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Η μόνη ηδονή που μένει ατιμώρητη είναι το διάβασμα. – Die einzige Lust, die ungestraft bleibt, ist das Lesen.
— Siranna Sateli-
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Author Archives: schaefew
Lesart
Man kann sich kaum “deutschere” Wörter vorstellen als sprechen, schreiben, lesen. Aber der Schein kann trügen. Während sprechen tatsächlich ein einheimisches Wort ist, ist schreiben ein Lehnwort aus dem Lateinischen! Es ist von scribere abgeleitet. Und lesen liegt dazwischen. Es … Continue reading
Posted in Sprache, Sprachgeschichte, Sprachwandel
Tagged Deutsch, Latein, Lesen, Schreiben, sprechen
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Erkenne dich selbst – besser nicht
Im antiken Rom gab es kein Ideal der Jungfräulichkeit. Im Gegenteil: Das Beharren auf der Unberührtheit galt als Zeichen von Einseitigkeit, Beziehungslosigkeit, mangelnder Bereitschaft zur Weiterentwicklung. So kommt es auch in den Mythen zum Ausdruck, bei Narziss zum Beispiel. Der … Continue reading
Unsere Jungs
“Unsere Jungs”, sagte meine Schwester, als wir klein waren. Die Form Jungs war die einzige Form, die wir kannten. Erst später kam dann die Form Jungen dazu, die irgendwie formaler klang, nach Schriftsprache. Wir ahnten natürlich nicht, dass Jungs niederdeutsch … Continue reading
Posted in Sprache, Sprachvariation, Sprachwandel
Tagged Hochdeutsch, Jungs, Niederdeutsch, Plural
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Kriegt er sie oder kriegt er sie nicht?
Apollo ist scharf auf Daphne. Er läuft hinter ihr her. Sie läuft davon. Er lässt nicht nach. Verfolgt sie überall hin. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Er kriegt sie. Oder er kriegt sie nicht. Wenn er sie kriegt, schlägt … Continue reading
Demütiger Beginn
Das erste Buch in deutscher Sprache ist kein Epos, kein Psalm, keine Abhandlung, auch kein Kaufvertrag oder ein Lobgesang auf Gott oder einen Herrscher, sondern – ein Wörterbuch. Das Wörterbuch steht ganz im Dienste des Lateins und ist nach den … Continue reading
Farbmarkierung
“Schalke, heißt es, seien die ‘Knappen’, der Arbeiterclub, das ist das Herz seiner Identität. Und es stimmt ja auch, denn er ist ein Club aus der Arbeiterwelt und in der Arbeiterwelt. Aber ist das beim MSV, bei Rot-Weiß Essen, bei … Continue reading
Olle Kamellen
Ich weiß nicht, warum ich bei olle Kamellen immer an Bonbons gedacht habe. Irgendeine Verbindung mit Karamell vermutlich. Die ollen Kamellen haben damit aber nichts zu tun. Die Kamelle ist eine umgangssprachliche Form von Kamille. Alte Kamillen verlieren ihre Wirkkraft … Continue reading
Kolporteure
Marskramer heißt ein Gemälde von Jerome Bosch. Es stellt, wie der Titel besagt, einen Hausierer dar. Auf Französisch heißt das Gemälde Le colporteur. Kolporteure waren Leute, die durch die Lande zogen, um ihre Waren anzubieten. Sie hießen so, weil sie … Continue reading
Magie der Sprache
Die erste Leserin von Ulla Hahns Das Verbotene Wort, die Frau, die das Manuskript abtippte, wollte wissen, was aus einem der Charaktere des autobiographischem Romans geworden war. Ulla Hahn konnte keine Auskunft geben. Die Figur war frei erfunden. Magie der Sprache.
Da ist der Wurm drin
Merkwürdige Parallele: Hebbels Maria Magdalena und Kazantzakis Alexis Sorbas sprechen beide vom Wasser und von der Wirkung, die es hat, wenn man es unter der Lupe betrachtet. Die Lust am Trinken vergeht einem. Man entdeckt überall kleine Würmer. Hat Kazantzakis vielleicht … Continue reading
Diamonds are a tsar’s best friend
Humboldt, der Minenexperte, hatte schon vor seiner Reise nach Sibirien in einem Gutachten das Vorkommen von Diamanten vorausgesagt und das auch der Zarin bei seinem Besuch in Petersburg angekündigt. Während der Reise wurde dann im Ural tatsächlich der erste sibirische … Continue reading
Ohne Punkt und Komma
Dass Homer keine Satzzeichen kannte, kann man sich noch vorstellen – erst Aristophanes redigierte die Texte und setzte graphische Unterbrechungszeichen – aber dass Cervantes seinen Don Quijote noch ohne Punkt und Komma schrieb, ist kaum zu glauben. Selbst Goethe legte … Continue reading
Posted in Schreibung, Sprache
Tagged Adelung, Cervantes Goethe, Interpunktion, Punkt
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Ein Stück weit
Zitat aus einer Radiosendung (SWR 2: Forum, 19/02/2015). Ein Migrationsforscher spricht: „An jeder dieser Schwelle beobachten wir, dass Migrantenkinder immer ein Stück weit runterfallen. Das liegt an den Eltern, aber überwiegend an unserem selektiven Bildungssystem. Ich glaube auch, dass es … Continue reading
Leseprobe
Liest man Schriften mit Serifen schneller als Schriften ohne Serifen? Bin bisher immer nur auf Hinweise gestoßen, die sagen: Man weiß es nicht. Zu unterschiedliche Untersuchungsergebnisse. Jetzt irgendwo etwas gesehen, das vielleicht zeigt, warum die Untersuchungsergebnisse unterschiedlich sind: Danach liest … Continue reading
Grob gesprochen
“Das war ein brutal wichtiges Spiel”; “Wir haben brutal gegen den Ball gearbeitet”; “Der Abstiegskampf ist brutal”; “Fehler viel brutaler bestraft als in der 3.Liga.” Die deutschen Fußballspieler haben ein neues Modewort entdeckt. Früher wurde man höchstens mal brutal gefoult.