Author Archives: schaefew

Preise verdorben

Heutzutage müsse man sich von neunjährigen Kindern verspotten lassen, weil man nicht lesen könne. So klagt Klaras Mutter in Hebbels Maria Magdalena. Früher sei alles anders gewesen. Da hätten die Herren sich um einen geschickten Schreiber gerissen. Wenn ein Sohn … Continue reading →

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Verfluchte Buchstaben

Lesen sei wie eine Sucht, sagt Friedrich, der Sekretär, in Hebbels Maria Magdalena. Die Schulkinder ahnten es wohl, wenn sie sich so sehr dagegen sträubten, das ABC zu lernen. Von der Fibel geht es zur Bibel und von der Bibel zum … Continue reading →

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Auf die Prüfung!

Leonard in Maria Magdalena hat die Stelle des Kassiers bekommen. Das berichtet er stolz. Es ist ein unerwarteter Erfolg. Der aussichtsreichste Kandidat – und der einzige Mitbewerber – war der Neffe des Pfarrers. Was denn aus dem geworden sei, will … Continue reading →

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Unschöne Details

In Nürnberg auf der Messe habe er mal ein Glas Wasser unter dem Mikroskop gesehen, sagt Meister Anton in Maria Magdalena. Er wollte danach den ganzen Tag nicht mehr davon trinken, so habe es ihn geekelt. So ist es. Genau … Continue reading →

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Ich habe zu fragen, nicht Er

Marinelli ist in Emilia Galotti der Kammerherr des Prinzen. In einem Dialog im ersten Akt geht es um Emilia Galotti: „Sie irren sich in dem Namen“, sagt der Prinz. Und auch später sagt er Sie. Dann stellt Marinelli eine Frage, … Continue reading →

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Pistolen zur Belohnung

In Lessings Emilia Galotti kommt Angelo, ein für vogelfrei erklärter Mörder, heimlich in das Haus der Galotti und schleicht sich zu Pirro, einem Diener des Hauses. Er habe, sagt er, hundert Pistolen für den letzten Auftrag erhalten und sei gekommen, … Continue reading →

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Schulkameraden

In einer dramatischen Szene in Maria Magdalena erscheint Friedrich, der Sekretär, mit zwei Pistolen im Haus von Leonard, dem Kassierer, um ihn zum Duell aufzufordern. Während des gesamten Dialogs sagt Friedrich du, Leonard Sie. Der wundert sich ganz offen, dass … Continue reading →

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Der kleine Unterschied

Bei der Besichtigung im Georgian House in Dublin und bei der Besichtigung im Sommerhaus Linnès in Linnès Hammarby wurde jeweils auf ein Paar Schuhe verwiesen. Nichts Spektakuläres. Aber nur auf den ersten Blick. Tatsächlich waren die Schuhe in einem ganz … Continue reading →

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Auf Nummer Unsicher

Warum drückt man den Daumen, wenn man jemandem Glück wünscht? Der Daumen ist ein Dämon, und den hält man fest, damit er nicht zur Geltung kommt. Das ist uralt, und auch bezeichnend für die alten Formen vor Aberglauben, die eher … Continue reading →

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Auswärtiges Bier

Wie nennt man ein helles Bier, das in einem Ort namens Fucking hergestellt wird? Fucking Hell! So jedenfalls hatte es die mit der Eintragung des Namens beauftragte Marketingfirma geplant. Das wurde zunächst von dem Europäischen Markenamt zurückgewiesen, mit dem Argument, … Continue reading →

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Das schwarze Wunder

Was hat der Roggen mit der Verstädterung zu tun oder mit der Papiermühle oder mit Reiterheeren? Eine ganze Menge. Die Verbindungen werden aufgezeigt in einem Zeitungsartikel, auf den ich jetzt halb freiwillig gestoßen bin. Roggen war (genauso wie Hafer) bereits … Continue reading →

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Schlechte Sprache sozusagen

“Das ist natürlich auch ein Ventil, wo sich Unzufriedenheit sozusagen … oder wo sie sichtbar wird, wo sie sich eben nicht sozusagen manifestiert, aber es ist trotzdem sozusagen, Protestwahl, Nichtwahl hat oft ähnliche Hintergründe.” Der letzte Satz aus einer Gesprächsrunde … Continue reading →

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Gipfel der Verzweiflung

Zitate wie “Ich schreibe nur in Augenblicken, in denen ich absolut verzweifelt bin” oder “Die Tatsache, dass ich lebe, beweist, dass die Welt keinen Sinn hat”, Buchtitel wie Auf den Gipfeln der Verzweiflung oder Die verfehlte Schöpfung,  Sterben, Tod und Freitod als lebenslange … Continue reading →

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Barbaren gegen Schnösel

Das Morgenländische Schisma, die Trennung der lateinischen Kirche des Westens von der griechischen Kirche des Ostens, hatte eher kirchenpolitische als ideologische Gründe. es ging darum, wo das Zentrum der Christenheit war – in Rom oder in Konstantinopel – und wer … Continue reading →

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Erneuerbare Energie

Glücksspieler lassen sich durch Misserfolg nicht entmutigen. Rückschläge können der Hoffnung nichts anhaben. Im Gegenteil: Sie dienen als Hoffnungsverstärker. Auf diesen paradoxen Befund werde ich durch einen Radiobeitrag gestoßen (Retzer, Arnold: “Mut zur Negativität”, in: SWR 2 Wisssen: 01/02/2015). Mit … Continue reading →

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