Sintflut

Eine Sintflut, von Gott über die Menschen gebracht als Strafe für ihr elendes Verhalten, für ihr unbotmäßiges Leben, für ihre Ausschweifungen – das kommt einem bekannt vor. Es stammt aus dem Alten Testament, letztlich aus der jüdischen Tradition. Nur ist das alles nicht jüdisch, sondern mesopotamisch. Aus dem Gilgamesch-Epos. Ein guter, ein ehrbarer Mensch, Ut-Napischti, baut sich ein Schiff, bringt sich und die Seinigen, samt den Tieren des Feldes und dem Vieh von der Wiese, in Sicherheit. Sechs Tage und sechs Nächte hält die Flut an, am siebten Tag lässt der Sturm nach, die Flut steigt nicht mehr. Ut-Napischti sendet einen Vogel aus, eine Taube, und dann noch einen, einen Raben, und der fliegt davon, frißt und krächzt und kehrt nicht wieder zurück. Die Flut ist vorbei. Ut-Napischti ist Noah. Die Sintflut der Bibel ist eine “geklaute” Version, ein “Plagiat”, ein Abbild der ursprünglichen, älteren Erzählung aus Mesopotamien.

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