Diebische Elster

“Vielleicht mag ich sie, weil sie sonst keiner mag”, sagt ein Ornithologe, der die Elster als seinen Lieblingsvogel bezeichnet, auf den Einwand, die Elster stehe ja nun nicht gerade hoch in der Gunst der Menschen und gelte als jemand, der die Eier der Gelege kleinerer Vögel fresse. Das stimmt, sagt der Ornithologe, aber: Auch wenn wir Menschen mit dem Gefressenen fühlen und den Fressenden als den Bösen betrachten, gilt das nicht für die Natur. In der Natur gebe es kein Gut und Böse. Für die Elstern sind die Eier wichtiger Teil ihrer Ernährung. Und ihre Opfer werden durch den Verlust ihrer Eier nicht in ihrem Bestand bedroht. Alleine Amseln brüten bis zu fünfmal pro Jahr, mit jeweils 5-8 Eiern. Wenn aus allen denen erwachsene Tiere würden, gäbe es eine solche Fülle von Amseln, dass alles andere darunter leiden würde. Der Verlust einiger Eier ist in dem “Kalkül” der Amseln schon mit eingeplant. Die Elster, lernt man bei der Gelegenheit auch, ist ein Rabe, eine von Rabenarten in Deutschland. Die anderen sind Kolkrabe, Dohle, Aaskrähe, Saatkrähe, Eichelhäher und Tannenhäher. (“Schwarz wie die Nacht – Raben”, in: Matinee, SWR 2: 03/11/2013)

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