In einer klugen Besprechung eines Romans (Andreas Maiers Die Straße) geht es um Nichtsprachliches und Triebleben. Der Autor des Romans erzählt, wie das Wort Beischlaf (oder seine Umschreibungen) durch seine Abwesenheit eine Allmacht über seine Eltern hatte. Die Rezensentin weitet das Thema aus: Sprachlosigkeit führt zu einer extremen Fixierung auf das nicht zur Sprache Gebrachte: Väter drehen beim Anblick der sprießenden Weiblichkeit ihrer Töchter durch, Mädchen geben sich mit glühenden Gesichtern ihren Doktorspielen hin, Mütter holen sich ihre Söhne zum Rückenstreicheln ins Bett. (Hartwig, Ina: “In schwarzen Löchern”, in: Die Zeit 52/2013: 51)
Zitate
Es ist eine so angenehme Empfindung, sich mit etwas zu beschäftigen, was man nur halb kann, dass niemand den Dilettanten schelten sollte, wenn er sich mit einer Kunst abgibt, die er nie lernen wird, noch den Künstler tadeln dürfte, wenn er über die Grenzen seiner Kunst hinaus in eimem benachbarten Felde sich zu ergehen Lust hat.
— Goethe-
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