Author Archives: schaefew

Verbürgter Name

Von Homer weiß man nicht viel, aber doch etwas, entgegen der landläufigen Auffassung. Auch seinen Namen, seinen Künstlername sozusagen, kann man erklären. Ein hómāron ist ein ‘Pfand’, eine ‘Geisel’, und hómēron ist die ionische Form dieses Wortes. Ein hómāros ist … Continue reading →

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Latein und Deutsch

Vor etwa 1000 Jahren bekam das Deutsche einen ungeheuren Schub. An Burgen und anderen Adelssitzen wurde Literatur verfasst, in den Städten wurde Recht kodifiziert, wurden Beschreibungen von Tieren und Pflanzen verfasst, wurden medizinische Abhandlungen verfasst. Die Zahl der Sprecher nahm … Continue reading →

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Sichtbar oder unsichtbar?

Uta Brandes, Professorin für Gender und Design in Köln, hat vorgeschlagen, für die englischen Wörter teacher und professor, die für beide Geschlechter gelten, ein weibliches Pendant einzuführen, teacheress and professoress. Frauen müssten in der Sprache sichtbar sein, lautet das Argument. … Continue reading →

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Schillernder Begriff

Schiller sollte zu seinem Ärger eine medizinische Doktordissertation schreiben. Wie weit er kam, weiß man nicht. Aber er hat nie seinen Doktor gemacht. Dennoch legte er sich in seiner unbekümmerten Art und damaligem Beispiel folgend, diesen Titel gelegentlich bei. (Burschell, … Continue reading →

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Nahe beieinander

Vergleicht man das Wort für ‚Nase’ in verschiedenen europäischen Sprachen, ist die Verwandtschaft leicht erkennbar: Nase, nose, näsa, nariz, naso, nez, μύτη, нос Beim ‚Kopf‘ sieht die Welt nicht mehr ganz so wohlgeordnet aus: Kopf, head, huvud, cabeza, testa, tête, … Continue reading →

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Trümmer beseitigt

Ich habe es immer geahnt, jetzt wird die leise Ahnung durch eine Publikation bestätigt: Die Trümmerfrauen sind ein deutscher Mythos. Die sollen nach dem Krieg selbstlos und unermüdlich die Städte wiederaufgebaut haben. Es ist eine Inszenierung. Leonie Treber ist die … Continue reading →

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Folgenschwerer Gang

Angeborene Geschlechtsunterschiede zwingen uns zu nichts und verwehren uns keine Option. Der Geschlechtstrieb ist angeboren, aber man kann enthaltsam leben oder sich für das Zölibat entscheiden. Dennoch gibt es beobachtbare Geschlechtsunterschiede. Deren Wurzel sind, der Psychologin Doris Bischof-Köhler zufolge, 400 … Continue reading →

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Armes Land?

Armut ist ein Faktum. Auch in entwickelten Ländern. Auch in Deutschland. Aber Armut ist relativ. Georg Cremer, Vorsitzender der Caritas, plädiert für eine differenzierte Sicht der Armut. Über steigende Armut zu klagen, ist notwendig. Aber man solle auf Problemlösungen fokussieren. … Continue reading →

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Docendo dicitur

Schiller, der große Dichter, hatte Medizin studiert und war Professor für Geschichte! Als er den Ruf nach Jena erhielt, zögerte er, weil er glaubte, er könne den Anforderungen eines Lehramtes nicht gewachsen sein. Goethe entgegnete auf seine Bedenken: Docendo dicitur … Continue reading →

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Naturtrieb

Die Romantiker begeisterten sich für die Zigeunerin aus den Novelas Ejemplares von Cervantes. Sie wurde zum Urbild der Zigeunerin, wie sie dann immer wieder in der europäischen Literatur auftauchte, Sinnbild für Urwüchsigkeit, Naturverbundenheit, Freiheit. Das Problem war nur, dass sie … Continue reading →

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Guillotine am Morgen

Das Deutsche ist bekannt für seine Fertigkeit, Komposita zu bilden. Dabei kommen oft Ungetüme heraus oder gesuchte Beispiele, die im Sprachgebrauch kaum vorkommen, aber auch ganz “normale” Formen, bei denen die Sprecher kaum den Eindruck haben, dass da etwas Besonderes … Continue reading →

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Männerliebe?

Alexander von Humboldt blieb sein Leben lang unverheiratet. Er hatte einige geradezu leidenschaftliche Freundschaften zu einigen Männern. Daraus ist gefolgert worden, dass er homosexuell war. Das wird mit den schwärmerischen Worten vieler Briefe an die Freunde begründet. So zu denken, … Continue reading →

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Ärztin gegen Ingenieur

Das Geschlechterparadox besteht darin, dass sich in freien Gesellschaften mit ausgeprägten Frauenrechten nicht weniger, sondern mehr Frauen für angeblich typisch weibliche Berufe entscheiden. Sie werden, ohne Druck, lieber Ärztin, Lehrerin oder Journalistin als Ingenieurin oder Patentanwältin. Ein ähnliches Paradox war … Continue reading →

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Feindliches Ausland

Während seiner Zeit in Diensten des Herzogs von Württemberg, als Militärarzt in Stuttgart, war Schiller jeder Verkehr mit dem “Ausland” verboten. Damit war Mannheim gemeint. (Burschell, Friedrich: Schiller. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt: 34)  

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Vielbeinig

Der griechische Tausendfüßler, σαρανταποδαρούσα, hat nur vierzig Füße! Ebenso der russische: сороконожка, und der türkische, kırkayak. Der spanische, ciempiés, hat dagegen hundert, ebenso wie der englische, centipede! Der französische, mille-pattes, hat dagegen tausend wie der deutsche und der italienische, millepiedi. … Continue reading →

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