Familie stand am Abgrund. Sp\u00e4ter wurde die Situation besser, durch verschiedene Erbschaften und durch die Unterst\u00fctzung durch Engels. Aber die Klagen rissen nicht ab, aber es waren jetzt Klagen auf h\u00f6chstem Niveau: Der Italienischlehrer will mehr Geld, wir k\u00f6nnen und den Klavierunterricht f\u00fcr Jenny nicht mehr leisten, der Preis f\u00fcr den Wein ist gestiegen usw.<\/p>\n<p>Marx selbst und Jenny und die auf dem Kontinent geborenen Kinder waren staatenlos. Hier galt das <em>ius sanguinis<\/em>. Das galt nicht f\u00fcr die in England geborenen Kinder. Sie hatten die britische Staatsangeh\u00f6rigkeit. Hier galt das <em>ius soli<\/em>.<\/p>\n<p>In einer Vitrine sieht man zwei Schreiben von Marx aus Br\u00fcssel an Trier, an den Oberb\u00fcrgermeister, der gleichzeitig der Preu\u00dfische Gesandte ist. Er ben\u00f6tigt Unterlagen f\u00fcr seine geplante Auswanderung in die USA. Daraus wurde nichts.<\/p>\n<p>Ein aufgeschlagenes Exemplar der <em>Rheinischen Zeitung<\/em> liegt in einer Vitrine, mit einem eng gedruckten Text zu der Debatte in Preu\u00dfen zum Holzdiebstahl. Geschrieben ist der Artikel \u201evon einem Rheinl\u00e4nder\u201c \u2013 Marx. Er war Chefredakteur der Zeitung. Die <em>Rheinische Zeitung<\/em> wurde verboten, dann, nach der Revolution, als <em>Neue Rheinische Zeitung<\/em> wiedergegr\u00fcndet. Nach dem Niederschlag der Revolution wurde Marx aus Preu\u00dfen ausgewiesen. Das letzte Exemplar der Neuen Rheinischen Zeitung, unmittelbar vor dem Verbot erschienen, ist ganz in Rot gehalten. Ein Exemplar ist in der Ausstellung zu sehen.<\/p>\n<p>Vor der Ausweisung aus Br\u00fcssel landete Marx tats\u00e4chlich im Gef\u00e4ngnis &#8211; f\u00fcr eine Nacht. Zusammen mit Jenny, aber nat\u00fcrlich getrennt von ihr. Die war zusammen mit Wucherinnen und Prostituierten interniert. Marx lancierte die Sache geschickt und es kam zu einem \u00f6ffentlichen Aufschrei, nicht so sehr wegen Marx, sondern wegen <em>La Baronesse de Westphalie!<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr Manchester gibt es einen eigenen Raum, obwohl Marx nie dort wohnte. Er verbrachte aber lange Zeit dort, bei Engels, und in der Bibliothek. Kurz gesagt, wurde in Manchester aus dem Philosophen ein Wirtschaftswissenschaftler. Trotzdem hat Marx nie eine Fabrik von innen gesehen!<\/p>\n<p>Hier gibt es auch ein Gem\u00e4lde, das eine Fabrik mit  hammerschwingenden Arbeitern zeigt. Hier ist alles hell, die Atmosph\u00e4re  ist betriebsam, die M\u00fchen der Arbeit und das Elend der Arbeiter bleiben  verborgen. Hier wird die Industrialisierung gefeiert. Im Vordergrund,  erst bei genauem Hinsehen zu erkennen, sitzt ein M\u00e4dchen mit einem  Mathematik-Buch. Sie geh\u00f6rt zu den Gewinnern der Industrialisierung.<\/p>\n<p>Daneben ein Bild, <em>La Nena Obrera<\/em>, das in der Zeit Furore machte. Urspr\u00fcnglich gro\u00dfformatig, \u00fcber zwei Meter lang, und so erfolgreich, dass der Maler,\u00a0 Joan Planella, dieses zweite, kleinformatige Bild folgen lie\u00df. Das erste war auf Ausstellungen in New York, Buenos Aires, Paris usw. gewesen. Das Bild zeigt eine Fabrikarbeiterin, eine absolute Neuheit. Die Malerei hatte fr\u00fcher Adelige, heute Unternehmer dargestellt, aber keine Arbeiter, und schon gar keine Frauen oder Kinder. Hier, bei der <em>Nena Obrera<\/em>, sind Kind und Frau gleichzeitig erfasst.<\/p>\n<p>Von Algier, wo er von London aus hinreiste, um in dem milden Mittelmeerklima seine vielen Gebrechen zu kurieren, gibt es eine Tagebuchaufzeichnung von Marx, von der wir wissen, dass er einen Termin beim Photographen und einen beim Barbier hatte. In dieser Reihenfolge. Beim Barbier lie\u00df er sich den Bart abnehmen. Wenn dieser Reihenfolge gibt es kein Photo des bartlosen Marx.<\/p>\n<p>Die Hoffnung auf das milde Mittelmeerklima erwies sich als tr\u00fcgerisch. Es st\u00fcrmte und regnete ununterbrochen. Danach ging die Reise nach Monto Carlo, ausgerechnet nach Monte Carlo. Marx (und Marxismus) und Montecarlo &#8211; kann man sich einen gr\u00f6\u00dferen Gegensatz denken?<\/p>\n<p>Von den sieben Kindern von Marx und Jenny starben vier als S\u00e4ugling oder im Kindsalter. Nur drei erreichten das Erwachsenenalter, drei T\u00f6chter. Sie hie\u00dfen, um Verwirrung zu stiften, mit erstem Vornamen alle Jenny! Alle drei wirkten zu irgendeiner Zeit als Sekret\u00e4rin oder Assistentin von Marx.<\/p>\n<p>Nur zwei \u00fcberlebten Marx. Jenny Caroline, die \u00e4lteste Tochter, starb wenige Monate vor Marx an Blasenkrebs, im selben Jahr, 1883.<\/p>\n<p>Jenny Eleanor, &#8220;Tussy&#8221;, eine aktive Sozialistin, hatte ein Nerenkrankheit, von der sie auch mehrere Kurauftenhalte nicht heilten. Sie hatte ein Verh\u00e4ltnis zu einem Mann, der ihr verheimlichte, dass er verheiratet war. Die Nachricht davon k\u00f6nnte der Ausl\u00f6ser ihres Suizids gewesen sein. Sie nahm sich im Alter von 43 Jahren mit Blaus\u00e4ure das Leben.<\/p>\n<p>Jenny Laura war die sprachbegabteste von allen und \u00fcbersetze u.a. Ibsen und Flaubert. Ins Deutsche, vermute ich. Im Alter war sie so sehr von der Angst vor Armut und Gebrechen geplagt, dass sie sich auch das Leben nahm &#8211; zusammen mit ihrem Ehemann, Paul Lafargue. Sie hatten in den Jahren des erzwungenen Exils alle drei Kinder verloren.<\/p>\n<p>Am Ende der Ausstellung st\u00f6\u00dft man in der Form von Faksimiles, aber auch als elekrtonische Dateien auf etwas, das den etwas irref\u00fchrenden Namen <em>Confessions<\/em> tr\u00e4gt. Es sind keine Bekenntnisse im eigentlichen Sinne, sondern die Antworten auf Frageb\u00f6gen, die man Freunden gab, eine unterhaltsame Art, etwas von sich preiszugeben. Jenny hielt ein komplettes <em>Confessions Book<\/em>. Da liest man einige eher nichtssagende, aber auch sehr originelle Antworten: Ihre Heldin? \u2013 Meine Kaffeekanne. Ihre Lieblingsbesch\u00e4ftigung? \u2013 Luftschl\u00f6sser bauen. Auch Schlafen und Rauchen werden als Lieblingsbesch\u00e4ftigung genannt. Und \u201eBettler anbellen\u201c. Das ist der Fragebogen von Whiskey. So hie\u00df der Hund der Familie Marx. Bei der Antwort auf die Frage nach dem pers\u00f6nlichen Motto, der pers\u00f6nlichen Maxime, gibt es zwei, die mir auffallen: <em>Fais ce que voudras, arrive ce que pourra. \u2013 Tue, was du willst. Es kommt, wie es kommt<\/em>. Und: <em>L\u00e0 o\u00f9 il y a de la g\u00e8ne il n\u2019est pas de plaisir.<\/em> &#8211;<\/p>\n<p>Es bleiben ein paar R\u00e4tsel, und es sind ein paar neue hinzugekommen durch die Ausstellung, die F\u00fchrung durch die Ausstellung und die Lekt\u00fcre der letzten Wochen: Marx wurde mit einer Arbeit \u00fcber griechische Philosophen promoviert, war aber als Jurastudent eingeschrieben. Ging das? Welchen Doktortitel erhielt er? Warum konnte er in Jena promoviert werden, obwohl er dort nie war? Ist es in Ger\u00fccht, dass Marx zeitlebens ein Photo seines Vaters mit sich trug? Stimmt es, dass die Photographie noch gar nicht erfunden war, als Marx&#8217; Vater starb? Kann es statt eines Photos nicht eine Zeichnung gewesen sein? Wie ist es mit der Ausweisung aus Preu\u00dfen? Ist das ein Mythos? Ist Marx gar nicht ausgewiesen worden? Schlie\u00dflich hat er den Austritt aus der preu\u00dfischen Staatsangeh\u00f6rigkeit selbst beantragt. Aber kann er nicht auch als Staatenloser ausgewiesen worden sein? Haben sich Marx und Engels kein bisschen um die Lage der Arbeiter in der Fabrik von Engels gek\u00fcmmert? Wie konnten sie das mit ihren Theorien vereinbaren? Wie war es mit Engels und Marx&#8217; unehelichem Kind? Irgendwo steht, es stimme nicht, dass er die Verantwortung f\u00fcr das Kind \u00fcbernommen habe, das sei ein Ger\u00fccht. Aber vielleicht ist damit nur gemeint, dass er es nicht adoptierte, wohl aber sich dazu bekannte, der Vater zu sein. Und was hat es mit der Konversion von Marx&#8217; Vater zum Protestantismus auf sich? Dass er zum Protestantismus und nicht zum Katholizismus konvertierte, ist eine Verbeugung vor den Preu\u00dfen, ein Akt des Opportunismus. Aber warum \u00fcberhaupt die Konversion? Stimmt es, dass er sonst nicht als Rechtsanwalt h\u00e4tte arbeiten k\u00f6nnen? Oder h\u00e4tte er als Rechtsanwalt arbeiten, aber nicht Beamter werden k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>(&#8220;Karl Marx 1818-1883. Stationen eines Lebens&#8221;, in: Stadtmuseum Trier, 2018)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Treppenaufgang zur Ausstellung links eine Landkarte Europas, mit den Grenzen der Zeit von Marx und den heutigen Grenzen. Viele Dinge sind gleich geblieben, aber es gibt auch Unterschiede: Griechenland, Polen und Irland existierten (noch) nicht. 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