In einem Interview nennt die britischen Psychologin Fiona Jones die heutige Stressepidemie einen Mythos. Sie verweist auf Kindersterblichkeit, Krieg, Rezession und zweifelt daran, dass es früher weniger Stress gegeben habe. Heute sei Stress viel stärker akzeptiert, man erwarte geradezu, dass jemand gestresst sei. Früher wurde Stress eher als Niederlage, als Unfähigkeit empfunden. Das Interview löste wütende Reaktionen aus. Ganz egal, ob Jones recht hat oder nicht: Hier geht es auch um eine linguistische Frage, den Einfluss eines Wortes auf das Empfinden. Ich erinnere mich an einen Kommilitonen, der eine französische Freundin hatte und stundenlange Telefongespräche mit ihr führte. In einem Gespräch, als er gerade das Staatsexamen machten, erklärte er ihr, dass er Stress habe. Und musste das Wort erklären. Das war damals noch neu. Die Frage ist also: Haben die Menschen heute mehr Stress, weil es das Wort? Oder hatten sie damals genauso viel Stress, obwohl es noch kein Wort dafür gab? Und wussten möglicherweise gar nicht, dass sie Stress hatten? Oder bilden sich die Menschen heute ein, Stress zu haben, weil es ein gängiges Wort dafür gibt? Und wären weniger gestresst, wenn es nicht so ein praktische Wort dafür gäbe?
Zitate
Das ‘Anstrengende’ bei Vorlesungen liegt – ich sehe es jetzt – darin: dass Sprech- und Schreibstil bei mir absolut verschieden sind. Hemmungslos kann ich nur bei freier Rede (nach Notizen) sprechen. Im Kolleg aber muss ich ‘verantwortliche’ Formulierungen geben, und das strengt unsinnig an, mich wenigstens, denn dann spreche ich im Schrift Stil, also gehemmt, gequält, geradezu geschunden im Gehirn.
— Max Weber-
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