Frau auf dem Thron

Maria Theresia, die einzige Regentin der Habsburger auf dem Thron, kam 1740 mit gerade mal 23 Jahren nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters, Karls VI., auf den Thron. Das war keine Selbstverständlichkeit. Denn sie war eine Frau, und es galt das Salische Gesetz, das die ausschließlich männliche Thronfolge vorsah. Ihr Vater hatte aber durch die Pragmatische Sanktion dafür gesorgt, dass auch Frauen auf den Thron folgen konnten, und da alle drei Nachkommen weiblich waren, wurde Maria Theresia, die Älteste, zu seinem Nachfolger. Sie regierte ein riesiges Reich, wurde Erzherzogin von Österreich, Königin von Böhmen und Ungarn, Herrscherin in Dalmatien, Kroatien, Steyr, Schlesien, Brabant, Luxemburg, Mantua, Parma, Piancenza usw. Sie hatte einen schweren Stand, sie war für diese Aufgabe überhaupt nicht vorbereitet worden, erwarb sich aber bald allgemeinen Respekt und sogar Bewunderung. Kaiserin wurde sie allerdings nur dem Namen nach, als Gattin des Kaisers, denn im Heiligen Römischen Reich galt weiterhin das Salische Gesetz. Ihren Mann, Franz Stephan von Lothringen, den sie schon seit ihrer Kindheit kannte hatte sie schon vier Jahre vorher geheiratet. Es war – ungewöhnlich in den Adelskreisen dieser Zeit – eine Liebesheirat. Sie blieben 29 Jahre ein liebendes Paar. Ehe und Kinder waren für Maria Theresia noch wichtiger als Macht und Ruf. Sie stand in 19 Jahren 16 Schwangerschaften und Geburten durch. 6 Ihrer Kinder starben schon vor ihr, 10 überlebten sie. Ihr ältester Sohn, Joseph II., vor ihrem Tod schon Mitregent, wurde ihr Nachfolger. Eine beeindruckende Biographie.

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